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Mainz-05-Frauen erleben Debakel gegen den VfL Wolfsburg

Die Abstiegsnot wächst bei den Bundesliga-Frauen von Mainz 05: Beim Heimdebakel gegen den VfL Wolfsburg stoßen die Aufsteigerinnen an Grenzen. Die Lage ist alarmierend.

Mainz. Nieselregen, hängende Köpfe und eine deutliche 0:5-Niederlage, die unerbittlich grell an der Anzeigetafel am Bruchweg leuchtete: Für die Bundesliga-Frauen von Mainz 05 verfinstert sich die Lage im Abstiegskampf zunehmend. Unter den Augen von DFB-Coach Christian Wück, der das Spiel im Bruchwegstadion als einer von 1.400 Zuschauern besuchte, verloren die Mainzerinnen gegen den VfL Wolfsburg haushoch und warten weiter auf den ersten Punkt ihrer Bundesliga-Geschichte.

Die Zwischenbilanz macht wenig Mut auf eine Aufholjagd: Sieben Niederlagen haben die Mainzerinnen in sieben Spielen kassiert. Ihre Not-Elf, die schon in Leipzig ohne viele Leistungsträgerinnen chancenlos 0:5 unterlag, kassierte das gleiche Ergebnis nun gegen Titelkandidat Wolfsburg. Zum wiederholten Male brachen sie dazu nach dem ersten Gegentor in einem Spiel zusammen wie ein Kartenhaus. Die fast beste Nachricht des Wochenendes: Der Fünf-Punkte-Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz hat sich durch die 1:3-Niederlage des Hamburger SV beim 1. FC Köln nicht vergrößert. Die Stimmungslage am Bruchweg verdeutlichte aber, wie alarmierend der Auftritt und die Abstiegsnot der 05-Frauen sind. Zwischenzeitlich war es nach den VfL-Toren mucksmäuschenstill im Stadion, selbst die Fans brauchten einige Zeit, um diesen Schock zu verdauen.

Ein Wunder gegen Wolfsburg blieb aus, weil eine professionelle Einstellung des technisch starken, geduldigen Top-Teams ausreichte gegen Mainzerinnen, die hinten die VfL-Klasse nicht dauerhaft stoppen konnten und offensiv zu harmlos waren. Der Wille war den 05-Frauen zwar nicht abzusprechen. Unmittelbar vor Anpfiff versammelten sich Startelf- und Ersatzspielerinnen noch lange zu einem großen Mannschaftskreis, schworen sich dabei ein. Boten Wolfsburg durch Zweikampfhärte und Kompaktheit lange auch körperliche Gegenwehr.

Wobei die Klasse des international renommierten, mit Nationalspielerinnen gespickten Gegners immer wieder aufblitzte. Zogen die VfL-Frauen vom Tempo auf, hatten die Mainzerinnen große Mühe, ihnen zu folgen. Wie beim Schuss von Svenja Huth, der knapp am 05-Tor vorbeistrich (5.). Oder nach einem Alleingang von Thea Bjelde, deren Flachschuss die Mainzer Torhüterin Marisa Schön bravourös an den Pfosten lenkte (12.). Über Stürmerin Vital Kats kamen die Mainzerinnen danach zwar in eine kurze Phase, in der mal Offensiv-Mut aufblitzte. Doch nach einem Alleingang der Angreiferin rückten ihre Mitspielerinnen zu spät auf. Einen der ganz wenigen Schüsse von Kats wehrte eine Wolfsburger Verteidigerin mit dem Kopf ab (22.).

„Rama Lama Ding Dong“ nach zwei Treffern der Top-Torjägerin

Zur Pause spielten die mitgereisten VfL-Fans in ihrem Block dann ihren Torjingle „Rama Lama Ding Dong“. Bundesliga-Toptorjägerin Ella Peddemors, die lange kaum zu sehen war, hämmerte erst einen abgeblockten Ball unter die Latte zum 0:1 (36.). Die niederländische Nationalspielerin schockte die Mainzerinnen dann mit dem Pausenpfiff erneut mit ihrer Abschlussstärke (45.+1). Wie schon in den Spielen gegen Köln (0:4), Frankfurt (2:3) und in Leipzig (0:5) brachen die 05-Frauen nach den deftigen Rückschlägen ein. Anny Kerim-Lindland (48.) und Huth nach einem Torhüterinnen-Fehler von Schön (49.) erhöhten und sorgten zunächst für Stille am Bruchweg.

Die wich wieder aufmunterndem Applaus, als die 05-Frauen durch Marina Georgieva endlich ihre erste Chance verbuchten, die die Innenverteidigerin aber über das Tor setzte (66.). Ein Fan musste dazu von Sanitätern betreut werden. Sportlich biss Wolfsburg noch einmal gnadenlos zu, als Kessya Bussy zum 0:5 traf (77.). Null Punkte, 3:24 Tore, Tabellenletzter. Um den Klassenerhalt zu schaffen, brauchen die Mainz-05-Frauen nun ein echtes Wunder.

Mainz 05: Schön - Bathmann, Georgieva, Imai, Berg, Pageler (61. Flach) - Takizawa (61. Stöhr), Fetaj (81. Hashitani), Kurishima - Strickler (61. Martin), Kats (74. Bouziane). 

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