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US-Captain Angela Stanford erklärt, welche Fristen und Sonderregeln rund um Angel Yin galten und wie der Plan in Bernardus am Ende aufging.
Für Team-USA-Captain Angela Stanford hatten die letzten Wochen vor dem Solheim Cup 2026 eine zusätzliche Aufgabe. Hinter Angel Yin stand lange ein Fragezeichen, deshalb musste Stanford einen detaillierten Ersatzplan aufstellen. Im Podcast „Fringe Coverage (LPGA)" beschrieb sie kurz vor dem Turnier diesen Plan: eine feste Frist bis zur Eröffnungsfeier und eine Sonderregel, die sie mit Europas Captain Anna Nordqvist klären musste.
Yin hatte sich über die Punkteliste für das US-Team qualifiziert. Im Sommer kämpfte sie mit einer schweren Erkrankung. Bei der KPMG Women's PGA Championship im Juni kam sie mit Magenproblemen ins Krankenhaus und verlor in den folgenden zwei Monaten rund 35 Pfund. Ihr Comeback gab sie bei der FM Championship im TPC Boston, wo sie mit Runden von 81 und 76 den Cut verpasste.
Stanford und Yin hatten vorab eine klare Absprache getroffen. Hätte Yin vor der offiziellen Bekanntgabe des Teams abgesagt, wäre der Platz an die nächste Spielerin auf der Punkteliste gegangen. Weil Yin aber in Boston spielte und damit fest im Team stand, wäre im Fall einer Absage die erste Ersatzspielerin nachgerückt. Yin selbst hatte gesagt, dass sie nicht zum Solheim Cup fährt, wenn sie vorher kein einziges Turnier spielen kann. Stanford gab ihr bewusst viel Zeit, um zu sehen, wie es ihr geht.
„Sie muss vor der Eröffnungsfeier vom Turnier zurücktreten. Sobald die Eröffnungsfeier beginnt, sind das die zwölf, mit denen wir antreten."
Angela Stanford im Podcast „Fringe Coverage (LPGA)"
Stanford musste mit Nordqvist ein Detail genau festlegen. Im Captain's Agreement stimmen beide Captains vorab viele Abläufe ab. Eine Passage regelte, wann eine Ersatzspielerin auf den Platz darf, wenn eine Spielerin verletzt ist. Diese Formulierung musste Stanford eindeutig festzurren. Fühlt sich Yin etwa am Dienstag oder Mittwoch nicht fit genug für eine Proberunde, darf die Ersatzspielerin vor Ort den Platz spielen. Es gab allerdings eine Einschränkung.
„Wir dürfen unsere Ersatzspielerin und Angel nicht gleichzeitig auf demselben Platz haben, zu keiner Zeit des Tages", sagte Stanford im Podcast „Fringe Coverage (LPGA)". Beide Spielerinnen kannten diese Regel. Die Ersatzspielerin war Stanfords „ultimative Wildcard": Sie hatte es weder über die Punkte noch über die Weltrangliste oder als Captain's Pick ins Team geschafft. Yin war schließlich die zweitbeste Spielerin ihres Teams nach Punkten. Nach zwei Monaten ohne Turniergolf und dem großen Gewichtsverlust könne Yin nicht so scharf sein wie Anfang Juni, erklärte Stanford. Möglicherweise werde sie Yin daher seltener einsetzen.
Als erste Ersatzspielerin reiste die frühere Weltranglistenerste Lilia Vu mit in die Niederlande. Gebraucht wurde sie nicht. Yin bestritt zwei Proberunden und war bei der Eröffnungsfeier dabei, damit stand das Team endgültig fest. Im Fourball holte Yin an der Seite von Yealimi Noh nach einem frühen Rückstand von drei Löchern noch ein Unentschieden gegen Charley Hull und Lottie Woad. Nach dem Match flossen bei ihr Tränen. Im Einzel am Sonntag unterlag sie Linn Grant mit 4&3. Insgesamt steuerte sie einen halben Punkt bei.
Den Pokal holte sich Europa mit 15:13 auf dem Platz von Bernardus Golf in Cromvoirt. Stanford stand nach dem Turnier zu ihren Entscheidungen. Sie habe an alle zwölf Spielerinnen geglaubt, sagte sie. Ihre Erklärungen im Podcast zeigen, wie viel Arbeit hinter den Kulissen in einer Captaincy steckt.