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Auf dem Eis steht er unter Druck, abseits davon liebt er Kuchen und Süßigkeiten: Der tschechische Straubing-Tigers-Goalie Jakub Skarek (26) erzählt von seiner Rolle im Tor, den Unterschieden zwischen Europa und Nordamerika und davon, warum seine Freundin mit ihren Backkünsten manchmal ziemlich gefährlich für ihn wird.
Durch die Unterkörperverletzung von Florian Bugl und der Nachverpflichtung von Mirko Pantkowski hat sich die Situation im Straubinger Tor verändert. Spüren Sie dadurch mehr Druck?
Jakub Skarek: Zunächst einmal tut mir die Verletzung von Bugl unglaublich leid. Er ist nicht nur ein toller Torwart, sondern auch ein sehr guter Freund. Ich hoffe sehr, dass er bald zurückkommt. Beim 11:4 gegen Iserlohn musste dann Sebastian Wieber einspringen und gab sein DEL-Debüt. Wegen eines Blockseminars konnte er die ganze Woche nicht trainieren. Wir haben schon gescherzt, dass man offenbar gar nicht trainieren muss, um bei uns zum Einsatz zu kommen (lacht). Aber wir haben uns natürlich riesig für ihn gefreut. Auch mit Mirko Pantkowski verstehe ich mich sehr gut. Wir sprechen teilweise sogar Tschechisch miteinander, und er gibt mir hilfreiche Tipps zu den Besonderheiten der DEL-Hallen, etwa zu den Banden. Was den Druck betrifft: Ich bin ohnehin mein größter Kritiker. Natürlich möchte ich jedes Spiel gewinnen und der Torwart sein, auf den sich die Mannschaft verlassen kann. Gerade in schwierigen Momenten.
Was läuft bei Ihnen aktuell gut und woran müssen Sie noch arbeiten?
Skarek: Ich denke, dass vieles schon so funktioniert, wie es soll. Besonders wichtig ist für mich, das Spiel richtig zu lesen und gut positioniert zu sein. Verbessern kann ich mich beispielsweise noch beim Umgang mit dem Puck, gerade hinter dem Tor. Daran arbeiten wir fast täglich. Wir schauen uns auch Videos an. Positiv finde ich, dass ich der Mannschaft in einigen wichtigen Situationen helfen konnte. Aber letztlich geht es darum, konstant zu bleiben. Es wird während einer langen Saison immer Höhen und Tiefen geben.
1,91 Meter groß, 93 Kilogramm schwer – körperlich bringen Sie als Linksfänger einiges mit. Aber wie gehen Sie damit um, wenn Ihnen ein Fehler unterläuft?
Skarek: Ich habe in meiner Karriere schon viele Fehler gemacht. Wichtig ist, daraus zu lernen, aber während des Spiels muss ich im Hier und Jetzt bleiben. Was passiert ist, kann ich ohnehin nicht mehr ändern. Wenn ein Stürmer oder Verteidiger einen Fehler macht, kann der Torwart ihn vielleicht noch ausbügeln. Aber niemand schützt den Torwart. Jeder sieht unsere Fehler. Das ist hart, aber ich habe mich für diesen Job entschieden.
Wie sieht die Trainingswoche eines Profi-Torwarts aus?
Skarek: Es sind ungefähr 20 bis 22 kleinere Trainingsblöcke pro Woche, die Spiele nicht mitgerechnet. Neben dem Mannschaftstraining kommen spezielle Torwarteinheiten, Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitstraining dazu. Ungefähr die Hälfte meines Programms gestalte ich selbst, natürlich in Abstimmung mit den Trainern. In Nordamerika war das bei 72 Spielen pro Saison und den vielen Reisen schwieriger. Hier bleibt mehr Zeit, um gezielt an einzelnen Dingen zu arbeiten.
Sie haben sieben Jahre in Nordamerika gespielt – zuletzt in San Jose. Was ist für Sie der größte Unterschied zwischen der AHL und der DEL?
Skarek: Die DEL ist eine wirklich starke Liga, mit Spielern, die jederzeit Tore erzielen können. Der größte Unterschied sind die größeren Eisflächen in Europa. In Nordamerika hat man als Torwart hinter dem Tor oft sofort einen Gegenspieler vor sich und muss den Puck schnell weiterspielen. Hier bleibt etwas mehr Zeit, um das Spiel zu lesen und Entscheidungen zu treffen. Trotzdem muss man immer konzentriert bleiben. Die Umstellung fiel mir nicht allzu schwer, weil ich früher schon auf größeren Eisflächen gespielt habe.
Ich liebe die Stimmung in Straubing.
Mittlerweile kennen Sie beide Eishockey-Welten. Was gefällt Ihnen in Straubing besser als in Nordamerika?
Skarek: Ich liebe die Stimmung in Straubing. In Nordamerika ist es manchmal eher wie im Theater. Die Leute sitzen da und reagieren erst, wenn etwas Besonderes passiert. In Europa fiebern alle richtig mit, sogar bei Auswärtsspielen sind viele Straubinger dabei. Diese Atmosphäre motiviert mich als Torwart zusätzlich.
Und wie gut haben Sie sich abseits des Eises mittlerweile in Straubing eingelebt?
Skarek: Sehr gut. Der Wechsel war für mich fast wie eine Rückkehr nach Hause. Meine Heimatstadt Jihlava liegt nur viereinhalb Stunden entfernt, daher kann ich meine Familie wieder häufiger sehen. Straubing ist außerdem eine schöne Stadt. Meine Freundin und ich haben schon einige Restaurants und Cafés entdeckt. Auch der Verein hat mir den Einstieg leicht gemacht. Ich musste eigentlich nur noch aufs Eis gehen und trainieren.
Sie haben Ihre Familie angesprochen. Welchen Stellenwert hat sie für Sie?
Skarek: Meine Familie war und wird immer die Nummer eins in meinem Leben sein. Sie hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Mein Vater hat mich schon als Kind trainiert, meine Mutter und Schwester haben mich immer unterstützt. In Nordamerika war es schwierig, sich regelmäßig zu sehen. Jetzt telefonieren wir fast täglich, und meine Familie verfolgt jedes Spiel im Livestream. In der Vorbereitung war ich bereits daheim und werde auch die Länderspielpause für einen Besuch nutzen.
Abseits des Eises wirken Sie entspannt. Wie sieht Ihr Leben aus, wenn Sie gerade nicht im Tor stehen?
Skarek: Ich bin tatsächlich ein eher ruhiger Typ. In der Kabine bin ich nicht derjenige, der ständig Witze macht oder besonders laut ist. Natürlich habe ich trotzdem gerne Spaß. Ich liebe Sport, spiele im Sommer gerne Fußball oder Tennis. Und ich esse unglaublich gerne. Meine Freundin und ich probieren gerne neue Restaurants, vor allem aber auch Kuchen und andere Süßigkeiten. Sie kann außerdem hervorragend backen. Das ist manchmal ziemlich gefährlich für mich. Ich muss schließlich aufpassen, dass ich während der Saison nicht zu viel zunehme.