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Leylah Fernandez hat im Finale von Tokio einen deutlichen Rückstand aufgeholt, den Titel jedoch Diana Shnaider überlassen müssen. Die Russin gewann mit 6:4, 5:7 und 6:2. Bei der Siegerehrung sprach Fernandez unter Tränen über eine schlechte Nachricht aus ihrem persönlichen Umfeld.
Sportlich war es ein Finale mit zwei unterschiedlichen Bewährungsproben. Leylah musste einen Rückstand beantworten, der kaum noch Platz für eigene Fehler ließ. Shnaider wiederum musste neu beginnen, nachdem eine fast greifbare Titelchance zunächst entglitten war. Dass die Russin den dritten Satz deutlich gewann, gibt ihrem Erfolg zusätzliches Gewicht. Sie setzte sich nicht nur gegen eine Gegnerin durch, sondern auch gegen die Wende, die das Match zwischenzeitlich genommen hatte.
Shnaider führte bereits mit einem Satz und 4:0, bevor Fernandez den zweiten Durchgang noch gewann. Nach insgesamt zwei Stunden und 18 Minuten setzte sich die Russin durch. Für Leylah war es nach Ningbo das zweite Finale nacheinander, sie verbessert sich auf Weltranglistenplatz 19.
Die Wende im zweiten Satz macht den Auftritt auch ohne Titel bemerkenswert. Ein Rückstand dieser Größe lässt wenig Raum für weitere Fehler, trotzdem verlängerte Fernandez das Match um einen vollständigen Entscheidungssatz. Shnaiders Leistung besteht wiederum darin, nach dem verlorenen Vorsprung erneut die Kontrolle übernommen zu haben. Beide Entwicklungen gehören zur Bewertung des Finals. Die Siegerin musste ihre Chance ein zweites Mal erarbeiten, während die Finalistin bewies, dass ein beinahe verlorenes Match noch offen sein kann.
„Wir haben heute eine schlechte Nachricht bekommen“, sagte Leylah. In ihrer Botschaft an Lolo fügte sie hinzu: „Ich weiß, dass du von oben auf uns aufpassen wirst, also danke.“ Neben ihren Angehörigen würdigte sie auch die Unterstützung ihres Teams.
Für Fernandez endete der Tag damit nicht in der üblichen Abwägung zwischen Enttäuschung über das Finale und Freude über eine starke Woche. Ihre Ansprache richtete sich an Menschen, deren Bedeutung über den Turnieralltag hinausgeht. Auf dem Platz hatte sie bis in den Entscheidungssatz um ihre Chance gekämpft; am Mikrofon stand der persönliche Verlust im Mittelpunkt. Die sportliche Bilanz dieses Herbstabschnitts bleibt dennoch beachtlich. Wer wiederholt bis in ein Endspiel kommt und dort aus einer fast aussichtslosen Lage zurückfindet, besitzt eine Grundlage für weitere Aufgaben. Tokio brachte Fernandez keinen Titel. Es zeigte jedoch, wie viel Widerstand sie auch nach einem deutlich misslungenen Beginn noch leisten konnte.