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Es ist das Ende einer Ära bei der Porsche AG: Entwicklungsvorstand Dr. Michael Steiner verlässt den Autobauer aus Zuffenhausen nach einem Vierteljahrhundert. Im Mai 2027 wird Jörg Bartels den wichtigen Posten im Vorstand übernehmen, wie Porsche am Freitagnachmittag mitteilte. Der 52-jährige Automobil-Manager kommt von Mercedes-Benz und verantwortet aktuell die weltweite Entwicklung aller Antriebssysteme.
Steiner zählt zu den Urgesteinen bei Porsche: Im Jahr 2002 wechselte er von Daimler nach Zuffenhausen und stieg bis in die oberste Etage. Der gebürtige Tübinger wurde 2016 in den Vorstand berufen und verantwortet dort bis heute die Forschung und Entwicklung bei Porsche. Von 2022 bis 2025 übte er diese Tätigkeit auch für den gesamten VW-Konzern aus, 2025 wurde er zudem zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Porsche ernannt.
Unter Steiners Leitung ist unter anderem der Motorsport im Hause Porsche angesiedelt. Der 62-Jährige zählte zu den regelmäßigen Besuchern an der Rennstrecke, zuletzt beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim, wo er Thomas Preinings zweiten Titelgewinn verfolgte. Die 24 Stunden von Le Mans - bei denen Porsche seit diesem Jahr nicht mehr werksseitig vertreten ist - zählten ebenso zu Steiners Pflichtterminen im engen Terminkalender.
Unter Steiners Aufsicht setzte Porsche seine glorreiche Vergangenheit in Le Mans zunächst fort: Von 2015 bis 2017 feierten die Zuffenhausener drei aufeinanderfolgende Gesamtsiege beim berühmten 24-Stunden-Rennen und lieferten sich harte sowie multimillionenschwere Duelle mit VW-Konzernschwester Audi.
"Michael Steiner verkörpert Weissach und seine Bedeutung für Porsche wie kein anderer", sagt Dr. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG. "Sein Name steht nicht nur für zahlreiche markenprägende Innovationen, sondern auch für unzählige Siege auf den legendären Rennstrecken dieser Welt."
Besonders die Formel E soll es Steiner laut Porsche-Insidern angetan haben, in der sich der Luxusautobauer nach dem LMP1-Aus in Le Mans engagierte. Steiner überblickte die Arbeit des Werksteams häufiger an der Rennstrecke. Nach anfänglichen Schwierigkeiten 'erlöste' Pascal Wehrlein das Team und gewann 2024 seine erste Weltmeisterschaft. In der abgelaufenen Saison errang der frühere DTM-Champion und Formel-1-Fahrer seinen zweiten Titelgewinn, zudem holte Porsche 2025 den Hersteller-Sieg.
"Michael Steiner hat es mit seinem Team immer wieder aufs Neue verstanden, die Motorsport-Gene in unsere Serienfahrzeuge zu übertragen. Er ist Ingenieur aus Leidenschaft, dessen technische Expertise und Persönlichkeit ich sehr schätze. Zuletzt haben wir bei der Erarbeitung der Strategie Sportwagenschmiede '35 intensiv zusammengearbeitet. Michael Steiner und ich haben diesen Wechsel gemeinsam vorbereitet und werden die Übergabe an seinen Nachfolger im engen Schulterschluss organisieren", sagt Dr. Michael Leiters, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG.