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Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen erfüllt die Erwartungen, seine Freundin Isadora Cruz fiebert bildfüllend mit. Auch die Deutschen haben Spaß.
Isadora Cruz hat ihre Rolle voll angenommen. Die Freundin von Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen betete, bibberte, fieberte und jubelte vor laufender Kamera im Zielraum von Sölden, dass es beim Zuschauen eine Freude war.
Das schauspielerische Repertoire der Daily-Soap-Darstellerin, in Südamerika bekannt als Protagonistin der Telenovela „Mar do Sertão“ (Meer des Hinterlandes), reichte locker für die gerade mal 52,40 Sekunden dauernde Fahrt im ersten Durchgang auf dem Rettenbachferner hoch oben im Ötztal. Danach durfte die 28-Jährige bildfüllend jubeln, als ihr Freund mit Bestzeit das Ziel erreicht hatte.
Der Skistar aus Oslo, der seit zwei Jahren für das Heimatland seiner Mutter Brasilien startet, erfüllte im ersten Riesenslalom des alpinen Skiwinters voll die Erwartungen. Denn nach seiner souveränen Bestzeit im ersten Lauf fuhr der Modellathlet auch im finalen Durchgang glänzend und siegte letztlich in einer Gesamtzeit von 1:44,72 Minuten deutlich vor dem Schweizer Duo Loic Meillard (+0,48) und Marco Odermatt (+0.49)
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Schon in der Vorsaison hatte der brasilianische Norweger den Riesenslalom-Weltcup für sich entschieden. Für diesen Winter kündigte der 25-Jährige zudem an, Odermatt den Sieg im Gesamt-Weltcup streitig machen zu wollen.
Wegen des starken Windes im oberen Streckenabschnitt war der schwierige Kurs um einige Laufsekunden verkürzt worden, die alpinen Sportler mussten vom Reservestart ins Rennen gehen und sahen sich unmittelbar dem Steilhang gegenüber.
„Man darf nichts verschenken“, sagte Deutschlands Tagesbester Fabian Gratz, „weil es eine sehr kurze Laufzeit ist.“ Und Gratz verschenkte nichts, fuhr nach zwei guten Vorstellungen im Gesamtklassement auf Rang sechs (+0,95).
Anton Grammel, der als 30. des ersten Durchgangs soeben noch den Sprung in den zweiten Lauf geschafft hatte, verbesserte sich dort auf Platz 15. (+1,54). Damit erfüllten die deutschen Alpinen das von ihrem Sportchef Wolfgang Maier geforderte Resultat. „Vom Potential her“, hatte Maier angekündigt, „müsste am Ende einer unter den ersten acht und ein zweiter unter den ersten 15 sein.“ Als Dritter im deutschen Bunde kam Alexander Schmid noch auf Platz 21 (+1,78).
Der unbestrittene Star des Tages war aber Lucas Pinheiro Braathen. Ihm gelang sein neunter Weltcup-Sieg, der vierte unter Brasiliens Flagge. Sein Skitalent ist unbestritten, sein Showtalent zumindest bemerkenswert. „Als Athlet bekommt man davon weniger mit als die Fans“, sagte Gratz über den Kollegen, lobte aber dessen Wirkung: „Alle, die die Zuschauer begeistern und Aufmerksamkeit für den Skisport erzeugen, sind für uns wichtig.“
Als der Sieg des Paradiesvogels feststand, hüpfte die aufgeregte Isadora Cruz mit der kleinen brasilianischen Ski-Gemeinschaft ausgelassen im Kreis. Lucas Pinheiro Braathen selbst breitete erleichtert die Arme aus – und erinnerte schon ein wenig an die Jesus-Statue von Rio de Janeiro.