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Es herbstelte am Samstagnachmittag beim FC Pipinsried. Die Leistung der Gelb-Blauen im Heimspiel gegen den TSV Kottern: passend zum tristen Oktobergrau im Dachauer Hinterland. Dass es am Ende trotzdem noch zu einem 2:2 (1:2)-Unentschieden reichte, die Hausherren durften darüber heilfroh sein.
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„Mehr war diesmal nicht drin, das müssen wir leider so akzeptieren“, bestätigt FCP-Cheftrainer Roman Langer. Und hierüber sei er schon enttäuscht, das gibt der 36-Jährige unverblümt zu. Nichtsdestotrotz führen die Pipinsrieder das Klassement der Bayernliga Süd auch nach dem 15. Spieltag noch sensationell an, sind zudem zu Hause weiterhin ungeschlagen.
Dass Letzteres so ist, hing am Samstag am seidenen Faden. So fiel der 2:2-Ausgleich der Gelb-Blauen erst in der 88. Minute – noch dazu durch einen abgefälschten Freistoß aus 18 Metern Torentfernung. „Das war das verdiente Dusel eines Spitzenreiters“, sagt Kotterns Chefcoach Andreas Maier: „Trotzdem bin ich total stolz auf meine Truppe. Wir wollten für die Pipinsrieder ein ekeliger, widerlicher, starker Gegner sein. Und das, so glaube ich, ist uns gut gelungen. Wir lieferten ein richtig starkes Auswärtsspiel ab.“
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Langer kann da nur zustimmend nicken – um dann seinen Blick wieder auf die eigenen Jungs zu richten. „Wir hatten viel zu viele Stockfehler, viel zu viele Passfehler in unserem Spiel. Und weil wir so schlampig agierten, mussten wir immer wieder unnötig in Zweikämpfe gehen“, kritisiert der 36-Jährige. Dabei hatte er seine Mannen eindringlich vor dem zwölftplatzierten TSV Kottern gewarnt. Hatte gebetsmühlenhaft darauf hingewiesen, dass die Allgäuer zuvor viermal in Folge ohne Niederlage geblieben waren und hierbei insgesamt nur ein Gegentor kassiert hatten.
Vielleicht begann die Partie dann einfach zu gut für die Pipinsrieder. So waren nach dem Anpfiff noch keine 13 Minuten vergangen, als Alexander Seifert nach weitem Pass von Matthias Roithmayr sowie bösem Schnitzer von Kotterns Kanta Watari ungestört zum 1:0 einnetzte. Eine frühe Führung gegen offensivschwache Gäste (zuvor erst zwölf Tore in 14 Spielen), das schien doch schon die halbe Miete zu sein –, dachten wohl die meisten der offiziell 357 Zuschauer. Und insgeheim taten es wohl auch einige Akteure im FCP-Team – denn von ihnen kam in der ersten Halbzeit so gut wie nichts mehr. Ein starker Distanzschuss noch von Mhammed Sanawar, den TSV-Keeper Benjamin Frick sensationell zur Ecke parierte (20.) – das wars bereits, was die Gelb-Blauen vor dem Pausenpfiff an Nennenswertem zustande brachten.
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Wenn sie dann wenigstens in der Defensive konzentriert gearbeitet hätten. Aber nichts da. Zunächst durfte Noah Hackenschmidt nach Steckpass von Watari ungehindert zum Ausgleich einschießen (41.) – und nur fünf Minuten später sorgte Musa Youssef nach gewonnenem Laufduell mit Benedikt Lobenhofer sogar für die Kotterner 2:1-Führung (45.+1). Die von Maier zuvor ausgegebene TSV-Marschroute, nach eigenem Ballbesitz schnell in die Tiefe zu spielen, ging dadurch komplett auf. Langer hingegen bleibt nur die bittere Erkenntnis: „Wir haben die erste Halbzeit schlichtweg hergeschenkt.“
Aber dass er Rückstände aufholen, dass er Spiele komplett drehen kann, das hatte der FCP ja schon mehrfach bewiesen. Also hofften die Pipinsrieder Fans auch diesmal auf eine klare Steigerung der Ihren nach dem Seitenwechsel – um da dann weiterhin enttäuscht zu werden. Zugegeben: Die Langer-Elf wirkte bemüht, ließ sich keinesfalls hängen. „Aber wir agierten auch in der zweiten Halbzeit wieder zu unsauber“, muss der Chefcoach der Gelb-Blauen zugeben: „Wir hatten diesmal zu viele Spieler in unseren Reihen, die nicht an ihr gewohntes Niveau herankamen.“
Prompt dauerte es bis in die Schlussphase, ehe die Hausherren endlich zu klaren Einschussmöglichkeiten kamen. So schraubte sich Florian Gebert nach Flanke von Sanawar unwiderstehlich in die Höhe – um dann mit viel Pech nur die Querlatte zu treffen (81.). Vier Minuten später wars dann der eingewechselte Jusuf Amdouni, der die FCP-Fans um ein Haar zum Jubeln brachte – aber sein Schuss aus kurzer Distanz nach feinem Solo wurde von Kotterns Micha Bareis doch noch irgendwie von der Torlinie befördert.
Und dann kam eben der bereits erwähnte Freistoß in der 88. Minute. Benjamin Krist nahm sich dem an – und jagte ihn, von einem Kotterner Feldspieler unhaltbar für Frick abgefälscht, zum 2:2 in die Maschen. Ausgerechnet Krist, der in seinen 42 vorherigen Bayernligapartien für die Gelb-Blauen noch keinen einzigen Treffer erzielt hatte. Stolze 1113 Tage waren seit seinem zuvor letzten Punktspieltor vergangen – damals noch erzielt als Spieler des TSV Rain am Lech, bei einem 2:1-Auswärtserfolg in Deisenhofen.
Dass ausgerechnet ihm jetzt der wichtige 2:2-Ausgleich gelang, irgendwie freute sich jeder mit dem 22-Jährigen. Zumal er wie kaum ein anderer die neue Pipinsrieder Marschroute verkörpert, vor allem auf junge Kräfte setzen zu wollen. So darf Krist aktuell von sich behaupten, in der laufenden Saison die meisten Bayernligaminuten aller Feldspieler des FC Pipinsried absolviert zu haben (1251 von 1350 möglichen). Nur Keeper Enrique Bösl (1350 von 1350) stand noch länger auf dem Platz.
Weiter geht es für die Pipinsrieder bereits am Freitagabend, wenn sie in der Grünwalder Straße beim TSV 1860 München II zu Gast sind (Anstoß um 19 Uhr). Spätestens dann dürfte das magere Remis gegen TSV Kottern endgültig abgehakt sein.
FC Pipinsried: Bösl – Krist, Lobenhofer, Reithmeir, Sanawar (82. Neisser) – Roithmayr (46. Amdouni), Weihrauch, Ullmann (69. Ullmann), Petkovic (69. Anyaonu) – Gebert, Seifert.
Tore: 1:0 Seifert (13.), 1:1 Hackenschmidt (41.), 1:2 Youssef (45.+1), 2:2 Krist (88.) – Schiedsrichter: Putz (Perlesreut) – Zuschauer: 357.