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Mahnendes Beispiel für Gladbach: Die erschreckenden Parallelen zum Schalke-Absturz
Tim Kleindienst schaut enttäuscht.
Das heutige Gladbach und das Schalke 04 von 20/21 weisen einige Gemeinsamkeiten auf.

Die Horrorsaison von Borussia Mönchengladbach setzt sich fort. Mit null Punkten aus sechs Spielen liegen die Fohlen bereits abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Die Abstiegsangst geht um am Niederrhein. Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt: Die Entwicklung kommt nicht völlig überraschend.

Besonders erschreckend sind dabei die Parallelen zum Absturz, den einst der FC Schalke 04 in der Saison 20/21 erlitt. Am Ende stand für die Knappen der undenkbare Bundesliga-Abstieg nach über 30 Jahren in Liga 1. Ein mahnendes Beispiel für Borussia Mönchengladbach.

📌 Der historische Fehlstart

Gladbach: Der Absturz begann schon vorher

Eine der gravierendsten Parallelen: Die sportliche Bruchlandung beider Vereine bahnte über einen längeren Zeitraum an. Schalke hatte 2019 noch im Champions-League-Achtelfinale gestanden. Zwei Niederlagen gegen Manchester City besiegelten den bis heute letzten internationalen Auftritt. Zwei Jahre später stiegen die Knappen sang- und klanglos ab. Erst verpasste man das internationale Geschäft, dann wurde man in der Tabelle immer weiter durchgereicht. Bereits in der Vor-Abstiegssaison blieb man 16 Spiele nacheinander ohne Sieg. Eine Serie, die man in der Abstiegssaison dann auf 30 Spiele am Stück ausbaute. Der erste Saisonsieg kam viel zu spät.

Auch das Tabellenende ist nicht neu für die Borussia. Hier fand sich die Mannschaft bereits nach dem achten Spieltag der letzten Saison wieder. Letztlich gelang zwar der Klassenerhalt, doch der schrittweise Absturz über die letzten Jahre ist nicht von der Hand zu weisen und könnte in diesem Jahr den traurigen Tiefpunkt finden.

Misserfolg bringt Geldsorgen

Eng mit dem sportlichen Misserfolg ist die zweite Gemeinsamkeit verbunden: Geldsorgen. Nun muss man fairerweise sagen, dass Schalke zum Zeitpunkt des Abstiegs stark überschuldet war und die Auswirkungen der Corona-Pandemie beinahe den gesamten Verein in die Knie gezwungen hätten.

So dramatisch ist es in Gladbach nicht. Der Klub verfügt weiterhin über ein positives Eigenkapital. Dennoch verzeichnete man in den vergangenen Jahren heftige Verluste, die auch auf ausbleibende Einnahmen wegen des sportlichen Absturzes zurückzuführen sind.

In der Konsequenz ist weniger Geld für die Mannschaft da. Seit Jahren muss der VfL seine besten Spieler verkaufen oder ohne Gegenwert ziehen lassen. Das war und ist bis heute auch in Gelsenkirchen der Fall. Das jüngste Borussen-Beispiel ist Rocco Reitz. Doch ohne bleibende Führungsspieler und Stars wird es nur noch schwerer, erfolgreich zu sein.

Rumoren in der Kabine

Und wie sieht es in der Kabine aus? Schalkes Abstiegssaison war neben dem Platz gezeichnet von Skandalen. Vedad Ibisevic, Nabil Bentaleb und Amine Harit wurden suspendiert. Zudem zettelten die Spieler in der Rückrunde eine Revolte gegen den damaligen Trainer Christian Gross an, der kurz darauf ersetzt wurde.

Auch die Tatsache, dass bereits jetzt der zweite Trainer der Saison am Ruder ist, erinnert an das Schalke von vor sechs Jahren. Damals sollten insgesamt fünf Trainer in einer Saison das Schiff wieder auf Kurs bringen, was bekanntermaßen misslang. Bei den Gladbachern ist der Effekt des ersten Trainerwechsels bereits verpufft, Alexander Blessin wird zeitnah Zählbares liefern müssen. Sonst könnte die größte Parallele zwischen beiden Klubs am Ende der Saison der Abstieg in die 2. Liga sein.

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