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Die Fanlager der beiden Vereine sorgten für ordentlich Derby-Stimmung. Ein Bayern-Banner fiel besonders ins Auge.
München – Das erste Münchner Stadtderby seit über fünf Jahren ist Geschichte. Die Amateure des deutschen Rekordmeisters gewinnen im Grünwalder Stadion gegen den TSV 1860 München mit 4:2 und fahren damit ihren fünften Saisonsieg in der Regionalliga ein. Für die Löwen hingegen ist es die zweite Liga-Niederlage der laufenden Spielzeit.
Und obwohl es eigentlich nur das „kleine Stadtderby“ ist – die ersten Mannschaften der beiden Klubs trafen zuletzt 2008 im DFB‑Pokal aufeinander – steckte jede Menge Derby in der Begegnung drinnen. Neben den sechs Treffern auf dem Rasen, war auch auf den Rängen einiges los. Besonders die Bayern-Anhänger kamen vorbereitet ins Stadion.
Die Bayern-Amateure kamen gut in die Partie, gingen nach zwölf Minuten durch Anton Heinz in Führung und erhöhten in der 23. Minute durch Youngster Tim Binder auf 2:0. Sein Jubel vor der Löwen-Kurve sorgte für erste Becherwürfe. Cristian Leone konnte kurz darauf zwar den Anschlusstreffer für den TSV erzielen, doch Heinz schnürte noch vor der Pause den Doppelpack.
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Im zweiten Durchgang kamen die Löwen mutig aus der Kabine und schafften in Minute 50 durch Emre Erdogan den erneuten Anschluss, doch Artur Degraf setzte letztlich den Schlussstrich und sorgte mit seinem Tor in der 74. Minute für den 4:2-Endstand aus Bayern-Sicht. Trainer Dante war zu diesem Zeitpunkt bereits in der Kabine, nachdem er von Schiedsrichter Felix Wagner die Rote Karte gesehen hatte.
Nach dem letzten Treffer war bei den Löwen etwas die Luft raus – auf den Bayern-Rängen aber noch lange nicht. Bereits nach Wiederanpfiff war die ganze Ostkurve, in der der Auswärtsblock liegt, in eine rote Choreographie getaucht. Hinzu kam ein großes Banner, auf dem die drei Worte „we are red“ (deutsch: „wir sind rot“) zu lesen waren.
Kurz darauf wurde auch jede Menge Pyrotechnik gezündet, woraufhin die Partie sogar für ein paar Minuten unterbrochen werden musste. Zu viel Rauch war auf das Spielfeld gewabert, sodass keine klare Sicht mehr möglich war. Und auch in der Schlussphase sorgte die Bayern-Kurve für Aufmerksamkeit – mit weiteren Bannern.
Darauf beschwerten sich die Anhänger der Amateure des Rekordmeisters über die hohen Ticketpreise: „Stehplatz in Liga 4: 17 €“ Auf einem weiteren Banner stand: „Football for the people“ (deutsch: „Fußball für die Menschen“) und weiter: „So substanzlos wie euer ganzer Verein!“ Nach wenigen Minuten war die Nachricht wieder verschwunden.
Der Slogan „Football for the people“ stammt ursprünglich aus der Löwen-Fanszene gegen den zunehmenden Einfluss von Investoren im Fußball. Unter diesem Motto riefen die Anhänger eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben, um ihren durch Lizenzentzug und Insolvenz in Not geratenen Klub finanziell zu unterstützen. (hbr)