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Vincent Kompanys Kollaps löst eine Welle der Anteilnahme in der Fußball-Welt aus. Auch die Frage, ob das Pensum des Trainer-Jobs zu groß ist, wird gestellt. Matthias Sammer findet das heuchlerisch und kritisiert die deutschen Klubs.
Matthias Sammer sieht die Trainer im deutschen Fußball, speziell auf Klubebene, nicht ausreichend gewertschätzt. "Der Trainer ist keine Respektperson mehr. In England heißt er Boss, in Brasilien Professor, in Italien ist es Mister - und ich habe immer gesagt: Bei uns ist er der Volltrottel", sagte der Europameister von 1996 im Interview mit RTL/ntv und Sky.
Hintergrund ist der Zusammenbruch von Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany vergangene Woche und die dadurch ausgelöste Debatte, ob sich die Trainer zu viel zumuten (müssen). "Unsere Trainer sind auch nur Menschen. Und mein Gedanke war: Jetzt passiert eine Anteilnahme, die ekelt mich ein Stück weit an", holte Sammer aus: "Denn: Wie viele Menschen da draußen erleben aktuell vielleicht Ähnliches mit einem Virus, mit einem Zusammenbruch, mit Krankheit, in der Hoffnung, dass das alles nichts Schlimmes ist. Aber wir gehen davon aus, der Trainer von Bayern München hat gefälligst immer gesund zu sein."
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FußballAuch "Menschen wie Kompany, wie Niko Kovač, wie Jürgen Klopp" seien "verletzlich und können mal krank werden. Aber wir tun gerade so, dass das eigentlich nicht geht. Dann sind wir betroffen", kritisierte der Berater von Borussia Dortmund den Umgang mit dem Fall Kompany. "Wir arbeiten uns viel zu sehr an Trainern ab und sind dann plötzlich echauffiert, dass da mal einer umkippen kann, dass es dem nicht so gut geht." Er habe schon immer das Gefühl gehabt, dass man die "Einsamkeit und Verantwortung" der Trainer benennen müsse. Nun sei ein Punkt erreicht, wo die Vereine "intern" die Trainer "besser schützten" müssten.
Sammer äußerte sich auch zum Ballon-d'Or-Erfolg von Bayerns Stürmerstar Harrry Kane. Für die Bundesliga sei die Wahl "fantastisch", sagte der Weltfußballer von 1996, ließ aber durchblicken, dass der Engländer bei der "subjektiven Wahl" bei ihm nicht unbedingt ganz oben auf dem Zettel stand. "Mein persönlicher Gedankengang ist, wenn du alle vier Jahre eine Weltmeisterschaft hast, dass ich möglicherweise einen Weltmeister oder einen Champions-League-Sieger mit überragender individueller Qualität damit in Verbindung gebracht hätte. Dazu stehe ich auch." Auf der anderen Seite sei Kane auch ohne den ganz großen Titel in der Vorsaison "so gut, dass es allemal verdient ist".
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Die Rivalen FC Bayern und Borussia Dortmund sieht Sammer vor dem Bundesliga-Klassiker am Samstag (18.30 Uhr, live bei Sky Sport und im Ticker von ntv.de) nicht annähernd auf Augenhöhe. "Bayern München wird am Samstag beantworten, nur Bayern München und nicht Borussia Dortmund, ob sie dieses Spiel gewinnen oder nicht gewinnen, weil sie so viel besser sind als alle anderen Mannschaften in Deutschland", betonte der 59-Jährige: "Natürlich will Borussia Dortmund am Samstag dieses Spiel gewinnen. Die geistige Einstellung, das tun zu wollen, ist zu 100 Prozent gegeben. Aber das ist, wie wenn ich jetzt mit meinem Knie einen Marathon laufen möchte, dann kann ich mir vornehmen, das unbedingt zu wollen. Es geht nicht. Es geht gesundheitlich nicht. Es geht vom Training nicht. Die Qualität meiner Ausdauer reicht nicht dazu. Ich will damit sagen: Bayern München ist so weit qualitativ den anderen Mannschaften in Deutschland entrückt."
Verwendete Quellen: ntv.de, mar