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Rang 15 und somit kein Abstiegsplatz, aber die Kurve zeigt nach unten. Die viertbeste Abwehr der Liga, aber selbst die wenigsten Tore erzielt. Ein Trainer, dessen fußballerisches Konzept den Aufstieg brachte, aber sich in der Bundesliga noch bewähren muss. Ein Kapitän, der als unangefochtene Führungspersönlichkeit gilt, aber seine Kollegen heftig anzählt. So ist der aktuelle Stand beim FC Schalke 04.
Es zeichnet sich nach den ersten sechs Bundesliga-Spielen ein sehr ambivalentes Bild. Eins, das vielerorts durchzogen wird von Sorgen, die den Verein nach Monaten der Euphorie begleiten. Nichts Neues auf Schalke. Doch immer wieder lohnt sich die Differenzierung, um zu verstehen, welche Sorgen angebracht sind und welche nicht.
📌 Schalkes Tabellensituation
Ergebnistechnisch ist Muslics Mannschaft nichts vorzuwerfen. Sechs Spiele, davon vier gegen aktuelle Top-Sechs-Teams (ja, dazu zählt auch die SV Elversberg). Dass S04 mit fünf Punkten dasteht, ist genau im Soll. So hält man die Klasse. Ebenso wie mit dieser Defensive.
Das Erfolgsrezept der letzten Saison funktioniert auch eine Klasse höher. Das ist zum einen Spielern wie Hasan Kurucay oder Nikola Katic zu verdanken, die sich erst auf Bundesliga-Niveau beweisen mussten, und andererseits dem Konzept des Trainers. Doch dass Königsblau die Stabilität des letzten Jahres in die Bundesliga übernimmt, glättet nur einen Teil der Sorgenfalten.
Denn so groß das Vertrauen in die defensive Arbeit von Miron Muslic, so gering ist bei vielen Fans die Überzeugung in den Schalker Angriff. Egal ob Dzeko, Adamu, Sylla oder Hwang. Die Schalker Stürmer treffen nicht. Und dabei müssten sie das gar nicht so oft tun.
Der Großteil der Spiele wird in der Bundesliga, ebenso wie in der vergangenen Zweitliga-Saison, durch ein Tor gewonnen oder verloren werden. Dafür sorgt die angesprochene kompakte Defensive. Auf der anderen Seite wird das fußballerische Konzept, mit dem Schalke in die Saison gestartet ist, auch nicht viele Torraumszenen hergeben. Auch für viele ein Grund zur Sorge – erstmal unbegründet.
Diese auf defensive Stabilität und Umschaltmomente ausgerichtete Spielweise hat schon viele Teams in der Bundesliga gehalten. Dennoch braucht es Knipser, die die wenigen Möglichkeiten eiskalt ausnutzen. Dabei sind alle Offensiv-Akteure gefordert. Weiß auch ihr Kapitän. Der nach dem Mainz-Spiel sicher bewusst sehr deutliche Worte über die Leistung seiner Mannschaft verliert.
Gerade dieses „Zweikampfverhalten“ kritisierte Karaman als „unterirdisch“. Ein Weckruf, den es gebraucht hat. So sollten die Worte des Kapitäns nicht als Bruch in der Mannschaft, sondern als klare Kommunikation eines Führungsspielers gedeutet werden. Auch von Muslic gab es dafür Zuspruch.
Fasst man zusammen, steht auf Schalke eine defensiv gut eingestellte Mannschaft, die klaren Hierarchien und einem genauen Konzept ihres Trainers folgt. Das darf Mut machen. Dieses Konstrukt zeigt bereits, dass S04 ergebnistechnisch für die Bundesliga gewappnet ist.
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Sorgen bereitet der Schwachpunkt dieses Systems. Aktuell ist Schalkes Offensive nicht in der Lage, aus den wenigen Chancen ein entscheidendes Tor herauszuschlagen, das über Sieg, Unentschieden oder Niederlage entscheidet. So ist es „nur“ ein Aspekt, der wirklich Sorgen bereiten sollte – dafür ein großer. Denn scheitert hier eine Entwicklung, bricht Schalkes gesamtes Konzept für die Bundesliga zusammen.