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Schade, dass Kane seine Karriere so lange vergeudet hat
Harry Kane (r.) mit Bayern-Kollege Aleksandar Pavlovic
Harry Kane (r.) mit Bayern-Kollege Aleksandar Pavlovic

Harry Kane steht vor einer Vertragsverlängerung beim FC Bayern. Der heute 33-Jährige kam erst mit 30 von Tottenham nach München. Wenn Pokale der Maßstab sind, hätte Kane einige Karriere-Jahre besser nutzen können.

Bald ist es so weit, Harry Kanes Vertragsverlängerung beim FC Bayern steht bevor. Laut „Times“ soll der Stürmer rund 474.000 Euro pro Woche verdienen, das sind absurde Phantasiesummen, aber im Turbokapitalismus des Sports unabdingbare Beträge, um Superspieler zu binden.

157 Pflichtspiele hat Kane bisher für Bayern bestritten und dabei 155 Tore erzielt sowie 39 vorbereitet. Macht 194 Torbeteiligungen. Irre.

Bei Bayern wurde Kane nochmals besser – schade, dass er erst mit 30 kam

In München ist dieser Fußballer nochmals besser, facettenreicher, kompletter geworden, wir sehen ja ständig, wie Kane das Spiel orchestriert. Vielleicht wird er nächste Woche mit dem Ballon d‘Or als Weltfußballer gekrönt. Es wäre ein verdienter Preis, eine passende Würdigung – für das vergangene Jahr, zugleich für die famose Karriereleistung eines Mannes, der seit acht Jahren die englische Nationalmannschaft anführt. Und der immer ein Vorbild in Haltung war: Kane ist ein Weltstar ohne Allüren.

Die Bayern-Stars Luis Diaz, Harry Kane und Joshua Kimmich (v.l.) feiern ein Tor
Die Bayern-Stars Luis Diaz, Harry Kane und Joshua Kimmich (v.l.) feiern ein Tor

Schade nur, dass er einige seiner besten Jahre – hart gesagt – ein bisschen vergeudet hat. Zumindest dann, wenn Pokale der Maßstab sind. Was sie im Spitzenfußball nun einmal sind.

Bis 2029 soll sein neuer Bayern-Kontrakt datiert sein, der heute 33-Jährige ist dann 36. Kane kam erst mit 30 nach Deutschland, um endlich einen Titel zu gewinnen. Das war ihm in England nicht vergönnt gewesen, trotz persönlicher Bestleistungen.

Kane stellte persönliche Bestleistungen auf, holte aber keinen Titel

Zu Beginn seiner Laufbahn war Kane von Leihe zu Leihe getingelt und bei Tottenham Hotspur dann, ab 2013, zum großen Harry aufgestiegen. 435 Spiele. 280 Tore. 63 Vorlagen. Dreimal Torschützenkönig. Lediglich 47 Treffer hinter dem ewigen Premier-League-Rekord von Alan Shearer. Dazu Identifikationsfigur, Klub-Idol. Auch drei seiner vier Kinder sind in dieser Zeit geboren, London war und blieb Heimat und Kane ein glücklicher Mensch.

Demgegenüber stand die Bilanz: null Trophäen in der Hand, keinerlei silverware, wie sie in England sagen. Tottenham war in Kanes Ägide ein ambitionierter Verein, teilweise ein sehr ambitionierter. Die Liga-Platzierungen: 6., 5., 3., 2., 3., 4., 6., 7., 4., 8. Eine reelle Chance auf die Meisterschaft gab es allein 2017, danach ging es schleichend abwärts.

 Harry Kane jubelt im Trkot von Tottenham Hotspur
Harry Kane jubelt im Trkot von Tottenham Hotspur

Im Jahr 2019 verlor Tottenham das Champions-League-Finale gegen Jürgen Klopps Liverpool, aber seien wir ehrlich: Die Spurs waren nicht das zweitbeste Team Europas. Nicht in jenem Jahr und auch in sonst keinem. Obendrein unterlag Kane mit Tottenham in zwei Ligapokal-Endspielen (und mit England in den EM-Finals 2021 und 2024).

Fast wäre Harry Kane einmal bei ManCity gelandet

Zehn Jahre blieb er den Spurs treu, im modernen Fußball eine Rarität, die betont und honoriert werden darf. Allerdings musste Kane irgendwann einsehen, weiterziehen zu müssen, um bedeutendere Spuren zu hinterlassen. Es wurde Bayern, bis dato sprangen zwei Meisterschaften und ein Pokalsieg heraus – aber keine Finalteilnahme in der Champions League.

Spannend wird nun, wie lange Kane sein Level (körperlich) wird halten können. Sein Fußballertypus sollte gute Voraussetzungen bieten, um auf hohem Niveau zu altern: Er war ja nie jemand, den Sprintstärke definiert. Spielintelligenz und Abschlussstärke verlernt man nicht so schnell.

2021, als 28-Jähriger, wäre Harry Kane übrigens fast bei Manchester City gelandet, der Transfer zerschlug sich noch. Ein Segen für Bayern. Ansonsten hätte sich die Geschichte ganz anders entwickelt.

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