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Die neue Biathlon-Saison steht in den Startlöchern. Aber wie lang gibt es die Wintersportart noch in seiner heutigen Form? Julia Tannheimer zieht eine Grenze.
München – Zehntausende begeisterte Zuschauer am Olympiasee, dröhnende Beats und Weltklasse-Athleten auf schnellen Skirollern: Das „Loop One Festival“ in München hat erneut gezeigt, wie spektakulär Sommerbiathlon auf Asphalt sein kann. Doch was für die Fans ein mitreißendes Spektakel war, heizt hinter den Kulissen eine Grundsatzdebatte an: Wird der Klimawandel den traditionsreichen Wintersport eines Tages dauerhaft auf Rollen zwingen?
Geht es nach DSV-Hoffnungsträgerin Julia Tannheimer, hat diese Entwicklung jedoch klare Grenzen. Angesprochen auf ein Zukunftsszenario mit Weltcup-Rennen auf Rollski im tiefsten Winter schlug die 20-Jährige klare Töne an. „Wenn im Winter Skirollerrennen anfangen, dann höre ich auf mit Biathlon“, erklärt Tannheimer im Interview mit BR24Sport.
Die 20-Jährige gilt als das derzeit größte deutsche Nachwuchstalent im Skijäger-Lager. Nach mehreren Titeln bei den Juniorenweltmeisterschaften ist Tannheimer seit 2024 fester Bestandteil im Biathlon-Weltcup. Im kommenden Winter visiert die Ulmerin den endgültigen Durchbruch in die Weltspitze an. Dafür verzichtet Tannheimer auch im Privaten auf Einiges.
Dass Sommer-Events wie im Olympiapark ihren Reiz haben, bestreitet im Fahrerlager niemand. Als Formtest in der Saisonvorbereitung und als Bühne, um neue Zielgruppen in den Großstädten zu begeistern, sind Rollski-Wettbewerbe etabliert. Doch der Übergang von einer spaßigen Sommer-Gaudi zu einer erzwungenen Dauerlösung im Winter markiert für die meisten Aktiven eine rote Linie.
Dabei setzt der Klimawandel den Weltverband IBU unter Druck. Biathlon auf Asphalt und Rollern auch im Winter ist in naher Zukunft aber trotzdem nicht geplant. „Wir haben durchaus Fortschritte im Snow-Management, in der Snow-Production gemacht, sodass wir es schon so sehen, dass man mittelfristig auch im Winter weiterhin gute Bedingungen bieten kann für den Hochleistungssport, für die Events“, erklärt IBU-Kommunikationsdirektor Christian Winkler im BR. Das wird Julia Tannheimer gerne hören … (kk)