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Das MotoGP-Rennen in Australien musste nach langer Wartezeit komplett abgesagt werden. Die Wetterprognose lag für das Phillip-Island-Wochenende richtig. Der Trainingstag am Freitag verlief zunächst bei Sonnenschein reibungslos.
Für den Samstag und den Sonntag war Regen vorhergesagt. Tatsächlich fand das MotoGP-Qualifying am Samstagvormittag bei deutlich kühleren Bedingungen auf nasser Strecke statt.
Marc Marquez (Ducati) deklassierte im Qualifying die Konkurrenz und sicherte sich mit 1,5 Sekunden Vorsprung die Poleposition. Der Sprint ging am Samstagnachmittag auf trockener Strecke über die Bühne.
Marc Marquez und Jorge Martin (Aprilia) lieferten sich einen Zweikampf, bis Martin stürzte. Dabei zog er sich eine Speichenfraktur nahe dem rechten Handgelenk zu. Er muss allerdings nicht operiert werden und kehrt nicht nach Europa zurück.
Für den Sonntag war das schlechteste Wetter prognostiziert, was schließlich auch eintraf. Seit dem Morgen regnete es. Das Hauptproblem stellten jedoch die Sichtverhältnisse dar. Dies galt nicht nur für Phillip Island.
Auch in Melbourne herrschte schlechtes Wetter. Aufgrund dieser Umstände konnte der Rettungshubschrauber nicht starten. Aus Sicherheitsgründen war es deshalb unmöglich, die Strecke freizugeben.
Auf der Straße beträgt die Fahrzeit zwischen Phillip Island und Melbourne rund zwei Stunden. Da sich in Melbourne das zuständige Traumazentrum befindet, war es unumgänglich, dass der Rettungshubschrauber einsatzbereit war.
Das bestätigte auch Renndirektor Graham Webber bei MotoGP.com: "Sowohl in Melbourne als auch hier herrscht schlechtes Wetter, weshalb wir im Grunde an zwei Orten grünes Licht brauchen."
"Der Hubschrauber benötigt also an beiden Orten, auf Phillip Island und in Melbourne, ein Zeitfenster von etwa 60 Minuten, damit wir das Rennen starten können. Es geht hier schlichtweg um die Sicherheit."
Die australischen Fans harrten trotzdem den ganzen Tag aus
Foto: Qian Jun/MB Media/Getty Images
"Wir müssen gewährleisten, dass wir im Fall der Fälle abgesichert sind und einen Fahrer schnell ins Krankenhaus bringen können. An manchen Rennstrecken können wir generell auf den Landweg ausweichen, also einen Krankenwagen nutzen."
"Da die Fahrtzeit zum Krankenhaus hier jedoch mehr als die im Reglement vorgeschriebenen 45 Minuten beträgt, sind wir zwingend auf diesen Hubschrauber angewiesen. Deshalb sind uns durch das Wetter im Grunde wirklich die Hände gebunden."
Deshalb wartete die Rennleitung ab. Zunächst wurde das Warm-up der MotoGP verschoben und schließlich gänzlich gestrichen. Dann hieß es, dass das MotoGP-Rennen Priorität vor den beiden kleinen Klassen haben würde.
Schließlich wurde das Moto3-Rennen abgesagt und der Plan lautete, das MotoGP-Rennen um 15 Uhr Ortszeit (5 Uhr MEZ) und das Moto2-Rennen um 17 Uhr Ortszeit (7 Uhr MEZ) zu starten.
Beim nächsten Update wurde auch das Moto2-Rennen abgesagt und die Öffnung der Boxengasse für die Vorbereitungen zum MotoGP-Rennen für 16 Uhr Ortszeit (6 Uhr MEZ) mit einem Start um 16:30 Uhr (6:30 Uhr MEZ) ins Auge gefasst.
Das Rennen konnte letztlich nicht gestartet werden. Für die vielen Fans, die bei widrigem Wetter ausgeharrt hatten, absolvierten die MotoGP-Fahrer hinter dem Safety-Car eine Runde und hielten auf der Zielgeraden an, um die Fans zu grüßen.
Bereits 2023 hatte das Wetter eine Änderung des Zeitplans notwendig gemacht. Das MotoGP-Rennen wurde damals am Samstagnachmittag anstelle des Sprints ausgetragen.
Der Sprint wurde dafür auf den Sonntag verschoben. Da es damals extrem windig war, wurden nur die Rennen der Moto3 und Moto2 ausgetragen und der MotoGP-Sprint anschließend abgesagt.
Da nun das MotoGP-Rennen abgesagt werden musste, führt Marc Marquez dank seines Sprintsiegs am Samstag die WM-Wertung mit zehn Punkten Vorsprung vor Martin an. Marco Bezzecchi (Aprilia) hat als Dritter 50 WM-Punkte Rückstand.
Damit endete die Ära auf der Traditionsstrecke Phillip Island ohne finalen Grand Prix: Ab dem nächsten Jahr wechselt das Rennen nach Adelaide.
Am kommenden Wochenende findet der Grand Prix von Malaysia auf dem Sepang International Circuit statt.