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BR24 Sport: SpVgg Fürth bald ohne "Greuther"? Abstimmung am Sonntag

Eine Initiative der Fürther Fußball-Fans setzt sich seit Jahren dafür ein, dass ihr Verein zu "SpVgg Fürth" rückbenannt wird. Mit dem "Greuther" können sie sich nicht identifizieren. Doch eine Rückbenennung ist umständlich und teuer.

"Für uns ist das Wort einfach wie ein Fremdkörper", sagt Mario John. Er ist Fürther, Fußballfan und hat die Kampagne "Zurück zum SpVgg" mitorganisiert. Das Wort, das ist das "Greuther" im Namen seines Vereins "Spielvereinigung Greuther Fürth". "Damit sind wir nie richtig warm geworden", sagt John. Deshalb fordern er und andere Fans, dass der Verein rückbenannt wird zu "SpVgg Fürth". Am Sonntag stimmen die Vereinsmitglieder darüber ab.

Wie das "Greuther" nach Fürth kam

Ursprünglich hieß der Verein einfach nur "SpVgg Fürth". Das "Greuther" kam vor 30 Jahren hinzu. Der Spielvereinigung ging es damals finanziell nicht gut. "Das Stadion war kaputt", erzählt Helmut Hack, ehemaliger Präsident des Kleeblatts. Zuvor, also vor 30 Jahren, war Hack noch Präsident des TSV Vestenbergsgreuth, seines Ortsvereins. Der liegt etwa 50 Kilometer nördlich von Fürth. "Wir haben damals vorgeschlagen, den Fußball mit der Spielvereinigung Fürth fortzusetzen", erzählt Hack. Also trat die Fußballabteilung des TSV im Jahr 1996 der SpVgg bei und unterstützte sie. "Allerdings wollten wir in unserem Vermächtnis den Kurznamen für Vestenbergsgreuth, also 'Greuth', erhalten haben."

Verwirrung bei den Fans

Diese Vereinshistorie ist heute aber nicht mehr jedem geläufig. Vor allem den gegnerischen Fans nicht. Mario John erzählt: "Bei Auswärtsspielen passiert es öfter, dass einem eine gute Heimfahrt nach 'Greuther-Fürth' gewünscht wird." Er und andere Fans könnten sich aber auch selbst nicht mit dem Wort "Greuther" identifizieren. Deshalb setzen sie sich seit 2018 für eine Rückbenennung ein – und das mit Nachdruck.

Zahl der Vereinsmitglieder fast verdoppelt

Laut Vereinssatzung braucht es bei der Abstimmung der Mitglieder eine Mehrheit von 75 Prozent für das Vorhaben. Um diese Marke zu erreichen, haben John und die anderen vor einem Jahr dafür geworben, dem Verein beizutreten. Denn abstimmen dürfen nur Mitglieder. John erzählt: "Vor einem Jahr waren wir so bei 3.000 Mitgliedern. Jetzt sind wir bei über 5.000."

Neben einer – aus Sicht der Kampagne – besseren Abstimmungs-Quote hätte der Mitglieder-Zuwachs auch den Vorteil, dass dadurch mehr Mitgliedsbeiträge eingehen. Und die bräuchte der Verein dringend, falls der Titel tatsächlich geändert wird. Denn die Umbenennung könnte laut Vereinspräsidium knapp eine halbe Million Euro kosten. In einer Stellungnahme listet das Präsidium auf: Die Gebäude müssten neu beschildert werden, die Marke neu gestaltet und die Klamotten abgeändert werden.

Die Kampagnenführer sind sich jedoch sicher, die Summe refinanzieren zu können. Sie haben ein "CrowdFANding" gestartet und darüber inzwischen 164.000 Euro eingenommen. Durch andere Einnahmen wie die Mitgliedsbeiträge seien laut John inzwischen 280.000 Euro zusammengekommen. "Den Rest können wir in den Folgejahren noch erwirtschaften", sagt er.

Hack ist gegen die Rückbenennung

Helmut Hack hält von alledem wenig. Dabei geht es ihm nicht ums Geld, sondern um die Wertschätzung. "Diese 30 Jahre seit 1996 war die Blütezeit des Vereins", sagt er. "Das war viel zu gut, als dass ich jetzt sagen könnte, so eine Änderung wäre mir egal." Hack sagt aber auch: "Das ist eine demokratische Wahl. Wenn die Fans entsprechend abstimmen, akzeptiere ich das natürlich."

Das Präsidium der Spielvereinigung will nicht Partei ergreifen. In einer Stellungnahme heißt es: "Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung werden wir ihre Entscheidungen respektieren und uns dafür einsetzen, dass die daraus folgenden Aufgaben verantwortungsvoll wahrgenommen werden."

Für den Fall einer Zustimmung durch die Mitgliederversammlung hat die Kampagne vorgeschlagen, die Rückbenennung schrittweise umzusetzen. Bis zum 1. Juli 2027 könnte der Name und der Markenauftritt der Lizenzmannschaft umgestellt werden. Bis zum 1. Juli 2030 würde dann der Rest folgen, also etwa die Umstellung der Trikots und anderer Ausstattung.

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Quelle: Frankenschau aktuell 06.11.2026 - 16:30 Uhr

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