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Sky-Doku über Müller-Wohlfahrt: Der Münchner "Arzt der Champions"

Sky-Doku

Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (l.) und Trainer Josep Pep Guardiola geben sich die Hand (Archivbild): Richtig warm miteinander wurden Coach und Mannschaftsarzt nie, letztendlich befürwortet Guardiola 2015 den Rauswurf des Orthopäden.
Ex-Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (l.) und Ex-Trainer Josep "Pep" Guardiola (Archivbild): Richtig warm miteinander wurden Coach und Mannschaftsarzt nie, letztendlich befürwortet Guardiola 2015 den Rauswurf des Orthopäden. (Quelle: imago sportfotodienst/imago)

Mehr als 40 Jahre war der Orthopäde Mannschaftsarzt beim FC Bayern und ist über seinen Rauswurf immer noch sauer. In einer Doku macht er seinem Frust Luft.

Der TV-Sender Sky hat eine Dokumentation über Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt veröffentlicht. In "Müller-Wohlfahrt – Der Arzt der Champions" spricht der 84-jährige Münchner Orthopäde über den Bruch mit dem FC Bayern München und erhebt Vorwürfe gegen Vereinsverantwortliche.

Zum offenen Konflikt kam es im April 2015. Nach einer Verletztenmisere wurde Müller-Wohlfahrt und seinem Stab das 1:3 im Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel in Porto angelastet. Er sagt über Trainer Pep Guardiola: "Ich musste am eigenen Leibe erfahren, dass dieser Trainer mich nicht mag und mir das Handwerk schwer machen wird." Der frühere Nationalspieler Paul Breitner erklärt in der Doku die damalige Mentalität spanischer Trainer: "Der Mister entscheidet, wann ein Spieler gesund ist und wann nicht."

Zwei Jahre nach dem Rauswurf kehrt Müller-Wohlfahrt zurück

Auch die Vereinsführung nimmt Müller-Wohlfahrt in die Pflicht. Den Vereinsverantwortlichen, darunter Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, macht er bis heute Vorwürfe: "Man hätte mich von Vereinsseite, für den ich über 40 Jahre immer da war und auch erfolgreich war, mehr unterstützen können. Das ist nicht geschehen, nicht passiert." Und weiter: "Die Enttäuschung war personenbezogen, ich merkte, mir hilft keiner. Aber ich hänge am Verein. Bayern-Fan bleibe ich ein Leben lang."

Uli Hoeneß (r.) und Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt im Münchner Olympiastadion (Archivbild): Auf Betreiben des heutigen Ehrenpräsidenten kehrte der Orthopäde 2017 noch einmal als Mannschaftsarzt zu den Bayern zurück.
Uli Hoeneß (r.) und Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt im Münchner Olympiastadion (Archivbild): Auf Betreiben des heutigen Ehrenpräsidenten kehrte der Orthopäde 2017 noch einmal als Mannschaftsarzt zu den Bayern zurück. (Quelle: imago sportfotodienst/imago)

Nach Guardiolas Abschied 2017 kehrte Müller-Wohlfahrt noch einmal als Mannschaftsarzt an die Säbener Straße zurück. Dem Spanier würde er trotz allem helfen: "Ich würde nicht Nein sagen. Aber ich würde die Gelegenheit nutzen, um über meine Medizin zu sprechen, über meine Entwicklung und meine Erfolge, um ihn letztendlich doch zu überzeugen."

Müller-Wohlfahrt arbeitet ausschließlich mit geschlossenen Augen

Die Doku bleibt aber nicht beim Bayern-Kapitel stehen, sondern zeigt auch Müller-Wohlfahrts Alltag. Seine Praxis liegt im Herzen Münchens, das Behandlungszimmer wirkt wie eine Sammlung aus dem Spitzensport: In den Regalen stehen goldene Spikes von Usain Bolt und Boxhandschuhe von Wladimir Klitschko, an den Wänden hängen Trikots von Stabhochspringer Mondo Duplantis und Eishockey-Star Sidney Crosby. Auch eine Zeichnung mit Widmung von U2-Frontmann Bono ist dort zu sehen.

Müller-Wohlfahrt beschreibt seine Untersuchungsmethode so: "Ich versinke in der Anatomie. Ich sehe keine Haut. Ich sehe auch keine Faszie. Ich fühle in den Körper hinein und sehe wie in einem Anatomiebuch die Muskeln, die Trennlinien." Er arbeite dabei ausschließlich mit geschlossenen Augen, ohne Geräusche oder Ablenkung. Seit Jahrzehnten setzt er zudem das aus Kälberblut gewonnene Serum Actovegin ein, das er als "das Mittel der Wahl bei Muskelverletzungen" bezeichnet, obwohl es in der Medizin nicht unumstritten ist.

Müller-Wohlfahrt stieß in der Fachwelt lange auf Widerstand

Mehrere prominente Patienten kommen zu Wort und loben seinen Ansatz. Sänger Peter Maffay sagt über ihn: "Seine Instrumente sind der Kopf, das Herz und die Hände." Fußball-Legende Lothar Matthäus attestiert ihm: "Er hat Magie in seinen Fingern." Und Usain Bolt formuliert es so: "Ich habe das Geschenk des Rennens bekommen, er des Heilens."

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