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SGE holt in Unterzahl Punkt in Paderborn

Dank eines Treffers in der Nachspielzeit sichert sich die SGE in Paderborn noch ein Unentschieden. Jubel gab es im Block aber nicht, zuvor war ein Fan von der Tribüne gestürzt.

Peppi Schmitt

Paderborn. Durch einen Treffer von Jonny Burkardt in der Nachspielzeit erreichte die Frankfurter Eintracht trotz Unterzahl nach einem Platzverweis von Elias Baum noch ein 2:2 (1:1) beim SC Paderborn. Jubel auf den Rängen aber gab es nicht, denn im Frankfurter Block war vor dem Spiel ein Fan tief gestürzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Daraufhin hatten beide Fangruppen ihre Unterstützung eingestellt, im Stadion herrschte eine gespenstische Atmosphäre, vergleichbar mit der Zeit während der Corona-Pandemie. Burkardt hatte die Eintracht schon in Führung gebracht, antwortete also mit einem Doppelpack auf die Nichtnominierung durch Bundestrainer Jürgen Klopp. Die Paderborner waren durch Obermaier und Pieringer per Elfmeter zur zwischenzeitlichen Führung gekommen.

Das Job-Sharing im Sturm der Eintracht ist auch in Paderborn weitergegangen. Younes Ebnoutalib, gerade wieder für die Nationalmannschaft nominiert, fand sich auf der Bank wieder. Dafür stürmte Jonny Burkardt. „Beide sind gut drauf, darum ist es immer eine schwierige Entscheidung für mich“, sagte Trainer Hütter. Entspannung gab es in der Defensive. Robin Koch, unter der Woche wegen einer Knieprellung kaum im Training, konnte spielen. Zudem rückte Ansgar Knauff für Keita Kosugi ins Team.

Die Entscheidung für Burkardt war eine besonders gute, wie sich bald heraustellte. In der 23.Minute besorgte der Frankfurter Mittelstürmer nach glänzender Vorbereitung von Elias Baum und Fares Chaibi die Führung. Die Eintracht belohnte sich damit für eine schwungvolle Anfangsphase, in der Ritsu Doan und Chaibi schon die Führung hätten erzielen können. Doch der Vorsprung brachte den Gästen keine wirkliche Sicherheit, nach und nach kam Paderborn besser ins Spiel. In der 27.Minute traf Stefano Marino mit einem Schuss aus achtzehn Metern an die Oberkante der Latte.

Fans stellen Support wegen medizinischem Notfall ein

Paderborn hatte gute Szenen im Mittelfeld, kam aber nicht wirklich zu guten Chancen. Bis unmittelbar vor der Pause konnte die Eintracht alles ziemlich souverän wegverteidigen. Dann gelang den Gastgebern, zu diesem Zeitpunkt ein wenig überraschend doch noch der Ausgleich. Raphael Obermaier stand plötzlich mutterseelenalleine im Strafraum frei und nutzte diese Freiheit mit einem Schuss durch die Beine von Torhüter Atubolu zum 1:1. Jubel auf den Rängen gab es nach diesem Treffer nicht, genausowenig wie beim Frankfurter Tor. Wegen eines medizinischen Notfalls im Frankfurter Block, ein Fan soll aus großer Höhe abgestürzt sein, hatten beide Fangruppen die Unterstützung eingestellt. So herrschte im Stadion eine gespenstische Stille.

Hütter wechselte zur zweiten Halbzeit mit Oscar Hojlund und Nnamdi Collins zwei frische Spieler ein. Das half dem Spiel durchaus auf die Sprünge. Zwar hatten die Paderborner zunächst eine Riesengelegenheit, als Ruben Müller aus einem Meter den Ball nicht im Tor unterbringen konnte, doch danach übernahm die Eintracht das Spiel. Zwischen der 55. und 60.Minute gab es drei Gelegenheiten, die zweimal Chaibi und Uzun nicht zur Führung nutzen konnten. Nach einer guten Stunde wollte der Frankfurter Trainer dann auf Sieg spielen. Er brachte Niko Ilicevic und Younes Ebnoutalib für den diesmal enttäuschenden Uzun und für Doan.

Doch der Schuss ging in der 73. Minute nach hinten los. Die jüngsten Frankfurter zahlten heftiges Lehrgeld. Der 16 Jahre alte Ilicevic verlor im Mittelfeld nach einem Dribbling den Ball an der Mittellinie. Die Paderborner brachten den Ball schnell in den Strafraum, Brassier holte Marvin Pieringer mit einer Grätsche von den Beinen. Schiedsrichter Dankert pfiff sofort und zu Recht Elfmeter. Pieringer trat an und traf. Atubolu hatte die Ecke zwar geahnt, kam aber nicht mehr an Ball. Drei Minuten später der nächste Rückschlag. Der 20 Jahre alte Elias Baum, zuvor schon mit „Gelb“ verwarnt,.unterlief ein weiteres dummes Foul im Mittelfeld, wieder gab es „Gelb“, in Summe „Gelb-Rot“, also Platzverweis. Im Grunde war die Eintracht damit geschlagen.

Die Frankfurter kämpften zwar um den Ausgleich, warfen auch in Unterzahl alles nach vorne. Und schafften in der Nachspielzeit tatsächlich noch den Ausgleich. Chaibi trat eine letzte Ecke nach innen, Torwart Atubolu war mit nach vorne geeilt, kam mit dem Kopf an den Ball, und Jonny Burkardt beförderte den Ball mit der Hacke über die Linie. Danach pfiff Dankert ab.

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