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Dritte Pleite im vierten Spiel: „Ich glaube schon, dass wir uns Sorgen machen müssen“ – Andrich schlägt Alarm
Bayers Ex-Kapitän Robert Andrich nahm nach der Marseille-Niederlage kein Blatt von den Mund.
Bayers Ex-Kapitän Robert Andrich nahm nach der Marseille-Niederlage kein Blatt von den Mund.

Leverkusen · Bayers Ex-Kapitän spart nach dem 0:1 gegen Olympique Marseille nicht mit Kritik. Vor allem ein Teamkamerad steht im Zentrum dieser. Auch Simon Rolfes und Carles Martinez zeigen sich unzufrieden.

Bayers Ex-Kapitän Robert Andrich ging nach der Leverkusener 0:1-Niederlage gegen Olympique Marseille hart und deutlich mit dem Team ins Gericht. „Ich glaube schon, dass wir uns Sorgen machen müssen. Das ist überhaupt nicht unser Anspruch“, sagte er bei RTL. Kein Wunder, schließlich verlor die Werkself nach einem einmal mehr farblosen Auftritt zum dritten Mal im vierten Pflichtspiel.

Auch deshalb holte Andrich wohl zur Generalkritik aus und rechnete mit der Einstellung der Mannschaft ab. „Keiner ist an seinem Maximum gewesen, mal haben die ein bisschen den Ball, mal haben wir ein bisschen den Ball. Wenn du hier den einzigen Fehler nicht machst, dann spielst du hier auf jeden Fall zu null.“

Garcia erlebt einen Abend zum Vergessen

Doch es war genau solch ein Fehler, der letztlich die erste internationale Pleite der Saison einleitete. In der Entstehung des einzigen Treffers des Abends durch Marseilles Amine Gouiri (77.) hatte sich Bayers Dauerbrenner und Mittelfeldmotor Aleix Garcia einen folgenschweren Ballverlust geleistet. Andrich selbst sah diesen nach seiner Auswechslung in der 68. Minute nur von der Bank. „Man kann Fehler machen, man kann auch einen Ball verlieren und man kann auch einen Zweikampf verlieren. Aber dann einfach stehen bleiben, ist für mich eine Sache, die darf nie passieren“, sagte er. Kostenpflichtiger Inhalt Überhaupt erlebte Garcia einen ungewöhnlich schwachen Abend.

Der Spanier, der bislang in jedem Saisonspiel in der Startelf stand und die meisten Minuten aller Leverkusener Profis absolviert hat, bekam allerdings auch ein wenig Rückendeckung. Sportgeschäftsführer Simon Rolfes bewertete das Zweikampfverhalten des Mittelfeldmotors in der entscheidenden Situation zwar „ohne Frage“ ausbaufähig, wollte die Niederlage aber nicht nur an dieser Aktion festmachen. Insgesamt sei der Auftritt des Werksklubs „kein Feuerwerk“ gewesen, betonte der 44-Jährige.

Auch Martinez bedient

Auch Trainer Carles Martinez stellte sich vor Garcia. Schließlich sei es „unmöglich, jeden Tag perfekt zu sein“ und nicht nur er sollte kritisiert werden. Der spanische Mann an der Seitenlinie wirkte bedient und durchaus ein wenig angefressen. Die vierte Englische Woche in Folge zehrt offenbar sehr an den Kräften der Spieler.

„Es stimmt, dass die Mannschaft körperlich und vor allem mental an ihre Grenzen kommt. Die Belastung ist hoch. Wir spielen viele Spiele, und ich merke, dass wir ein bisschen müde sind“, sagte Martinez. Zudem haben zuletzt viele Spieler verletzt gefehlt, was die Belastung noch einmal verstärkt. Als Ausrede für die durchwachsene Vorstellung wollte Martinez diese Punkte aber nicht gelten lassen. „Wir waren nicht gut genug.“

Vor dem gerade für die Moral nun noch wichtigeren Derby beim 1. FC Köln am Sonntag (15.30 Uhr/Dazn) ist die Stimmung in Leverkusen also ziemlich gedämpft. In der Bundesliga haben die Rheinländer sogar ihre vorangegangenen zwei Spiele verloren. Bei der TSG Hoffenheim hatte es eine 0:3-Niederlage gesetzt, gegen den VfB Stuttgart folgte dann ein 2:4 vor heimischem Publikum.

Andrich blickt schon auf das Derby

Der Fokus liegt nun voll auf dem Duell gegen den Rivalen aus der Domstadt. Angespannter als sonst beurteilen die Verantwortlichen die Lage aber nicht. „Wenn du oben mitspielen willst, hast du immer Druck, zu gewinnen. Von daher ist das jetzt nicht anders, aber natürlich in Köln ist es immer ein spezielles Spiel. Wir werden dort sehr motiviert auftreten und wollen natürlich gewinnen“, sagte Rolfes.

Andrich versuchte derweil, seine Mannschaftskameraden auf das Derby einzuschwören. Im Kölner Stadion „brennt es“ und es gehe dort „genau um solche Sachen, dem Ball hinterherzuwälzen“, sagte er. Dafür müssen die Leverkusener aber deutlich an ihrer Einstellung, Energie und Aggressivität arbeiten. Davon zeigten sie zuletzt viel zu wenig. Gelingt beim FC der Turnaround, dürften Andrich, Martinez, Rolfes und Co. eine deutlich entspanntere Länderspielpause erleben. Ansonsten droht durchaus eine erste handfeste Krise.

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