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Hürzeler und Brighton: Sie mischen Englands Großklubs auf
Hürzeler in Brighton :
Sie mischen die Großklubs der Premier League auf

City, Arsenal – und Brighton? Fabian Hürzeler hat sein Team in den ersten Wochen der Premier League weit nach oben geführt. Nach dem Sieg in Manchester fragt sich England: Können sie sich dort halten?

Fabian Hürzeler wirkte rundum zufrieden. „Really happy“, diktierte er dem Fernsehreporter der BBC ins Mikrofon. Der junge deutsche Trainer des Premier-League-Klubs Brighton & Hove Albion sprach vom Zusammenhalt seiner Spieler, lobte ihr „Mindset“ – und räumte offen ein, dass die Mannschaft auch „ein bisschen Glück“ hatte, aber dass sie sich das durch harte Arbeit und eine „komplette defensive Performance“ aufrichtig verdient habe. So spricht einer, dessen Plan funktioniert. Auswärts beim Tabellenführer Manchester City hatte Brighton soeben 1:0 gewonnen; hinter City und dem FC Arsenal liegt der Verein von Englands Südküste nun auf dem dritten Platz.

So weit oben in der Rangliste, zwischen den etablierten Großklubs des Landes, da scheint das kleine Brighton eigentlich nicht hinzupassen. Der Verein ist erst 2017 von der Championship in die Premier League aufgestiegen, seitdem hat er sich im gesicherten Mittelmaß festgesetzt. Allerdings mit aufsteigender Tendenz, sodass man sich in Englands Fachpresse nun fragt, ob der Klub dieses Jahr allen Ernstes um die Champions-League-Plätze konkurriert.

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Ein Teil der Erklärung: die enorme Torgefahr

Dafür spricht, dass Brighton auch vor großen Namen nicht zurückschreckt. Schon im September hatten sie Arsenal 3:0 bezwungen, und seit Samstag gehört auch City zu den Opfern. Beide Teams trennen dadurch gerade einmal zwei Punkte. „Gehen Sie davon aus“, sagte der „Guardian“ voraus, „beide bis zum Schluss weit oben zu sehen.“

Ein Teil der Erklärung ist Brightons enorme Torgefahr. In neun Ligaspielen hat die Mannschaft 24 Tore erzielt – mehr als jeder andere Verein. Aston Villa hat sie 4:0 besiegt, Coventry City und Crystal Palace jeweils 5:0. Dabei ist Hürzelers Team nicht von einem dominanten Mittelstürmer abhängig, die Tore verteilen sich auf mehrere Spieler und Positionen. Auf der anderen Seite hat sie erst sieben Tore zugelassen, sechsmal ist sie bislang ohne Gegentor geblieben. Das spricht bei aller Offensivgewalt auch für ein hohes Maß an taktischer Disziplin.

Hürzeler lässt seine Akteure ein aggressives und hohes Pressing spielen, um den gegnerischen Spielaufbau früh zu stören und Bälle in gefährlichen Zonen zu erobern. Sie stellen Passwege zu und verdichten gezielt das Spielfeld. Bei der Umsetzung auf dem Rasen ist ebenfalls ein Deutscher maßgeblich mitverantwortlich: Pascal Groß.

Wichtiger Mann für Hürzeler: Pascal Groß
Wichtiger Mann für Hürzeler: Pascal GroßReuters

Der zentrale Mittelfeldspieler war von 2017 bis 2024 schon einmal für Brighton aktiv, nach seiner Station bei Borussia Dortmund ist er im Januar dieses Jahres zurückgekehrt. Mit 35 Jahren gehört er zu den erfahrensten Profis im Kader, zusammen mit Kapitän Lewis Dunk. Er bringt Kreativität, Stabilität und Führungsqualität in eine Mannschaft, die im Sommer-Transferfenster wichtige Spieler verloren hat. Man könnte argumentieren, dass er in seiner Karriere noch nie besser oder wichtiger war als jetzt.

Brighton ist ein Vorreiter bei datengetriebenem Scouting

In Brighton trifft der erst 33 Jahre alte Hürzeler zudem auf einen Klub, der über England hinaus für sein intelligentes und datengetriebenes Talentscouting und das anschließende Coaching bekannt ist. Yasin Ayari, der gegen Manchester City am Samstag das entscheidende Tor erzielte, wurde schon als Neunzehnjähriger in Schweden entdeckt und unter Vertrag genommen. Seitdem wurde der vielseitige Mittelfeldspieler auch durch Leihen an andere Vereine gezielt weiterentwickelt. Mit 23 Jahren ist er heute eine wichtige Stütze in Hürzelers System.

Auch Maxim De Cuyper, 2025 vom Club Brügge geholt, blüht als Ersatz für den verletzten Kaoru Mitoma auf der linken Außenbahn gerade regelrecht auf.

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Bei der Entwicklung dieser Spieler hat der Verein Geduld, die auch Hürzeler schon zugutegekommen ist. Denn es lief längst nicht immer so rund wie im Moment. In der Rückrunde der vergangenen Saison wurde der Trainer nach einer Heimniederlage gegen Brightons Erzrivalen Crystal Palace von den eigenen Fans ausgebuht. Das Derby fiel in eine Phase mit sechs Spielen ohne Sieg, Platz 14 war selbst dem eher bescheidenen Anhang der „Seagulls“ zu wenig.

Rufe nach seiner Entlassung wurden lauter. „Es gibt nur zwei Optionen“, sagte Hürzeler zu seiner Verteidigung – „aufgeben oder noch härter kämpfen.“ Die Klubführung hielt an ihm fest. Am Ende wurde Brighton Achter und qualifizierte sich für die UEFA Conference League; Hürzeler erhielt eine Vertragsverlängerung bis 2029.

Kann der Höhenflug wirklich nachhaltig sein?

Nun müssen Team und Trainer beweisen, dass ihr Erfolg nachhaltig ist und kein vorübergehender Höhenflug. Und man darf annehmen, dass dies schwierig wird. Sobald sich die Intensität des Pressings über die Saison hinweg zunehmend in den Beinen der Profis bemerkbar macht, kann die hohe Verteidigungslinie zum Risiko werden. Auch die rauschartigen Triumphe mit vier und mehr Toren lassen sich nicht beliebig replizieren.

Der für das gesamte System so wichtige Pascal Groß wird bei seinem gegenwärtigen Pensum sowohl in der Premier League als auch in der Conference League Pausen benötigen. Schon am Donnerstag muss die Mannschaft wieder beim FC Getafe antreten, bevor am Sonntag der ebenfalls formstarke Brentford FC zu Gast in Brighton ist.

So oder so wird der Sieg gegen Manchester City in England als Statement gewertet. Als Bestätigung, dass mit Brighton & Hove Albion dieses Jahr zu rechnen ist. Aber wenn Fabian Hürzeler Zusammenhalt und Mindset seiner Mannschaft beschwört, dann, weil er eines weiß: Die Hürden werden im Verlauf der Saison eher höher als tiefer.

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