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Der raketenhafte Aufstieg von Como 1907 fand am Mittwochabend seinen nächsten Höhepunkte, mit dem 9:1 über Lens trug sich die Fabregas-Elf in die Geschichtsbücher der Königsklasse ein. Vor 45 Jahren kickte der Österreicher Dieter Mirnegg am Comer See. Der Kärntner zeichnte ein völlig konträres Bild vom italienischen Provinz-Klub, der einst nicht weiter von den aktuellen Höhenflüge hätte entfernt sein können...
Hätte vor sieben Jahren jemand gesagt, dass Como mit einem 9:1 über Lens einen neuen Rekord für den höchsten Sieg in der Champions League aufstellen wird, wäre derjenige wohl für verrückt erklärt worden. Und zwar zurecht! Denn der italienische Provinz-Klub dümpelte damals bankrott mit einem Marktwert knapp an der eine-Million-Marke kratzend in der viertklassigen Serie D. Ehe das indonesische Investoren-Brüderpaar Robert und Michael Hartono die „Biancoblu“ für gerade einmal 500.000 Euro kaufte, vom Pleite-Klub zum „FC Hollywood“ machte...
Granden gehen ein und aus
Und der Bezeichnung wird man am Comer See absolut gerecht. Serie A-Titelkampf und Gala für Gala in der Königklasse, wo man sich zu einem wahren Geheimfavoriten mauserte. Zudem gehen Promis wie Film-Granden Jeffrey Goldblum und Hugh Grant oder Kicker-Legende Thierry Henry im Stadio Giuseppe Sinigaglia ein und aus gehen. Der Verein ist viel mehr als nur der Fußball, wurde längst eine globale Lifestyle-Marke, die den Sport mit Luxus und Tourismus verbindet.
Kein Italiener in der Startelf
Nichtsdestotrotz begeistert auch das, was auf dem Platz geleistet wird. Dafür verantwortlich ist niemand geringerer als Cesc Fabregas. Der bei seiner allerersten Trainer-Station auf Anhieb funktionierte, mit Nico Paz und Co. eine mehr als schlagkräftige Gruppe zusammenstellte, in der italienische Spieler aber kaum bis gar nicht zum Zug kommen. Beim Meilenstein gegen Lens etwa kein einziger in der Startelf stand. Doch das war nicht immer so ...
„War kein Prohaska oder Schachner“
Und das weiß kaum einer so genau, wie Dieter Mirnegg. Der Linksverteidiger wechselte 1981 zu Como, erlebte als einziger Legionär im Kader eine der wenigen Saisonen des Klubs in der Serie A mit. „Wir waren damals ein Ausbildungsverein von Inter Mailand. Eine junge Truppe in einem kleinen Verein, wo jeder eigentlich nur den Sprung nach oben schaffen wollte“, erzählt der heute 72-Jährige von seinem kurzen Intermezzo in der Lombardei, dass nur einem Jahr und 15 Einsätzen auch wieder schnell vorbei war. „Das hat nicht gepasst. Sie haben sich sicher auch mehr erwartet von mir. Damals haben auch Herbert Prohaska und Walter Schachner in Italien gespielt, davon war ich leider weit entfernt“, lacht der Kärntner.
„Nicht abzusehen, aber logische Folge“
Was sich kaum verändert hat seit Mirneggs Ausflug nach Como, ist das Stadion. Wenn man so will das einzige Manko des Klubs. „Da ist und war man immer meilenweit weg von den Top-Klubs. Auch deswegen war der Höhenflug in der Art nie abzusehen, aber die logische Folge der Investments.“ Durch etwaige Modernisierungen erfüllt man zwar die Anforderungen für die Austragung von Champions League Spielen, ein mehrphasiger Umbau soll das Giuseppe Sinigaglia aber bald in ein modernes Multifunktionsstadion verwandeln. Ob das den mauen Zuschauerschnitt von knapp 11.500 Fans nach oben treiben wird, ist fraglich. Die Promis werden aber wohl weiterhin zu Besuch kommen...