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Alphonso Davies sorgte beim 2:2-Unentschieden des FC Bayern gegen den FC Arsenal für eine der größten Überraschungen. Vincent Kompany setzte den Kanadier nicht wie gewohnt als Linksverteidiger ein, sondern beorderte ihn auf den linken Flügel. Ein Schachzug, der voll aufging. Wie BILD-Fußballchef Christian Falk nun enthüllt, war diese Idee allerdings keineswegs spontan entstanden.
Davies gehörte gegen die Londoner zu den auffälligsten Bayern-Spielern. Mit seiner enormen Geschwindigkeit stellte der 25-Jährige die Arsenal-Defensive immer wieder vor Probleme. In der 35. Minute belohnte er sich nach einem sehenswerten Zuspiel von Harry Kane mit dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.
Die ungewöhnliche Positionierung hatte zunächst für Verwunderung gesorgt. Schließlich gilt Davies seit Jahren als einer der besten Linksverteidiger Europas. Doch offenbar hatten die Bayern-Verantwortlichen bereits bei der Kaderplanung eine ganz andere Verwendung für den kanadischen Nationalspieler im Hinterkopf.
Im BILD-Podcast „Bayern Insider“ verriet Falk, dass es bereits während der Transferperiode entsprechende Überlegungen an der Säbener Straße gegeben habe.
Hintergrund war die Suche nach einem weiteren klassischen Flügelspieler. Die Münchner verpflichteten zwar Ismael Saibari, der Marokkaner ist allerdings kein gelernter Linksaußen. Auch eine interne Lösung mit Arijon Ibrahimovic stand zunächst im Raum, bevor der Youngster zum FC Augsburg verliehen wurde.
Laut Falk setzten sich Kompany, Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund deshalb zusammen, um über die Besetzung der linken offensiven Außenbahn zu sprechen. „Und da ist schon die Idee entstanden: Wir haben ja Alphonso Davies“, berichtete Falk.
Der Transfer-Insider machte deutlich, dass der Einsatz gegen Arsenal keineswegs eine kurzfristige Reaktion auf die Personalprobleme war. Vielmehr hatten die Verantwortlichen Davies schon länger als zusätzliche Option für die Offensive eingeplant.
Auch BILD-Reporter Heiko Niedderer hält die Überlegungen für nachvollziehbar. Schließlich haben die Münchner mit Nathaniel Brown im Sommer einen weiteren hochkarätigen Linksverteidiger verpflichtet. „Deswegen macht das natürlich durchaus Sinn“, erklärte Niedderer mit Blick auf die Möglichkeit, Davies weiter vorne einzusetzen.
Die personelle Konstellation könnte dem Bayern-Trainer künftig zusätzliche taktische Möglichkeiten eröffnen. Während Brown auf der linken Abwehrseite zum Einsatz kommen kann, wäre Davies eine Alternative für die Offensive.
Gerade angesichts der aktuellen Verletzungssorgen könnte diese Flexibilität noch wertvoll werden. Luis Díaz fällt nach seinem Einsatz gegen Arsenal mit einem Muskelbündelriss aus. Zudem hatte der Rekordmeister zuletzt mehrfach mit Ausfällen in der Offensive zu kämpfen.
Davies selbst bewies gegen Arsenal eindrucksvoll, dass er auch auf seiner ursprünglichen Position als Flügelspieler eine echte Waffe sein kann. Gut möglich, dass Kompany künftig häufiger auf diesen bereits im Sommer entwickelten Plan zurückgreift.