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BVB hat seinen Unterschiedsspieler gefunden – wann sieht Kovac es endlich ein?

Beim BVB wächst der Druck auf Niko Kovac. Joey Veerman stellt den Trainer vor eine immer schwierigere Entscheidung.

Veerman auf der Bank.
Joey Veerman macht beim BVB den Unterschied - wenn er denn spielt.

Veerman war neben Doppeltorschütze Serhou Guirassy einer der auffälligsten Dortmunder. Der 27-Jährige übernahm über weite Strecken die Spielgestaltung, suchte immer wieder den Weg nach vorne und bereitete den Siegtreffer mit einem traumhaften Zuspiel vor. Die Forderungen nach einem Stammplatz werden lauter. Langsam muss sich auch Niko Kovac fragen, worauf er eigentlich noch wartet.

📌 Das ist Joey Veerman

Veerman zeigt, was dem BVB fehlt

Es lief die 52. Minute in Baku, als Joey Veerman den Ball im rechten Halbfeld bekam. Der Niederländer schaute hoch und schlug eine butterweiche Flanke in den Strafraum. Guirassy musste sein linkes Bein nur noch im richtigen Moment ausfahren, um den Ball volley zum 2:1 ins Netz zu befördern.

Ein Treffer, der Dortmund drei wichtige Champions-League-Punkte sicherte. Und ein Pass, der beispielhaft für Veermans Qualitäten steht. Während viele Dortmunder Angriffe zuletzt an fehlenden Ideen scheiterten, sucht der Niederländer immer wieder mutige Lösungen. Er verlagert das Spiel, erkennt Räume und traut sich Zuspiele zu, die andere lieber vermeiden.

Schon beim 2:2 gegen Werder Bremen hatte Veerman nach seiner Einwechslung mit einer Ecke das zwischenzeitliche 2:0 durch Nico Schlotterbeck vorbereitet. Bereits bei seinem Debüt gegen Bayern bezeichnete Kovac ihn als „belebendes Element“. Dass er solche Aktionen liefern kann, ist also längst bekannt.

Nmecha schwächelt, Bellingham holt auf

Umso erstaunlicher wirkt Veermans bisherige Rolle. Zwar bekommt der Niederländer regelmäßig seine Chancen, einen unangefochtenen Stammplatz besitzt er aber weiterhin nicht. Erst zweimal stand er in der Bundesliga in der Startelf. Dabei spricht die aktuelle Form seiner Konkurrenten keineswegs gegen ihn.

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Jobe Bellingham hat sich zuletzt dagegen sichtbar gesteigert. Der Engländer bringt körperliche Präsenz, Laufstärke und defensive Stabilität mit. Das sind Qualitäten, die Kovac besonders schätzt. Im kreativen Passspiel besitzt Veerman allerdings Vorteile. Wenn Dortmund einen Gegner spielerisch knacken muss, ist der Niederländer derzeit die überzeugendere Wahl.

BVB-Fans fordern Veerman längst

Bei einigen Dortmunder Anhängern sorgt die Personalie deshalb schon länger für Unverständnis. Bereits vor der Partie in Baku schrieb ein Fan auf X: „Steht Veerman auf dem Platz, erhöhen sich unsere Chancen, Spiele zu gewinnen. Bin gespannt, wann Kovac das auch mal merkt.“

Ein Kommentar, stellvertretend für immer lautere Rufe der BVB-Fans nach einem Stammplatz für den 27-Jährigen. Schließlich wurde Veerman im Sommer genau wegen dieser Fähigkeiten verpflichtet. Sportdirektor Ole Book schwärmte damals von seiner „Kreativität, Technik und Übersicht“. In Eindhoven hatte der Mittelfeldspieler jahrelang bewiesen, wie wertvoll er als Taktgeber sein kann.

Joey Veerman avanciert schon in der Frühphase der Saison zum Top-Transfer. Gegen Villareal zeigte er seine ganze Klasse. Was macht Kovac jetzt?
Joey Veerman avanciert schon in der Frühphase der Saison zum Top-Transfer. Was macht Kovac jetzt?

Natürlich ist Veerman kein perfekter Fußballer. Gegen den Ball hat er Schwächen, seine Schnelligkeit gehört ebenfalls nicht zu seinen größten Stärken. Auch beim schwachen Auftritt in Bodö überzeugte er keineswegs. Kovacs Wunsch nach defensiver Stabilität ist verständlich, diese Ausrichtung torpediert aber zu oft die offensiven Möglichkeiten.

Kovac muss Veerman endlich vertrauen

Genau das ist Veermans Stärke. Der Niederländer erkennt Räume, beschleunigt das Spiel und stellt die Verbindung zwischen Defensive und Offensive her. Fehlt ein solcher Gestalter, entsteht im Dortmunder Spiel zwangsläufig ein Bruch. Hinten wird abgesichert und verteidigt, vorne warten Guirassy und Co. auf verwertbare Zuspiele. Dazwischen wird gerannt, gekämpft und gearbeitet – aber viel zu selten Fußball gespielt. Kein Wunder, dass die Dortmunder Angreifer dann häufig in der Luft hängen und selbst gegen vermeintlich schwächere Gegner kaum Durchschlagskraft entwickeln.

Natürlich muss auch Veerman gegen den Ball mitarbeiten – bei Kovac muss das jeder. Doch mit einer ohnehin defensiv geprägten Grundordnung sollte der BVB seine spielerischen Qualitäten viel stärker nutzen können. Kovac hat Dortmund mit Disziplin und Stabilität erfolgreich gemacht. Jetzt muss er dafür sorgen, dass daraus auch wieder ansehnlicher, gefährlicher Offensivfußball entsteht. Mit fünf defensiv ausgebildeten Spielern auf dem Platz braucht es im Mittelfeld keinen sechsten Verteidiger. Es braucht jemanden, der das Spiel gestaltet. Und genau dafür ist Veerman da.

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