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Zäh, aber wichtig: So kam der VfB Stuttgart zum Arbeitssieg gegen Werder Bremen
Maximilian Mittelstädt war beim Sieg gegen Werder Bremen der entscheidende Mann beim VfB Stuttgart.
Maximilian Mittelstädt war beim Sieg gegen Werder Bremen der entscheidende Mann beim VfB Stuttgart. © Sofiia Shahaievska

Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat einen ziemlich guten Weg gefunden, um einen ziemlich guten Stürmer ziemlich schlecht aussehen zu lassen. Niclas Füllkrug, Werders Torjäger und derzeit einer der auffälligsten Angreifer der Liga, blieb am Samstagabend ohne Treffer. Die Stuttgarter hatten ihn mit vereinten Kräften weitgehend im Griff – und vorne genügte ihnen ein einziger Treffer, um drei wichtige Punkte einzusammeln. Maximilian Mittelstädt erzielte schon in der siebten Minute das Tor des Tages. Unser Spielbericht aus der MHP-Arena.

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Mit dem 1:0 gegen Werder Bremen hat der VfB seine durchwachsenen Wochen vor der letzten Länderspielpause des Jahres mit einem Erfolg abgeschlossen. Nach neun Spieltagen stehen zwölf Punkte und Tabellenplatz acht zu Buche. Das ist nach dem holprigen Saisonstart eine ordentliche Zwischenbilanz. Es ist allerdings auch eine, bei der sich die Stuttgarter fragen dürfen, warum sie nicht schon ein paar Zähler mehr auf dem Konto haben. Zu oft war in den vergangenen Wochen das letzte bisschen Konsequenz abhandengekommen. Gegen Bremen reichte diesmal ein früher Treffer – und eine disziplinierte Abwehrarbeit.

VfB gegen Werder ohne klassischen Mittelstürmer

Sebastian Hoeneß hatte seine Mannschaft im Vergleich zur 0:2-Niederlage bei Galatasaray Istanbul auf drei Positionen verändert. Dennis Seimen kehrte ins Tor zurück, Luca Jaquez und Yanik Spalt rückten ebenfalls in die Startelf. Für den 19 Jahre alten Österreicher war es die Premiere von Beginn an in der Bundesliga. Seine Chance nutzte er einmal mehr mit einer bemerkenswerten Ruhe.

Hoeneß verzichtete zudem auf einen klassischen Mittelstürmer. Ermedin Demirovic, mit fünf Treffern bester VfB-Torschütze in der Liga, durfte zunächst auf der Bank Platz nehmen. Stattdessen setzte der Trainer auf eine offensive Grundordnung mit Dreierkette und den Schienenspielern Mittelstädt und Jamie Leweling. Der Mut wurde früh belohnt. Grischa Prömel schickte in der siebten Minute einen Querpass durch den Bremer Strafraum, Mittelstädt nahm den Ball auf und jagte ihn mit links humorlos unter die Latte. Für Prömel war es die erste Torvorlage im VfB-Trikot, für Mittelstädt der zweite Saisontreffer.

Deniz Undav blieb gegen Werder Bremen weitgehend blass. Der VfB-Kapitän fand kaum Zugriff auf das Offensivspiel und wartet nach

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Danach kontrollierten die Stuttgarter zunächst das Geschehen. Werder, von Hoeneß vor der Partie als „Mannschaft der Stunde“ geadelt, musste viel hinterherlaufen. Chris Führich zielte nach einer Ablage von Leweling zu hoch (21.), El Khannouss zwang Bremens Torhüter Karl Hein mit einem Schlenzer zu einer guten Parade (28.). Viel mehr passierte zunächst nicht. Der VfB war überlegen, ohne seine Überlegenheit in weitere klare Chancen umzumünzen. Werder blieb offensiv auffällig zurückhaltend. Das vermeintliche Topspiel zwischen zwei Bundesliga-Traditionsvereinen, die zum 115. Mal in der Liga aufeinandertrafen, war bis zur Pause vor allem eines: ziemlich zäh.

Niclas Füllkrug bekam von der VfB-Defensive wenig Raum

Auch Füllkrug bekam von der Stuttgarter Defensive wenig Raum. Abgesehen von einer Gelben Karte nach einem Ellbogeneinsatz gegen Jeff Chabot und zwei Torschussversuchen blieb der Bremer Angreifer weitgehend abgemeldet. Die Zahlen zur Pause passten zum überschaubaren Spektakel: 0,38 zu 0,23 erwartete Tore zugunsten des VfB. Die Führung war verdient, die Stuttgarter hatten sich nach dem frühen Treffer allerdings auch ein wenig zu sehr eingerichtet.

Das änderte sich unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Werder kam mit mehr Entschlossenheit aus der Kabine, und plötzlich musste der VfB aufpassen. In der 51. Minute setzte Füllkrug seinen Mitspieler Youri Regeer stark in Szene, doch Dennis Seimen blieb im Eins-gegen-eins Sieger. Die junge Stuttgarter Nummer eins strahlte auch in dieser heiklen Situation eine bemerkenswerte Ruhe aus.

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Auf der anderen Seite verhinderte Hein, dass Mittelstädt seinen Abend mit einem weiteren Treffer krönte. Nach einer Ecke zog der Torschütze flach ab, der Bremer Keeper lenkte den Ball mit einer starken Parade an den Pfosten (57.). Es war eine der wenigen Szenen, in denen der VfB nach der Pause selbst wieder gefährlich wurde. Hoeneß brachte Tiago Tomás und Nikolas Nartey für frischen Schwung, später folgten Demirovic und Karazor. Vor allem in der Schlussphase ging es für die Stuttgarter darum, den knappen Vorsprung nicht mehr aus der Hand zu geben. Das gelang. Finn Jeltsch, der früh für den angeschlagenen Jaquez gekommen war, und Abwehrchef Chabot hielten den Laden zusammen.

Der VfB hat damit einen Haken hinter einen kräftezehrenden Spielblock gesetzt. Nun kommt die letzte Länderspielpause des Jahres. Zeit zum Durchschnaufen also, bevor der Endspurt 2026 noch einmal intensiv wird. Der Sieg gegen Werder war kein Glanzstück. Aber manchmal ist es ja schon ein Fortschritt, wenn ein Tor reicht.

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