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Tennisstars am Limit - außer bei Millionengagen?
Topspieler wie Alexander Zverev klagen über Reisestrapazen und einen vollen Kalender. Warum sich das Problem kaum lösen lässt und ein lukratives Showturnier einen faden Beigeschmack hinterlässt.
Von Perth nach Melbourne, weiter nach Mexiko, durch die USA und quer durch Europa bis nach China: Alexander Zverev hat in diesem Jahr eine Weltreise im Eiltempo absolviert. Rund 68.000 Kilometer Luftlinie liegen allein zwischen seinen bisherigen 21 Spielorten - das entspricht mehr als eineinhalb Erdumrundungen.
Der Weltranglistenerste ist wie ein Großteil des Tennistrosses ständig unterwegs, wechselt zwischen Kontinenten und Zeitzonen und klagt zunehmend über die Strapazen des überfüllten Turnierkalenders. "Ich bin der Meinung, dass es leider in die falsche Richtung geht für uns. Wir sollten zwei, drei Wochen weniger spielen, um unserem Körper die Chance zu geben, sich auszuruhen", forderte Zverev zuletzt in Wien.
Seine Landsfrau Laura Siegemund bezeichnete das Reisen im ZDF-"Sportstudio" als eine "der größten Belastungen". Hinzu kämen die häufigen Wechsel zwischen Zeitzonen und Klimabedingungen. "Kontinentensprünge" nannte Siegemund das kräftezehrende Hopping um den Globus.
Der eng getaktete Turnierkalender nimmt immer mehr Zeit in Anspruch. Vor allem die großen Masters-Turniere wurden in den vergangenen Jahren verlängert. Während 2022 nur zwei der neun Veranstaltungen knapp zwei Wochen dauerten, sind es mittlerweile sieben.
Dass die Profis dennoch von Turnier zu Turnier hetzen, liegt auch am System. Neben hohen Preisgeldern geht es um wertvolle Weltranglistenpunkte. Diese fallen nach 52 Wochen aus der Wertung und müssen durch neue Erfolge ersetzt werden. Wer längere Pausen einlegt, riskiert deshalb, im Ranking abzurutschen.
Die Platzierung entscheidet wiederum über die direkte Teilnahme an großen Turnieren oder den Umweg über die Qualifikation. Zudem müssen Topprofis bestimmte Turniere spielen. Ein Kreislauf, der längere Auszeiten erschwert.
Die ATP verteidigte die Entwicklung bereits im vergangenen Jahr. Präsident Andrea Gaudenzi verwies darauf, dass die Profis ihre Turnierpläne grundsätzlich selbst bestimmen könnten. Zugleich räumte er die hohe Belastung ein und stellte eine längere Winterpause in Aussicht. Die Ausweitung der Masters-Turniere begründete er mit steigenden Einnahmen, von denen auch die Spieler profitierten. Zverev etwa kassierte in diesem Jahr bislang knapp 14 Millionen Euro brutto an Preisgeld.