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Der FC Phönix Schleißheim zieht seine A-Jugend aus dem Spielbetrieb zurück. Der Grund: wiederholte Gewalt, Drohungen und Respektlosigkeit.
Oberschleißheim – Schlägereien auf dem Platz, Drohungen vom Spielfeldrand, Respektlosigkeit gegenüber Schiedsrichtern und Trainern: Beim FC Phönix Schleißheim hat die Vereinsführung die Reißleine gezogen und die komplette U19-Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet. Wie Merkur-Reporter Quirin Wullrich berichtet, sprach der Verein in einer Stellungnahme auf Instagram von „wiederholten, nicht hinnehmbaren Vorfällen“ rund um Gewalt und Krawall. Der Schritt sorgt weit über den Ort hinaus für Aufsehen – und erntet großen Zuspruch.
Auslöser für die Entscheidung war ein Lokalderby gegen die SG Lohhof/Eintracht München, bei dem nach Abpfiff zwei Schleißheimer Spieler wegen einer körperlichen Auseinandersetzung vom Platz gestellt wurden. Jugendleiter Jens Bleise schildert die Lage gegenüber dem Münchner Merkur deutlich: „In der Mannschaft spielten einige Jugendliche, die für uns Verantwortliche nicht mehr greifbar waren.“ „Die Hälfte der Mannschaft war auf Krawall aus.“ Zusätzlich hätten „Spezl“ und Cliquen am Spielfeldrand als Zuschauer gepöbelt und Drohungen ausgesprochen. „Letztlich ging es am Ende nur darum, sich zu schlagen“, so Bleise. „Wir können froh sein, dass nichts Schlimmeres passiert ist.“
Auch junge Schiedsrichter seien der Aggression nicht gewachsen gewesen. Ein Trainer hatte bereits zwei Wochen zuvor aufgegeben, weil ihn die mangelnde Trainings- und Spielbeteiligung frustrierte. Ein kommissarisch eingesetzter Nachfolger berichtete Bleise von chaotischen Zuständen und Respektlosigkeiten. In der Vereinsstellungnahme auf Instagram heißt es: „Wir lassen es nicht zu, dass das Engagement ehrenamtlicher Trainer mit Füßen getreten und der Ruf unseres Vereins beschädigt wird. Fußball ist Leidenschaft, Emotion und Zusammenhalt. Aber Fußball hat klare Grenzen.“
Für die klare Haltung erhält Bleise nach eigener Aussage viel Anerkennung von Jugendleitern anderer Vereine. Auf Instagram kommentieren Nutzer mit Worten wie „Respekt für diese Haltung“ und „Bevor ein Verein diesen Weg geht, muss schon viel passiert sein. Vollen Respekt!“ Dass der Schritt den wenigen zuverlässigen Spielern schadet, bedauert Bleise sehr: „Die Jungs, die sich nichts zuschulden kommen ließen, können nichts dafür.“ Diese würden intern aufgefangen – teils in der B-Jugend, teils im Herrenbereich. Von den Krawallstiftern und deren familiärem Umfeld habe sich hingegen bislang niemand beim Verein gemeldet. Bleises klare Ansage: „Wer sich bei uns nicht benehmen kann, wird hier auch nicht Fußball spielen.“