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© Sandra Scherning/Pressefoto Koch/imago
Phillip Tietz hat seine starke Torbilanz gegen Schalke 04 ausgebaut. Der Mainz-05-Profi nennt Gründe dafür und spricht über seinen bisherigen Kontakt zu Bundestrainer Jürgen Klopp.
Gelsenkirchen. Würde Phillip Tietz jede Woche gegen den FC Schalke 04 spielen, würde er möglicherweise zu den torgefährlichsten Fußballern der Welt zählen. Denn gegen den Revierclub hat der Profi des FSV Mainz 05 bisher eine herausragende Bilanz. In drei Liga-Spielen stand er gegen die Knappen auf dem Feld und erzielte dabei fünf Tore. Jeweils zweimal traf er in den beiden Zweitliga-Spielen der Saison 2021/22 für den SV Darmstadt 98 gegen Schalke. Jetzt legte Tietz als Siegtorschütze beim 1:0 der 05er nach. „Schalke liegt mir einfach“, sagte Tietz anschließend.
Eine Erklärung fand er zumindest für seine Auswärtstore gegen die Blau-Weißen. „Hier zu spielen, bringt eine Extra-Motivation, denn es ist ein geiles Stadion. Da hast du natürlich Bock darauf“, sagte Tietz, der sich dennoch nicht davon abbringen ließ, seinen Treffer demonstrativ vor der Schalker Kurve zu feiern und die Atmosphäre so noch ein bisschen anzuspitzen. „Ich mag es, wenn ein bisschen Pfiffe kommen“, erklärte Tietz, betonte aber zugleich auch, dass ihm die Unterstützung der 6.000 mitgereisten 05-Fans gutgetan habe.
Die jubelten, als Tietz in der 24. Minute das gelang, was an diesem Nachmittag fast unmöglich erschien: Er überwand den Schalker Keeper Loris Karius, der ähnlich starke Leistungen zeigte wie vor allem in der Saison 2015/16 im 05-Trikot und der vor allem Tietz’ Sturmkollegen Sheraldo Becker mit einer Vielzahl von Paraden zur Verzweiflung trieb. Wobei Tietz davon ausgeht, dass Becker damit umgehen kann: „Sheraldo ist alt genug, und er spielt bis jetzt eine super Saison. Chancen versiebst du auch mal. Das gehört dazu. Viel schlimmer ist, wenn du nicht zu Chancen kommst, dann hätten wir ein Problem.“
Tietz hingegen setzte gegen Schalke seine Serie fort. „Momentan läuft es super“, grinste er. Inklusive des DFB-Pokal-Spiels beim VfB Krieschow war es für Tietz saisonübergreifend das sechste Auswärtspflichtspiel in Folge, in dem er traf. Mit seinem fünften Treffer in dieser Bundesliga-Spielzeit kletterte er am Samstagmittag kurzfristig zurück auf den ersten Platz der Torjägerliste, den er sich zu diesem Zeitpunkt mit dem Leverkusener Patrik Schick und dem Frankfurter Younes Ebnoutalib teilte. Doch dann zog während der zweiten Halbzeit im Fernduell der Bremer Niclas Füllkrug mit seinem Doppelpack gegen den SC Paderborn an dem Führungstrio um Tietz vorbei. Und am Sonntag dann auch Schick.
Wichtiger war dem Mainzer aber, dass er der Mannschaft zu weiteren drei Punkten verholfen hatte. Seinen von Anthony Caci vorbereiteten Treffer beschrieb er so: „Ich bin zu Pfosten Nummer eins gelaufen, habe dem Ball dann keinen großen Schwung gegeben, sondern einfach nur den Fuß so hingestellt, damit er in die lange Ecke geht. Es war ein schönes Tor, finde ich.“
Treffer in Glück: Phillip Tietz (rechts) überwindet Schalke-04-Torhüter Loris Karius (links) zum 1:0-Siegtor von Mainz 05.
Nicht bekannt ist, ob auch Bundestrainer Jürgen Klopp diesen Treffer als „schön“ bewertete. Mit seinen starken Auftritten erhöht Tietz aber Stück für Stück die Chance, dass sich vielleicht doch noch sein Traum von einem Nationalteam-Einsatz erfüllt. Bisher habe es aber kaum Kontakt zu Klopp gegeben. „Ein Gespräch haben wir noch nicht gehabt. Ich kenne ihn nur flüchtig, habe ihn nur einmal in den Katakomben gesehen, als er bei uns in Mainz war“, sagte Tietz, der nächste Woche im direkten Torjäger-Duell auf den Bremer Füllkrug trifft. Und dabei auch einmal wieder zu Hause gewinnen möchte.