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«Ich klopfe auf Holz und hoffe, dass heute Nacht der Regen kommt», so lautete das Abschiedsstatement von KTM-Aushängeschild nach dem MotoGP-Zeittraining am Freitag. Grund des Wunsches: Zwar hatte Pedro Acosta auf trockenem Inselasphalt ausreichend Tempo für den direkten Einzug ins zweite Qualifying, doch – so die Einschätzung des jungen Spaniers – für einen Spitzenplatz reicht es ohne Zugabe von Feuchtigkeit nicht.
Die Annahme stellte sich weder als richtig noch als falsch heraus. Der Insel-Sprint sah Acosta als guten Fünften im Ziel und auch der Rückstand von 3,5 Sekunden hielt sich in Grenzen. Doch vom Österreich-Leistungshoch waren Acosta und die RC16 auch in Australien ein gutes Stück entfernt. Also doch Regen. Und der kam. Einen Tag später als angekündigt, dafür aber so gnadenlos, dass Runde 18 der MotoGP bekanntermaßen abgesagt werden musste.
Damit wurde auch der WM-Stand für eine weitere Woche eingefroren. Aus sportlicher Sicht keine gute Nachricht für Red Bull-Athlet Acosta, der dank eigener Leistung und null Punkten WM-Rang 4 vom Japaner übernommen hatte. Und während Ogura auf der nassen Strecke in Australien am Samstagmorgen nicht klargekommen war, dachte Acosta im Nassen an einen Podiumsplatz. Die Chance, WM-Rang 4 zu stabilisieren, war damit futsch.
In der WM-Tabelle geht es hinter den Top-3 sehr eng zu. Acosta (4.) und Di Giannantonio (6.) trennen lediglich elf Punkte, dazwischen der Trackhouse-Pilot mit der ausgesprochen konkurrenzfähigen Aprilia.
Doch auch dem 22-Jährigen aus Murcia blieb nichts anderes übrig, als sich ohne Renntempo von der Rennsportkultstätte zu verabschieden. Der oft sehr pragmatische Acosta zeigte sich der finalen Parade ausgesprochen emotional: «Ein trauriges Ende für den letzten Grand Prix in Phillip Island, aber wir sollten uns über all die großartigen Rennen freuen, die uns dieser Ort im Laufe der Jahre beschert hat. Für mich ist die Beziehung zu den Fans hier sehr speziell. Ich erinnere mich, als ich nach meiner Verletzung im ersten Moto2-Jahr hier mein erstes Podium geschafft habe. Und an 2024, das erste Mal mit dem MotoGP-Bike, das war so intensiv wie die Beziehung zu den enthusiastischen Menschen hier – vielen Dank dafür!»
Auch Teammanager Aki Ajo war nach der Absage wenig erfreut: «Es ist wirklich schade, dass wir hier in Phillip Island nicht fahren können, vor allem weil so viele Menschen auf uns gewartet haben und eine tolle Stimmung herrschte, aber angesichts der Bedingungen ist das natürlich verständlich. Ich denke, das Wochenende verlief für uns recht solide, und zumindest die Ergebnisse im Sprint waren vielversprechend. Die Fahrerparade heute war zumindest eine kleine Geste, die wir all den Fans hier, die immer so leidenschaftlich sind, bieten konnten», so der Finne im nassen Phillip Island.