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Dorothea Wierer ist vom Schießstand ans Mikrofon gewechselt. Als ARD-Expertin blickt sie auf die deutschen Damen. Eine hat sie besonders auf der Rechnung.
München – Seit rund acht Monaten genießt Dorothea Wierer ein Leben, das ihr viele Jahre verborgen geblieben war. Die Südtirolerin beendete ihre grandiose Biathlon-Karriere nach dem olympischen Massenstart im Februar. Reisen, neue Herausforderungen und schließlich die Rolle als neue ARD‑Expertin – Langeweile kennt die 36-Jährige nicht. Da sie fortan den deutschen TV-Zuschauern zur Verfügung steht, blickt sie auch neugierig auf Deutschlands Biathletinnen und Biathleten.
Das Loop-One-Festival im Münchner Olympiapark begleitete Wierer am Mikrofon der ARD. Gemeinsam mit Kollege Arnd Peiffer gönnte sie sich zwischendurch auch eine kleine Stärkung. Wie ist es um den deutschen Biathlon-Sport bestellt? Für Wierer rücken zwei Athletinnen in den Fokus: Die souveräne Janina Hettich-Walz und die junge Julia Tannheimer, die ganz nach oben will.
Mit 21 Jahren möchte Supertalent Tannheimer in dieser Saison den nächsten Schritt machen. Das erwartet auch Wierer, die allerdings Vorsicht walten lässt. „Von Julia Tannheimer erwarte ich mir einen Sprung nach vorne. Aber sie ist noch sehr jung“, so die italienische Sport-Ikone. Da Wierer genau weiß, wie schnell zu hohe Erwartungen entstehen können, schickt sie eine gut gemeinte Warnung an Tannheimer.
„Man muss Geduld haben. Wenn du in der Vorbereitung Vollgas gibst, heißt das nicht, dass du sofort gewinnst. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis der Körper das alles verarbeitet hat“, unterstreicht sie. Ende November startet Tannheimer im finnischen Kontiolahti in die neue Saison. Vorbereitet hat sie sich zuletzt mit dem deutschen Team im herbstlichen Ramsau in Österreich.
Nach zwei Top-Ten-Platzierungen im vergangenen Winter wünscht sich die junge Deutsche nun endlich den ersten Sprung aufs Podium. Nach dem Abschied von Franziska Preuß, die am Rande des Loop-One-Festivals eine kleine Spitze gegen Freund Simon Schempp verteilte, sucht die deutsche Mannschaft ein neues Zugpferd. Eine junge Himmelsstürmerin würde der Mannschaft nicht schlecht zu Gesicht stehen. (is)