Zurück
Der neue Frankfurter Vorstandschef gibt ordentlich Gas: Spätestens 2038 soll eine neue Arena stehen, vielleicht sogar für bis zu 80.000 Zuschauer.
Kaum im Amt, schon die erste große Ansage: Axel Hellmann (55), neuer Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt, hat auf der Mitgliederversammlung am Montagabend in der Jahrhunderthalle klargemacht, dass der Klub ein neues Stadion braucht. Vor rund 1600 Mitgliedern rechnete er vor: Ein Stadion halte etwa 30 Jahre. Der heutige Deutsche-Bank-Park mit gut 60.000 Plätzen wurde 2005 eröffnet, nach seiner Rechnung ist also um 2035 Schluss. Weil Großprojekte hierzulande bekanntlich lange dauern, will Hellmann bereits jetzt loslegen.
Das Ziel ist ehrgeizig: Spätestens 2038 soll die neue Arena fertig sein. Dann oder 2042 will sich Deutschland um die Fußball-WM bewerben und Frankfurt soll dabei ein Aushängeschild sein. Für Hellmann geht es aber um mehr als Prestige. Nach seinen Worten hängt die sportliche Schlagkraft der Eintracht direkt an den Möglichkeiten, die das Stadion bietet. Kritiker meinen, das Geld wäre im Kader besser aufgehoben. Den Vorwurf, man spare bei der Mannschaft für die Stadionpläne, nennt Hellmann absurd: „Das sind völlig verschiedene Finanzierungstöpfe.“
Wie groß die neue Spielstätte wird, ist noch offen. Hellmann selbst kann sich sogar bis zu 80.000 Zuschauer vorstellen. „Das Potential dazu haben wir zweifelsfrei“, sagt er. Er räumt aber ein, dass eine reibungslose An- und Abreise der Fans ein Knackpunkt werden könnte. Auch Baugenehmigungen und Finanzierungen sind noch ungeklärt.
Ebenfalls offen ist die Bauweise: Entweder bekommt das bestehende Stadion einen dritten Rang oder die Tribünen werden nach und nach abgerissen und neu gebaut. Eine Machbarkeitsstudie soll Anfang 2027 Klarheit bringen.
Die Vision steht aber bereits: mehr Stehplätze, noch mehr Stimmung – ein echter Hexenkessel für den Fußball. Gleichzeitig soll die Arena zu den modernsten Veranstaltungsorten Europas zählen, auch für Konzerte und Events. Schon heute habe Frankfurt nach dem Londoner Wembley-Stadion die „erfolgreichste Arena Europas“, betont Hellmann. Diesen Platz will er auf keinen Fall hergeben.