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FC Bayern: Joshua Kimmich hat den Münchnern gefehlt – die Erkenntnisse zum 2:1-Sieg in Mainz

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FC Bayern: Lennart Karl trotzt Kritik! Aaron Danks reagiert

Videoclip • 01:01 Min

Mit einem 2:1 in Mainz sendet der FC Bayern ein Signal an die Konkurrenz. Die Erkenntnisse zum Auswärtssieg.

Der FC Bayern bleibt auch in der Länderspielpause Tabellenführer der Bundesliga. Zu verdanken hat er das einem guten Auftritt in Mainz.

Beim FSV gewann der Rekordmeister mit 2:1. Drei Punkte sind für den FCB mittlerweile so etwas wie Alltag. In Mainz aber taten sich die Münchner zuletzt häufig schwer.

In den sechs Bundesliga-Spielen dort gab es zuvor vier Niederlagen. Vor allem in Dortmund wird man auf die fünfte gehofft haben. ran hat die wichtigsten Erkenntnisse zum Auswärtssieg der Münchner.

FC Bayern sendet deutliches Signal an die Konkurrenz

Am wichtigsten dürfte das Signal an die Konkurrenz gewesen sein. Personalsituation, Belastung, besondere Umstände wie bei Vincent Kompany – den Bayern war in den letzten Wochen anzumerken, dass sie nicht ganz auf der Höhe sind.

Und trotzdem holen sie Ergebnisse, sind nach wie vor ungeschlagen in allen Wettbewerben. Trotzdem reicht es für die Konkurrenz nicht, um bisher an ihnen vorbeizuziehen. Mit dem Wissen, dass die Bayern in den kommenden Monaten wohl eher wieder stärker werden als schwächer, muss das zermürbend sein.

Selbst in Mainz, wo man oft nicht gut aussah, nach einem schweren Spiel in Madrid unter der Woche, gewinnen sie mehr oder weniger souverän. Ja, zwar mit kurzen unruhigen Phasen, aber insgesamt eben doch souverän. Wie ein Deutscher Meister eben spielt. Die Tabelle mag im Moment eng sein, aber echte Hoffnung auf einen spannenden Titelkampf macht all das nicht.

Harry Kane spielt eine komische Saison

Auch auf personeller Ebene gibt es paradoxe Situationen – beispielsweise bei Harry Kane. Der Engländer hat auch deshalb den Ballon d'Or gewonnen, weil er in der vergangenen Saison getroffen hat, wie er will. In dieser Saison hingegen stottert der Motor etwas.

In der Bundesliga hat er erst vier Tore geschossen. Aber: Kane kommt auch schon auf sieben Assists. Nur einer fehlt ihm damit, um seinen bisherigen Saisonrekord für die Bayern einzustellen.

Kane ist in keiner Formkrise. Dafür spielt er zu gut. Ob Torschussvorlagen oder Verlagerungen – sein Spiel ist genauso spektakulär wie immer. Aber: Auch in Mainz vergab er einige Chancen. Darunter auch große Chancen. Untypisch für ihn.

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Jonathan Tah kämpft – und sieht wieder unglücklich aus

Untypisch ist auch die bisherige Saison von Jonathan Tah. Der Innenverteidiger ist noch nicht richtig in der Saison angekommen. Auch beim einzigen Gegentor der Bayern in Mainz sah er wieder nicht gut aus. Bei einer Flanke verlor er den Kontakt zu Phillip Tietz. Kein grober Fehler, aber eine Nachlässigkeit.

Was besonders bitter ist, weil Tah zuvor ein ordentliches Spiel machte und stabiler wirkte als in den Vorwochen. Der letzte Eindruck aber ist: Trotz Kampf gelingt es ihm noch nicht, sich aus der kleinen Formkrise zu befreien.

Boey, Ito und Davies statt Binder

Einer der kleinen Bayern-Verlierer dieses Spiels ist Tim Binder. Nach starken Leistungen zuletzt hat er sich zurück in den Profikader gespielt. Mit all den Verletzungen bestand Hoffnung für ihn, dass er in Mainz auf Minuten kommt.

Zumal Aaron Danks angekündigt hatte, dass Alphonso Davies keine 90 Minuten spielen kann. Nachdem das erste Wechselfenster durch die Verletzung von Manuel Neuer bereits früh aufgebraucht wurde, brachte das Trainerteam erstmal Tom Bischof und Davies. Erst spät folgten zwei weitere Wechsel.

Für Binder gab es keine Minuten. Stattdessen kamen Sacha Boey und Hiroki Ito. Nachvollziehbar ist die Entscheidung in einem sehr engen Spiel allemal. Und doch war die Hoffnung bei vielen Talenten da, dass die vielen optimistischen Aussagen zum Campus von Max Eberl gerade jetzt in dieser Phase in Taten umgesetzt werden.

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Lennart Karl bestätigt seine Leistung

Worte gab es von Lennart Karl zuletzt wenige, dafür aber Taten. Der 18-Jährige hat so auf die Kritik an ihm reagiert, wie man es sich in München wünscht: Mit fußballerischer Leistung. In der ersten Halbzeit zeigte er sich erneut stark im Pressing und bereitete zahlreiche gute Chancen vor oder leitete sie mit ein.

Nur einmal ließ er sein sonst so großes Selbstvertrauen etwas vermissen: Als er in der ersten Halbzeit aus bester Position nochmal querlegen wollte und an einem Mainzer hängen blieb. Trotzdem war es abermals eine sehr gute Leistung des Linksfußes.

Nathaniel Brown: Fluch und Segen der Flexibilität

In der Offensive rückte Nathaniel Brown derweil in die Startelf. Der ehemalige Frankfurter machte auf dem linken Flügel einen bemühten Eindruck und kam damit schon auf der vierten Position in dieser Saison zum Einsatz.

Links hat er jetzt alles gespielt, rechts agierte er schon in der Abwehrkette und dann lief er noch auf der Zehn auf. Mit seinen Fähigkeiten füllt er die Lücke, die Raphael Guerreiro hinterlassen hat. So viele Rollen auf hohem Niveau bekleiden zu können, ist eine wichtige Qualität.

Gleichzeitig tut er sich schwer damit, sich klar zu empfehlen. Auch in Mainz war er wieder gut, aber nicht herausragend gut. Eine feste Position wäre für den 23-Jährigen womöglich hilfreicher, um Fuß zu fassen. Andererseits kann er gerade wegen seiner Flexibilität so viele Minuten sammeln.

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Joshua Kimmich hat dem Team gefehlt

Eine recht große Erkenntnis aus diesem Spiel und auch aus dem in Madrid ist: Joshua Kimmich ist der klare Anführer dieses Teams. Das hat man gemerkt, als er nicht da war und das Bayern-Spiel ein bisschen holpriger wurde.

Man hat es aber vor allem in den beiden Auswärtsspielen gesehen, in denen er zuletzt wieder dabei war. In Madrid war er ebenso Dreh- und Angelpunkt wie jetzt in Mainz. Sein Tor war natürlich so sehenswert wie wichtig. Aber auch darüber hinaus übernahm er gewohnt die Verantwortung. 91 seiner 98 Pässe kamen laut "Fotmob" an, zwei Chancen spielte er heraus und eine Großchance. Defensiv gewann er sieben seiner acht Bodenzweikämpfe.

Dass das Gegentor fiel, nachdem er ausgewechselt wurde, sollte man nicht überhöhen. Und doch passt es irgendwie ins Bild. Es ist bemerkenswert, wie stark Kimmich nach der privaten Tragödie zurückgekommen ist und wie er sofort wieder da anknüpft, wo er zuvor aufgehört hat.

Manchmal wird ihm ja vorgeworfen, das Gesicht einer gescheiterten Generation zu sein – vor allem beim DFB. Einer, der gern anführen würde, es aber nicht könne. So zumindest seine schärfsten Kritiker. Mehr Führungsqualität als er in den letzten Tagen gezeigt hat, gibt es aber wohl kaum.

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