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Als Tennis-Legende Boris Becker im November 1986 die Tenniswelt beherrschte, gelang ihm etwas, das selbst in seiner außergewöhnlichen Karriere herausstach. Vor genau 40 Jahren vollendete der damals 18-Jährige eine unglaubliche Siegesserie.
Boris Becker war 1986 bereits Wimbledon-Sieger, Davis-Cup-Held und Deutschlands größter Sportstar. Doch selbst in seinem märchenhaften Jahr setzte er Anfang November noch einen drauf.
Am 2. November 1986 vollendete Becker ein Kunststück, das bis heute zu den außergewöhnlichsten Leistungen der Tennisgeschichte zählt: Innerhalb eines Monats gewann er Turniere auf drei verschiedenen Kontinenten.
Damals befand sich der Leimener auf dem absoluten Höhepunkt seines frühen Schaffens. Während andere Spieler mit den Strapazen der langen Saison kämpften, reiste Becker um die Welt und sammelte Titel.
Der Auftakt erfolgte Mitte Oktober in Sydney. Dort gewann Becker die New South Wales Open und setzte sich im Finale gegen den Schweden Stefan Edberg durch. Doch statt die erfolgreiche Woche auszukosten, stieg Becker praktisch direkt wieder ins Flugzeug. Sein nächster Halt lag tausende Kilometer entfernt.
In Tokio bestätigte der Deutsche seine herausragende Form eindrucksvoll. Er gewann auch das traditionsreiche Turnier in Japans Hauptstadt und ließ der Konkurrenz erneut keine Chance.
Zwei Turniersiege auf zwei Kontinenten innerhalb weniger Tage waren bereits bemerkenswert. Doch Becker hatte noch nicht genug.
Anfang November machte der Teenager schließlich in Europa Station. Beim Hallenturnier von Paris-Bercy setzte er seine Erfolgsserie fort.
Im Finale am 2. November 1986 besiegte Becker seinen Rivalen Edberg erneut und machte damit das Kontinent-Triple perfekt: Titel in Australien, Asien und Europa innerhalb eines Monats.
Die Bilanz dieser verrückten Reise war beeindruckend. Becker gewann 14 Matches in Serie und sicherte sich drei prestigeträchtige Titel auf drei Erdteilen.
Die enorme körperliche Belastung damals ist durchaus mit der heutigen ATP-Tour zu vergleichen. Lange Flugreisen, Zeitumstellungen und deutlich weniger professionelle Regenerationsmöglichkeiten machten solche Serien damals besonders schwierig.
Umso erstaunlicher war die Leistung des erst 18 Jahre alten Deutschen.
Viele Experten sahen darin einen weiteren Beleg dafür, dass Becker nicht nur über ein riesiges Talent verfügte, sondern auch eine außergewöhnliche mentale Stärke besaß. Während andere Stars unter dem Reisestress litten, schien Becker geradezu davon beflügelt zu werden.
1986 gilt ohnehin als eines der bedeutendsten Jahre der Becker-Karriere. Im Sommer hatte er seinen Wimbledon-Triumph aus dem Vorjahr bestätigt und war endgültig zur globalen Sportikone geworden.
Das Kontinent-Triple im Herbst setzte dem Jahr die Krone auf.
Bis heute wird die außergewöhnliche Serie als eine der spektakulärsten Turnierreisen der ATP-Geschichte angesehen. Drei Titel auf drei Kontinenten innerhalb weniger Wochen: Boris Becker schrieb damit ein weiteres Kapitel seiner Legende, lange bevor er zur deutschen Tennis-Ikone wurde, die Generationen begeisterte.