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Wer beginnt und wer fehlt? Vor dem Ligaspiel gegen Frankfurt muss HSV-Trainer Merlin Polzin im Sturm und in der Abwehr wichtige Personalentscheidungen treffen.
Es hat sich nicht viel verändert an der Personallage beim HSV im Laufe der Frankfurt-Woche. Wer nach der Pokalniederlage gegen die Eintracht (1:3) auch beim Ligaspiel am Sonntag (17.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) definitiv fehlt, war bekannt: Nicolai Remberg, Yussuf Poulsen, Nicolás Capaldo, Fábio Vieira und Bilal Nadir. Bei Sebastiaan Bornauw gibt es nach dessen Crash mit SGE-Torwart Noah Atubolu laut Merlin Polzin nun doch ein kleines Fragezeichen. Und er muss eine weitere Startelf-Frage beantworten – sie betrifft den Sturm.
Terem Moffi sammelte am Dienstagabend so viele Spielminuten wie noch nie bei einem Pflichtspiel im HSV-Trikot: Es waren 82. Vor seiner Auswechslung hatte er per Abstauber getroffen (78.) – nach einem Schuss von Patson Daka, den Atubolo nicht festhalten konnte. Moffi und Daka, der Nigerianer und der nach einem Muskelfaseriss zurückgekehrte Sambier, standen im DFB-Pokal zumindest kurz gemeinsam auf dem Platz. Und kommenden Sonntag?
„Patson ist bereit, hat Bock auf mehr“, sagt Polzin über Daka. „Ich glaube, er hat auch in den Minuten, in denen er auf dem Platz stand, gezeigt, dass er auf jeden Fall mehr will, mehr kann. Er war total spritzig unterwegs in jeder seiner Aktionen.“ Einerseits muss der HSV aufpassen, dem 28-Jährigen nach dessen mehrwöchigem Ausfall nicht direkt wieder zu viel Einsatzzeit zuzumuten. Andererseits war es bei Daka „nur“ ein kleiner Muskelfaserriss, der ihn stoppte.
Albert Grønbæk hatte zuletzt die gleiche Blessur, feierte als Joker gegen Stuttgart (1:0) und in Paderborn (0:1) sein Comeback und stand gegen Frankfurt erstmals wieder in der Startelf. Ob es bei Daka sogar einen Schritt schneller geht, hängt davon ab, welche taktische Ausrichtung die HSV-Trainer für Sonntag wählen – und davon, wie Moffi den Pokalauftritt verkraftet hat.
Der 27-Jährige hat bislang kein Pflichtspiel verpasst, allerdings vorgeschädigte Knie, weshalb der HSV die Belastung bei ihm steuern muss. Wäre sein zweiter Startelfeinsatz innerhalb von sechs Tagen risikolos möglich? Offenbar schon. Denn Polzin erläutert: „Terem hat normal mittrainiert, er steht also voll im Saft. Er will der Mannschaft am Sonntag auf jeden Fall helfen, will starten und Gas geben. Das ist definitiv eine schöne Nachricht im Moment, dass die Jungs gerade in der Offensive trotz des Ausfalls von Yussi und Fábio einfach bereit sind.“
Das zentrale Mittelfeld bildeten zuletzt Albert Sambi Lokonga, Miro Muheim und Martin Adeline. Sollte Polzin an dieser Anordnung festhalten und zudem an Zehner Grønbæk, stellt sich die Frage: Daka oder Moffi in der Startelf? Dem anderen Angreifer bliebe die Jokerrolle.
Bei Bornauw hofft Polzin auf den avisierten Platz in der Anfangsformation. Der Belgier konnte sich am Freitag, drei Tage nach dem schmerzhaften Kopftreffer, mit dem Team aufwärmen, übte anschließend kurz individuell weiter. Noch lässt der HSV bei Bornauw Vorsicht walten.
Ein Kieferbruch wurde bei dem Abwehrchef schnell ausgeschlossen, starke Schmerzen soll er auch nicht mehr haben. Polzin erklärt aber: „Bei Seb geht es eher darum, dass er aufgrund seiner Art und Weise, Fußball zu spielen, und aufgrund seiner Position in viele Duelle geht, in viele Zweikämpfe auch in der Luft. Da wollen wir absolut sicher sein, dass er sich gut fühlt.“
Das ist grundsätzlich der Fall. Andernfalls hätte Bornauw von den Ärzten nicht die Erlaubnis erhalten, auf den Trainingsplatz zurückzukehren. Der 27-Jährige will unbedingt spielen. Und Polzin hofft, dass aus dem Fragezeichen nach der Abschlusseinheit am Samstag endgültig „ein Ausrufezeichen“ wird. Dann würde Bornauw wohl mit Rückkehrer Jordan Torunarigha und Warmed Omari die Dreierkette bilden. Sollte die Leeds-Leihgabe wider Erwarten ausfallen, könnte Torunarigha im Abwehrzentrum starten – und Shafiq Nandja bliebe in der Startelf.