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Galatasaray sorgt mit verdächtigen Pfiffen für Diskussionen

Lässt Galatasaray im heimischen Rams Park Pfiffe über die Lautsprecher abspielen? © IMAGO/STEINSIEK.CH/IMAGO/JOERAN STEINSIEK

Nutzt Galatasaray Lautsprecher, um die gegnerischen Spieler extra auszupfeifen? Während der türkische Meister diese Vorwürfe bestreitet, vermutet VfB-Torwart Fabian Bredlow, dass etwas dran sein könnte. Was sagen die UEFA-Regularien zu einem solchen Fall?

Drei Emojis und ein Bild reichten aus, um die Stimmung schon vor dem Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und Galatasaray anzuheizen. Das Foto, das der offizielle Social-Media-Account des VfB veröffentlichte, zeigte eine Reihe Lautsprecher im Rams Park, der Heimstätte von Galatasaray, ergänzt durch nachdenkliche Emojis.

Es war wohl eine mehr oder weniger subtile Referenz auf Vorwürfe, die schon nach dem Auswärtsspiel des FC Barcelona in Istanbul aufgekommen waren. Damals kursierte ein Video, in dem bei der Platzbegehung der Teams zwar kaum Zuschauer zu sehen waren, dafür aber eine ordentliche Pfeifkulisse. Eine, die aus den Lautsprechern kommt?

Auch wenige Wochen später, als Bodö/Glimt in Istanbul verlor, standen die Vorwürfe erneut im Raum. Ein norwegischer Reporter vermutete, dass Galatasaray mit Lautsprechern eine feindselige Atmosphäre kreiere. Galatasarays Pressesprecher Coskun Gulbahar wollte die Gerüchte gar in der norwegischen "Dagbladet" widerlegen: "Ihr wisst, wie leidenschaftlich das türkische Volk ist, so ist das einfach. Natürlich kommt die Lautstärke nur von den Fans", erklärte er dort.

Bredlow: "Da stimmt doch was nicht"

Der erwähnte Post des VfB Stuttgart vor dem Spiel säte dann erneut Zweifel. Die Gala-Fans tobten, der VfB Stuttgart löschte den Beitrag wieder und entschuldigte sich – auf Türkisch, wohlgemerkt. Galatasaray nahm die Entschuldigung an, doch die Geschichte war damit noch nicht beendet. Denn auch VfB-Torhüter Fabian Bredlow hatte nach der Partie in Istanbul plötzlich Zweifel an der Echtheit der Kulisse.

"Ich weiß ja auch nicht, ob die alle so von Menschen erzeugt wurden. Vor allem, wenn gesungen wurde und auf einmal Pfiffe kamen, dachte ich mir: Da stimmt doch was nicht", sagte Bredlow nach der 0:2-Niederlage. Sein Kollege Deniz Undav wollte von solchen Theorien hingegen nichts wissen. "Juckt mich gar nicht", sagte der Stürmer darauf angesprochen im Interview nach dem Spiel.

Dabei finden sich auch vom Spiel zwischen Galatasaray und Stuttgart Videos, in denen Stuttgarter Spieler, darunter Ermedin Demirović und Finn Jeltsch irritiert schauen, während sie bei der Platzbegehung in einem halbleeren Stadion lautstarke Pfiffe erhalten. Die Echtheit des Videos ist nicht bestätigt. Was aber, wenn der türkische Meister tatsächlich Stadionatmosphäre aus der Konserve benutzt? Ist das noch im Rahmen des Erlaubten oder hätten andere Klubs die Möglichkeit, dagegen vorzugehen?

UEFA hat klare Regeln zu Lautsprecheranlagen

Um diese Frage zu beantworten, muss man tief ins Regelbuch der UEFA blicken – genauer gesagt in das Sicherheitsreglement. In Kapitel sechs dreht sich in Artikel 43 alles um die Lautsprecheranlage im Stadion und auch darum, wie diese genutzt werden kann. "Über die Lautsprecheranlage dürfen ausschließlich Durchsagen mit neutralem Inhalt gemacht werden", heißt es in Absatz 3. Dazu zählen explizit auch "die Unterstützung der Heimmannschaft" und "jegliche Form von Diskriminierung der Gastmannschaft".

Ein Regelverstoß ist das Abspielen von Pfiffen aus Lautsprechern damit auf jeden Fall. Beschwerde eingereicht hat jedoch noch keiner der Klubs, die in Istanbul gespielt haben. Auch Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth klang nach dem Spiel nicht so, als hätte er Verdacht geschöpft, dass da etwas nicht korrekt abläuft. Im Gegenteil: "Also ich musste mir die Ohren nicht zuhalten", sagte er. "Ich glaube, dass es eher für uns alle heute motivierend war, in der Atmosphäre spielen zu dürfen, und wir haben es alle vertragen und ausgehalten und sind weiterhin gesund."

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Diskussionen um Lautsprecher in Fußballstadien gab es übrigens vor fast 15 Jahren auch schon mal in der Bundesliga – ausgerechnet im eher beschaulichen Hoffenheim. In diesem Fall wurden Lautsprecher genutzt, um die Auswärtsfans zu übertönen, die mit zahlreichen Schmähgesängen gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp aufgefallen waren. Der Verein gab den Vorfall zu und entschuldigte sich. Ein Mitarbeiter sei eigenständig dafür verantwortlich gewesen. Das Ermittlungsverfahren des DFB-Kontrollausschusses wurde am Ende eingestellt.

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