Zurück
Sandro Wagner ist nach knapp einem Jahr Pause wieder zurück im deutschen Profifußball. Der Trainer hat sich merklich verändert.
Sie haben es versucht. Immer wieder fragten Journalisten auf den Pressekonferenzen von Hannover 96 nach Sandro Wagners persönlichem Empfinden. Wie geht es ihm nach der langen Pause? Wie geht es ihm vor seinem ersten Spiel? Auch am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Ligaspiel gegen den FC St. Pauli probierten sie es. Die Antwort aber blieb die Gleiche: "Es ist wurscht, wie ich mich fühle. Es geht um mehr als um eine Einzelperson." Hannover 96 stehe im Fokus, nicht er selbst. "Es gibt keinen Wagner-Fußball, es gibt nur unseren Fußball. Das hier ist keine One-Man-Show."
Sandro Wagner weiß um das Interesse an seiner Person. Der ehemalige Nationalstürmer und Co-Trainer von Julian Nagelsmann während der EM 2024 ist ein bundesweit bekanntes Gesicht. Er weiß aber auch, welche Auswirkungen dieses Interesse haben kann – positiv wie negativ.
Bei der Nationalmannschaft war Wagner noch ein gefeierter Assistent. Mit lockeren Sprüchen und ehrlichen Medieninterviews kam er in der Mannschaft und bei den Fans gut an, ergänzte Julian Nagelsmann in dieser Hinsicht gut. Auch deshalb begann er mit viel Schwung im Sommer 2025 das Kapitel FC Augsburg. Normalerweise ist der Verein in überregionalen Medien kaum ein Thema, doch mit Sandro Wagner an der Seitenlinie änderte sich das. Zu einer Auftaktpressekonferenz war der Presseraum so gefüllt wie noch nie. Man freute sich über die neu gewonnene Aufmerksamkeit.
Die brachte aber auch eine andere Seite mit sich. Polarisierende Aussagen des heute 38-Jährigen verbreiteten sich in Windeseile. Als Wagner seine Mannschaft im August 2025 stärken wollte und sagte, sie habe die gleiche Qualität wie der FC Bayern, erhielt er dafür heftigen Gegenwind.
Später erklärte er, dass er "zwei Stunden später einen Tick anders geantwortet hätte". Die Emotionen nach der knappen Niederlage gegen den deutschen Rekordmeister (2:3) aber übermannten ihn. Auch eine Geste in Richtung des Publikums nach dem 3:1-Sieg der Augsburger gegen Wolfsburg Anfang Oktober 2025 löste einige Diskussionen um seine Person aus.