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Am Donnerstag nominiert Jürgen Klopp seinen Kader für die letzten Länderspiele des Kalenderjahres. Sollte Niclas Füllkrug dabei sein?
Er trifft und trifft und trifft. Niclas Füllkrug ist in absoluter Topform. Mit neun Toren in acht Bundesligaspielen führt der 33-Jährige die Torjägerliste der Bundesliga an. Zudem hat Füllkrug einen Rekord aufgestellt: So viele Tore hatte nach acht Spieltagen noch nie ein Bremer geschossen – nicht einmal Rudi Völler.
Kein Wunder, dass der Name Niclas Füllkrug in der Diskussion um den DFB-Kader für die anstehenden Länderspiele vermehrt fällt. Bisher hatte sich Jürgen Klopp eher zurückhaltend geäußert und auf das Alter des Stürmers verwiesen. Dennoch stellt sich die Frage:
Andreas BeckerRessortleiter Sport
Am kommenden Donnerstag gibt Jürgen Klopp seinen nächsten DFB-Kader bekannt. Der Bundestrainer wird sich dieses Mal wohl auf eine kleinere Spielerauswahl als bei seinem Debüt begrenzen, auf ein XXL-Aufgebot verzichten. Klar ist trotzdem: Er muss Niclas Füllkrug mitnehmen. Wer gut spielt und dann noch so viele Tore macht wie Füllkrug (zwölf Tore in zehn Pflichtspielen) – der hat sich das mehr als verdient.
Klopp muss das Momentum nutzen – für sich und die nächsten Siege mit dem DFB-Team. Die Idee des Bundestrainers, eher langfristig zu planen, ergibt im Großen und Ganzen Sinn. Aber dass die DFB-Elf ein Problem im Sturm hat, haben die ersten vier Länderspiele unter Klopp gezeigt: Drei Tore wurden erzielt, ein Stürmertor war nicht dabei. Trotz mehrerer Konstellationen im Angriff, die Klopp testete. Füllkrug könnte diesen Mangel in der jetzigen Form kurzfristig beheben.
Seine Bilanz in der Nationalmannschaft ist schon jetzt stark: 14 Tore in 24 Spielen. Diese Bilanz würde Füllkrug gerne ausbauen. Obwohl er seit über einem Jahr nicht mehr für das DFB-Team nominiert wurde, hat Füllkrug nie einen Gedanken an einen Rücktritt verschwendet. Er dachte eher an seine Rückkehr – und die muss jetzt kommen.
Jürgen Klopp hat mit einer Nominierung nichts zu verlieren, er kann nur gewinnen. Und sollte er wirklich langfristig nicht auf Füllkrug setzen wollen, wird der Bremer Angreifer das akzeptieren. Jetzt sollte aber erst mal wieder seine Stunde schlagen. Füllkrug wird es mit Toren danken.
Benjamin ZurmühlStellvertretender Ressortleiter Sport
Die Geschichte von Niclas Füllkrug ist toll. Nach diesen schweren Jahren im Ausland so zurückzukommen, ist beeindruckend. Füllkrug ist der formstärkste deutsche Stürmer – er hat sich eine Nominierung zweifelsohne verdient. Dennoch macht Jürgen Klopp alles richtig, wenn er an seinem Plan festhält und den Bremer zu Hause lässt. Die Begründung hat Klopp zuletzt mitgeliefert.
Für die deutsche Nationalmannschaft geht es nicht darum, ein kurzfristiges Ziel zu erreichen. Zeitnah steht keine EM oder WM an. Klar, die Länderspiele in Serbien und gegen die Niederlande im November sollen gewonnen werden, der Prozess aber ist wichtiger als das Ergebnis.
Die DFB-Elf muss langfristig planen. Es geht darum, eine Mannschaft zu formen, die in zwei Jahren bei der Europameisterschaft im Kampf um den Titel zumindest ein Wörtchen mitreden kann. Klopp muss in seiner Kaderplanung also zwei, drei Schritte vorausdenken. Niclas Füllkrug ist zum Zeitpunkt der EM über 35 Jahre alt. Darauf zu hoffen, dass der Torjäger im höheren Fußballeralter dann noch solche Leistungen abrufen kann, wäre ein großes Wagnis. Zudem hatte Füllkrug in der Vergangenheit immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen.
Daher macht Klopp alles richtig, wenn er sich vor allem auf die Spieler fokussiert, in denen er die Zukunft sieht. Auch wenn er dafür unangenehme Entscheidungen treffen muss.
Jürgen Klopp wird seinen Kader am kommenden Donnerstag bekanntgeben. Die anstehenden Gegner der deutschen Nationalmannschaft sind Serbien (13. November in Belgrad) und die Niederlande (16. November in Berlin).
Die Hoffnung beim DFB ist groß, dass sich die Nationalelf in den finalen zwei Nations-League-Spielen entweder Platz eins oder zwei sichert, um sich für das Viertelfinale im März zu qualifizieren.
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