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Wer sich am späten Dienstagabend in der ARD-Sportschau oder am nächsten Tag die Highlights des DFB-Pokalspiels zwischen dem HSV und Eintracht Frankfurt (1:3) anschaute, konnte den Eindruck gewinnen, dass es für Schiedsrichter Tobias Stieler ein entspannter Abend gewesen sein dürfte. In dem mehr als sieben Minuten langen Zusammenschnitt fehlen zwei Szenen, die nicht nur Spieler, Fans und Verantwortliche hinterher beschäftigten, sondern auch Stieler selbst.
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Insbesondere die Szene rund um den nicht gegebenen Elfmeter nach dem Foul von Robin Koch an Zakaria El Ouahdi erregte die Gemüter. „Für mich ist das ein klarer Elfmeter“, sagte nicht nur Sky-Experte Lothar Matthäus, sondern unisono auch Sportdirektor Claus Costa sowie Trainer Merlin Polzin.
Und auch Stieler gab hinterher im Sky-Interview zu, dass ein Strafstoß die „bessere Entscheidung“ gewesen wäre. Nach Stielers Erklärung durfte der Videoassistent nicht eingreifen, weil er selbst eine klare Sicht auf die Szene gehabt und sich das Foul im „Schwellenbereich“ bewegt habe.
Von Polzin bekam Stieler für seine Einsicht Lob. „Ich fand es sehr lobenswert, wie er versucht hat, aus seiner Sicht die Situation zu erklären“, sagte der HSV-Trainer nach dem Spiel und einem Austausch in der Schiedsrichterkabine. Vom früheren Schiedsrichter Manuel Gräfe bekam Stieler dagegen Kritik für seine Worte. „Das ist Schönrederei“, schrieb Gräfe auf seinem X-Kanal und bezeichnete die Szene als „zwingenden Elfer“.
Die zweite strittige Szene, die im Sportschau-Zusammenschnitt fehlt, bewertet Gräfe anders als Stieler. Der Schiedsrichter hatte in der 48. Minute nach einem Foul den bereits verwarnten Nnamdi Collins gegen David Möller Wolfe nicht mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Dabei blieb Stieler auch nach dem Spiel. Seine Begründung: Bei der Aktion von Collins mit der Schulter gegen den Kopf von Möller Wolfe sei kein „extra movement“ erkennbar gewesen, also keine zusätzliche Bewegung.
Doch selbst Frankfurts Trainer Adi Hütter, der Collins eine Minute später vom Platz nahm, sah das anders. „Wir hatten Glück, dass es nicht Gelb-Rot gab. Es war ein Foul, bei dem man hätte anders entscheiden können.“ Und auch Gräfe schrieb bei X: „Mit der Schulter reingehend ohne Blick zum Ball und nur gegnerorientiert. Hohe Verletzungsgefahr für Brüche im Gesicht.“ Gräfes Schlussworte Richtung Stieler: „Wenn man sich stellt, sollte man es ehrlich/richtig aufarbeiten oder lassen.“
Am Ausgang des Spiels und dem Ausscheiden des HSV wird aber auch die Kritik von Gräfe nichts mehr ändern. Zumindest können sich die HSV-Verantwortlichen bestätigt fühlen, dass sie mit ihrer eigenen Wahrnehmung nicht ganz falsch lagen.