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"Das sollte ihm schon auch klar sein": Jürgen Klopp wird nach Aussagen über Harry Kane wegen mangelnder Kollegialität abgewatscht

Ex-Bayern-Boss Oliver Kahn hat im "Triple - der Hagedorn Fußballtalk" auf RTL/Sky Sport scharf auf die Aussagen Bundestrainer Jürgen Klopp über FCB-Stürmer Harry Kane reagiert.

Klopp hatte sich in der Halbzeitpause des Champions-League-Spiels zwischen dem FC Bayern München und dem FC Arsenal (2:2) bei DAZN kritisch zum taktischen System von FCB-Coach Vincent Kompany geäußert.

Kahn sagte nun dazu: "Ich habe erst nachdenken müssen, ob er Nationaltrainer ist oder immer noch Fußballexperte. Das war so eine typische Fußball-Experten-Aussage, die er da gemacht hat. Dass das natürlich auch als Kritik an einem Vereinstrainer gewertet werden könnte, ich glaube, das sollte Jürgen Klopp schon auch klar sein."

Klopp hatte im besagten Interview in der Halbzeitpause der Partie, als es 1:1 stand, Einblicke in seine Spielbeobachtung gegeben. Auf die Frage, ob er die Begegnung mit speziellem Fokus auf die deutschen Nationalspieler verfolge, entgegnete er, dass er schon vor Jahren aufgehört habe, ein Fußballspiel "normal" zu verfolgen.

Anschließend sagte Klopp über das Münchner Defensivverhalten: "Ich habe bis heute nicht abschließend verstanden, was Bayern gegen den Ball macht und will mich weiterbilden. Mal hybrid, mal gegen den Mann, dann nicht gegen den Mann, dann im Raum. Ich bin immer noch am Lernen, sagen wir es mal so."

Oliver Kahn

Was sagte Jürgen Klopp über die Rolle von Harry Kane bei Bayern?

Besonders das Verhalten von Kane fiel dem DFB-Trainer dabei auf. "Sie haben gerade gesagt: 'Harry Kane ist heute überall.' Das finde ich mit Ball völlig in Ordnung. Aber wenn ich Harry Kane in der letzten Linie stehen sehe und zwar nicht im tiefen Block, sondern im Mittelfeldpressing, dann...", brach Klopp zunächst ab, schob aber hinterher: "Aber ich bin nicht der Papst des Fußballs, alle dürfen machen, was sie wollen. Aber abschließend dahinter gestiegen bin ich immer noch nicht."

Für Kahn überschritt der Bundestrainer mit diesen Aussagen eine Grenze. Der Ex-Keeper zog auch eine Parallele zu Klopps Äußerung über seinen Vorgänger Julian Nagelsmann bei der WM, als Klopp gesagt hatte, Nagelsmann sei "noch" Bundestrainer. "Das hat er damals auch schon angefangen mit dieser für mich schwierigen Aussage, die ja dann irgendwo im Überschwang gefallen sein soll, über Julian Nagelsmann, als gesagt wurde, er sei noch Bundestrainer", sagte Kahn.

Der ehemalige Bayern-Vorstandsvorsitzende appellierte an den Zusammenhalt unter Trainern. "Ich glaube, es geht hier auch ein bisschen um Kollegialität unter den Trainern. Und ich glaube, gerade ein Bundestrainer muss schon genau wissen, was er da sagt. Denn das könnte natürlich, und das passiert ja genau jetzt, dazu führen, dass wir über diese Worte diskutieren. Mich haben die Worte überrascht, weil man das von einem Bundestrainer normalerweise nicht kennt", erklärte Kahn.

Auf der anschließenden Pressekonferenz wurde schließlich auch Bayern-Coach Kompany auf die Aussagen von Klopp angesprochen. Der Belgier wiegelte mit einer sehr kurzen Antwort ab: "Da sage ich nichts zu. Nächste Frage."

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