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Cadillac befindet sich gerade erst in seiner ersten Formel-1-Saison und bereits jetzt zeichnet sich ein bedeutender Eigentümerwechsel ab. Wie das US-Medium Sportico mit Bezug auf drei interne Quellen berichtet, will Mark Walter seinen Mehrheitsanteil an der US-Mannschaft verkaufen. Walter besitzt über TWG Global einen bedeutenden Anteil an dem Team, wobei die derzeitige genaue Eigentumsverteilung nicht bekannt ist.
In den letzten Monaten hatte Walter zunehmend mit rechtlichen Anschuldigungen zu kämpfen. Im Zentrum stehen dabei Finanzflüsse seiner Versicherungsunternehmen mit diversen Investments - vor allem Sportteams - von Walter. TWG Global bestreitet die Betrugsvorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.
Seitdem stieß der Multimilliardär Anteile an mehreren Teams ab. So vereinbarte er einen Verkauf der LA Lakers, trennte sich von seinen Anteilen am FC Chelsea und soll sich auch auf der Suche nach einem Käufer für das WNBA-Team Los Angeles Sparks befinden. Ein Verkauf der Motorsport-Sparte, die neben dem Formel-1-Einsatz auch das NASCAR-Team Spire Motorsports, die IMSA-Mannschaft Wayne Taylor Racing und Andretti Global in der IndyCar beinhaltet, wurde von TWG Global im August noch ausgeschlossen. Jetzt soll sich das geändert haben.
Für den Verkauf soll eine finanzielle Bewertung des Teams von mindestens 3 Milliarden US-Dollar (ca. 2,68 Mrd. Euro) herangezogen werden, und das, obwohl Cadillac in seiner ersten Formel-1-Saison bislang ohne Punkte am Ende der Tabelle rangiert und aus eigener Kraft auch nie um Zähler kämpfen konnte. Der Wert aller F1-Teams schnellte in den letzten Jahren durch den Kostendeckel und die hohen Eintrittsbarrieren des Concorde Agreements in die Höhe, das gilt auch für den Neueinsteiger.
Allein für den Startplatz in der Königsklasse können zehnstellige Summen verlangt werden, dazu kommt noch die mit dem Team einhergehende Infrastruktur. TWG Motorsports baut aktuell in Fishers, Indiana, ein komplett neues Werk, das in erster Linie für das F1-Team genutzt werden wird. Gleichzeitig verfügt man schon länger auch über einen Standort in Silverstone. Aktuell ist das Team noch ein Ferrari-Kunde, aber spätestens mit dem kommenden Motorreglement liefert GM auch seine eigenen Formel-1-Motoren, die im Großraum Charlotte produziert werden.
Interessenten für F1-Teams stehen im Moment Schlange. Walter verfügt laut Sportico über sieben verschiedene Interessenten, die seine Anteile aufkaufen könnten. Die Namen dieser Interessenten sind nicht bekannt. Ob diese bereit sind, auf die Basisbewertung von drei Milliarden einzusteigen, ebenso wenig. Seit Jahresbeginn wurden vor allem chinesische Automobilhersteller mit der Formel 1 in Verbindung gebracht. BYD oder Geely sollen demnach Interesse an einem wie auch immer gearteten Engagement in der Königsklasse haben, sei dies nun als Titelsponsor oder als eigenständiges Team.
Cadillac wäre nicht das einzige Team, von dem aktuell Anteile auf dem Markt sind. Otro Capital will sich von seinen 24 Prozent an Alpine trennen. Die Investorengruppe, der auch bedeutende Sportstars wie Travis Kelce, Patrick Mahomes, Rory McIlroy oder Schauspieler Ryan Reynolds angehören, hatte sich 2023 für knapp über 200 Millionen US-Dollar in das französisch-britische Team eingekauft, inzwischen hat sich der Wert mehr als vervierfacht. Einer der Interessenten bei Alpine ist Ex-Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der einen Weg zurück in die Formel 1 sucht.