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Der Weg zur Nummer 1: Zverevs unwahrscheinliche Aufholjagd in der Weltrangliste

Alexander Zverev die Nummer eins der Tennis-Welt? Das erschien vor wenigen Monaten noch utopisch. Ein Rückblick auf ein verrücktes Jahr.

26. Oktober 2025: -5.230 Punkte (Zverevs Rückstand auf Platz 1)

Nach einem durchwachsenen Jahr hofft Zverev in Wien auf den Turniersieg. Das Problem: Im Finale wartet ein gewisser Jannik Sinner als Gegner. Herausforderungen angenommen: Zverev gewinnt den ersten Satz, zeigt seine beste Saisonleistung. Und verliert trotzdem 6:3, 3:6, 5:7.

Sein Kommentar mit Augenzwinkern: "Jannik, du gehst den anderen Spielern sowas von auf den Sack in den vergangenen zwei Jahren. Entspann dich mal. Lass mich auch mal was gewinnen."

Platz Name Punkte
1 Alcaraz 11.340
2 Sinner 10.500
3 Zverev 6.110

9. November 2025: -6.090 Punkte

Nächstes Turnier, nächstes Duell mit Sinner. Es ist das Halbfinale in Paris-Bercy. Und dieses Mal gibt es eine Klatsche: 0:6, 1:6. Zverev ist körperlich angeschlagen, vor allem der Knöchel macht ihm zu schaffen. Weil er im Vorjahr in Paris gewonnen hat, verliert Zverev einige Zähler in der Weltrangliste.

Platz Name Punkte
1 Alcaraz 11.050
2 Sinner 10.000
3 Zverev 4.960

28. Dezember: -6.940 Punkte

Das Jahr endet mit einer Enttäuschung, Zverev verpasst bei den ATP Finals das Halbfinale. Ein Sieg gegen Taylor Fritz in der Gruppenphase ist zu wenig wegen der Niederlagen gegen Felix Auger-Alliassime und, schon wieder, Sinner. Das Abschlussfazit nach einem Jahr mit nur einem Titel beim ATP500-Turnier in München klingt trotzdem versöhnlich. "Ich fand, dass ich die letzten Monate wieder richtig gut Tennis gespielt habe", sagt Zverev.

Platz Name Punkte
1 Alcaraz 12.050
2 Sinner 11.500
3 Zverev 5.110

1. Februar 2026: -9.045 Punkte

Australian Open, der alljährliche Kaltstart zu Saisonbeginn - und Zverev ist gut drauf. Im Halbfinale liefert er Carlos Alcaraz einen ganz großen Kampf mit bitterem Ende: Zverev verliert den fünften Satz 5:7 und Punkte in der Weltrangliste, weil er im Vorjahr ins Finale eingezogen war. Er fällt hinter Novak Djokovic auf Rang vier zurück und sieht Alcaraz auf Platz eins nur noch mit dem Fernglas.

Platz Name Punkte
1 Alcaraz 13.650
2 Sinner 10.300
3 Zverev 4.605

29. März: -8.385 Punkte

Zverev ist auch in den USA gut in Form, hat aber ein Problem. Es heißt Sinner. Bei den Masters in Indian Wells und in Miami verliert er jeweils im Halbfinale gegen den Italiener. Die Tenniswelt der Herren ist weiter sortiert in die Lager: Sinner und Alcaraz weit vorne, dann der ganze Rest. Aber es zeichnet sich ab: Zverev ist der "Best of the rest". Und er erobert Platz drei in der Weltrangliste von Djokovic zurück.

Platz Name Punkte
1 Alcaraz 13.590
2 Sinner 12.400
3 Zverev 5.205

24. Mai: -9.000 Punkte

Glück für Zverev in Madrid: Sinner ist in der anderen Turnierbaumhälfte, so ist der Weg ins Finale frei. Zverev schafft den Endspieleinzug souverän und geht guten Mutes in das nächste Duell mit Sinner. Es wird desillusionierend. 1:6, 2:6. Es ist die neunte Niederlage gegen Sinner in Folge. "Entschuldigung für das Finale, das war nicht mein bester Tag", sagt Zverev in Richtung der Zuschauer. Und in Richtung Sinner: "Du bist der derzeit beste Spieler."

Wie Recht er hat. Sinner gewinnt anschließend auch noch in Rom, es ist sein sechster Masters-Titel in Folge - Rekord. In der Weltrangliste erreicht er den Jahresbestwert von 14.750 Punkten. Hier gehört der Rekord übrigens Djokovic mit 16.950 Punkten.

Platz Name Punkte
1 Sinner 14.750
2 Alcaraz 11.960
3 Zverev 5.750

7. Juni: -6.195 Punkte

Die große Befreiung, Zverev holt einen Grand-Slam-Titel! Bei den French Open fehlt Alcaraz verletzt und Sinner scheidet von Krämpfen geplagt überraschend in der zweiten Runde aus. "Jetzt oder vielleicht nie" heißt es fortan für Zverev, der Erwartungsdruck ist immens. Zverev hält ihm stand, gewinnt das Finale gegen Flavio Cobolli in fünf Sätzen.

Ein sehr lang und intensiv gehegter Traum geht in Erfüllung, jetzt braucht es neue Ziele. Nummer eins der Welt, das steht noch auf Zverevs Bucket List. Der Rückstand ist aber weiterhin gewaltig und kaum jemand zieht ernsthaft in Erwägung, dass sich daran so schnell etwas ändert.

Platz Name Punkte
1 Sinner 13.500
2 Alcaraz 9.960
3 Zverev 7.305

12. Juli: -4.970 Punkte

Wimbledon, das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres, und wieder ist Zverev bärenstark. Befreit vom Makel, noch nie einen Grand Slam gewonnen zu haben, stürmt Zverev ins Endspiel und fordert einmal mehr Sinner heraus. Er gewinnt den ersten Satz 7:6, erzwingt auch im zweiten Durchgang einen Tiebreak. Doch Sinner zeigt seine Extraklasse, triumphiert in vier Sätzen.

Anschließend sagt er auf dem Court in Richtung Zverev: "Ich weiß, eins deiner Ziele ist, Nummer eins der Welt zu werden. Du bist sehr nah dran. Wir müssen sehr vorsichtig sein." Immerhin übernimmt Zverev schon einmal Platz zwei vom immer noch verletzten Alcaraz. Auf Sinner fehlen ihm aber noch fast 5.000 Punkte, das ist eine Menge Holz.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnt: Das Wimbledonfinale ist Sinners letztes Spiel des Jahres, eine rätselhafte Entzündung im Knie stoppt seinen Siegeszug.

Platz Name Punkte
1 Sinner 13.450
2 Zverev 8.480
3 Alcaraz 8.106

13. September: -1.810 Punkte

Bei den US Open gibt Alcaraz nach viereinhalb Jahren Verletzungspause sein Comeback und ist gleich on fire, aber noch nicht ganz der alte. In einem hochklassigen Viertelfinale unterliegt er dem Amerikaner Ben Shelton. So hat Zverev erneut die Möglichkeit, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, ohne Alcaraz oder Sinner dafür aus dem Weg räumen zu müssen. Er nutzt seine Chance, bezwingt Alcaraz-Bezwinger Shelton im Finale. Was für ein Jahr!

Spätestens jetzt ist auch Weltranglistenplatz eins greifbar nahe. Zverev kratzt an der 10.000er-Marke, so viele Punkte hatte er noch nie. Vor allem aber verliert Sinner mit jedem Turnier, das er verletzungsbedingt verpasst, viele Punkte. Als Sinner sein vorzeitiges Saisonende bekanntgibt, ist Anfang Oktober auch rechnerisch klar: Zverev wird Platz eins noch in diesem Jahr übernehmen.

Das Verletzungspech von Sinner und Alcaraz hat die furiose Aufholjagd ermöglicht, aber Zverevs Leistung ist dennoch beeindruckend. Er hat den Rest der Welt deklassiert. Der Nächstbeste in der Weltrangliste, Ben Shelton, hat knapp 5.000 Punkte weniger.

Platz Name Punkte
1 Sinner 11.500
2 Zverev 9.690
3 Alcaraz 5.560

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