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1. FC Saarbrücken: Kühlwetter reist nach 3:1-Sieg sofort ab

3:1-TriumphFCS jubelt in Düsseldorf – warum Kühlwetter sofort abreisen musste

Düsseldorf · Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken gewinnt nach einem starken Auftritt beim Zweitliga-Absteiger verdient mit 3:1. Direkt danach musste Kühlwetter aber sofort abreisen. Das war der Grund.

Kai Brünker (links) trifft zum 1:1, danach dreht der 1. FC Saarbrücken das Spiel in Düsseldorf und siegt mit 3:1.
Kai Brünker (links) trifft zum 1:1, danach dreht der 1. FC Saarbrücken das Spiel in Düsseldorf und siegt mit 3:1.

„Auswärtssieg, Auswärtssieg“, schallte es aus der Gästekurve des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken. Die 5000 Anhänger der Blau-Schwarzen feierten gemeinsam mit ihrem Team den 3:1-Sieg bei Fortuna Düsseldorf. „Wenn ich in unseren Block schaue, das ist überragend, Bundesliganiveau“, lobte Kai Brünker die Rekordkulisse bei einem Auswärtsspiel des FCS in Liga drei. Der Stürmer erzielte den wichtigen 1:1-Ausgleich in der 13. Minute – mit dem die Saarbrücker ins Spiel fanden.

1. FC Saarbrücken: Brünkers Dropkick-Antwort

Zuvor lief der FCS vor insgesamt 34.049 Zuschauern der Musik nur hinterher. Der Zweitliga-Absteiger bestimmte die Anfangsminuten. Angriff um Angriff rollte auf die Saarländer zu. Das Ergebnis: Jordi Paulina brachte die Rheinländer mit einem satten Rechtsschuss nach 10 Minuten in Führung. „Sie spielen eine Raute im Mittelfeld. Und sobald sie dann durchs Zentrum zwischen Göki (Anm. d. Red.: Gökdeniz Gürpüz) und mir durchgespielt hatten, hatten sie einen Mann Überzahl“, analysierte Brünker: „So ist auch das Gegentor entstanden. Sie spielen im Zentrum durch, lassen klatschen, spielen tief. Ablage Bamm, Tor.“

Doch dem FCS gelang schnell eine Antwort. Linksverteidiger Niko Bretschneider fand mit seinem Seitenwechsel Brünker. Der 32-Jährige nahm den Ball an der Strafraumkante mit der Brust an und setzte die Kugel per Dropkick neben den linken Pfosten in die Maschen – bereits das fünfte Saisontor für Saarbrückens gefährlichsten Angreifer. Danach passte der FCS seine Defensivformation an – und die Blau-Schwarzen wirkten wie ausgewechselt.

„Wir sind nach dem Rückstand sehr gut zurückgekommen und spielen das 1:1 sehr schön aus. Wir haben es taktisch super umgesetzt, waren leidenschaftlich, aber haben auch fußballerisch gut agiert“, erklärte FCS-Trainer Argirios Giannikis: „Es ist uns gelungen, Düsseldorf immer wieder aus der Mitte nach außen zu locken. Dadurch mussten wir „nur“ Flanken verteidigen.“

Baby-Alarm bei Startelf-Gewinner Kühlwetter

Auch Giannikis‘ Startelfveränderungen im Vergleich zum 2:4 gegen den MSV Duisburg saßen. Neben Brünker und Gürpüz startete auch Christian Kühlwetter. Der 30-Jährige machte auf der Position von Patrick Sontheimer, der erneut krank fehlte, ein überragendes Spiel – und musste danach schnell weg.

„Kühli ist grade auf dem Weg nach Hause und bekommt sein zweites Kind“, verriet Giannikis: „Er hat eine sehr gute Leistung geboten. Er hat für die Mannschaft gearbeitet, war laufstark. Und das war auch ein Grund, warum wir den Transfer unbedingt machen wollten.“

„Kleiner Messi“ tanzt und Staff setzt den Schlusspunkt

Mit der wiedergewonnenen Stabilität im Zentrum agierte der FCS besser und ging kurz nach der Pause mit 2:1 in Führung. Saarbrückens „kleiner Messi“, wie Brünker Kelsey Owusu bezeichnete, tänzelte Düsseldorfs Abwehrhünen Elias Egouli und Nebenmann Tim Oberdorf aus, blieb vor F95-Keeper Louis Lord eiskalt und traf flach aus neun Metern ins rechte Eck.

Die Fortuna versuchte zu antworten – blieb aber zum großen Unverständnis ihres Trainers Alexander Ende wirkungslos. „Ich habe echt Probleme, das zu beschreiben, weil ich das selber noch nicht glauben kann, dieses Spiel verloren zu haben“, erklärte Ende: „Andauernd ist die Kugel rumgeflippert, andauernd war sie in den gefährlichen Zonen, andauernd brechen wir auf den Flügeln durch, andauernd haben wir Boxeintritte.“

Doch der FCS verteidigte alle Angriffe weg. „Was wir in der zweiten Halbzeit für eine Mentalität an den Tag legen, so sollte es immer sein. Dass man richtig scharf ist, läuft bis zum, sage ich mal, Kotzen und auch mal eine Zeit lang leidet, aber das auch übersteht“, lobte Brünker, der nach seiner Vorlage zum 2:1 von Owusu auch schon bei fünf Assists steht.

In der 90. Minute machte der FCS durch die eingewechselten Kaan Caliskaner und Alexander Staff den Deckel drauf. Caliskaner legte quer auf Staff, der 18-Jährige schob cool aus kurzer Distanz zum 3:1-Endstand ein. Dann zog sich der Stürmer sein Trikot aus und lief, verfolgt von der halben Bank und seinen Mitspielern, auf dem Feld jubelnd zur Gästekurve. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Es war ein verdienter Sieg“, sagte Giannikis.

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