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Mit 67 Treffern in 145 Länderspielen steht sie auf Rang drei der ewigen Torschützinnen-Liste der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft, 195 Tore in 390 Partien im grün-weißen Dress bescheren ihr außerdem einen Platz unter den Rekordspielerinnen des VfL Wolfsburg: Alexandra Popp ist zweifelsohne eine der besten und wohl auch bekanntesten deutschen Stürmerinnen des letzten Jahrzehnts – und trotzdem spielt sie bei Borussia Dortmund in der Regel auf der Zehn. BVB-Coach Markus Högner hatte zu Beginn der Saison erklärt, dass man die Qualitäten der 35-Jährigen in dieser Rolle am besten nutzen könne.
Bislang war Popp deswegen höchstens mal im Verlauf eines Spiels in den Sturm vorgerückt, wenn Ramona Maier ausgewechselt wurde. Beim 5:0-Sieg über den 1. FFC Recklinghausen am vergangenen Sonntag bot Högner seine Kapitänin erstmals von Beginn an in der Spitze auf. „Wir brauchten Alex heute in der Box, weil wir wussten, dass der Gegner tief steht und es dadurch immer schwierig ist, Lücken zu finden“, begründete der 59-Jährige seine kleinere Systemumstellung, die auch zwei weitere personelle Änderungen mit sich brachte.
Zum einen bekam Ronja Leubner durch Popps Vorrücken nach längerer Zeit mal wieder einen Startelfeinsatz. „Ich war jetzt, dadurch, dass ich krank war, ein bisschen raus und habe länger nicht so viel gespielt. Aber ich glaube, von der Fitness her habe ich es ganz gut gemacht und es hat Spaß gemacht“, sagte die 22-Jährige nach der Partie, in der sie mit ihrer eigenen Leistung allerdings nicht vollends zufrieden war: „Ich hatte jetzt nicht die Riesenaktionen, aber ich habe ein Tor gemacht und eine Chance vergeben.“ Angesprochen auf ihren Lattenkracher, der letztlich zum perfekten Assist für Popps dritten Treffer wurde, ergänzte Leubner lachend: „Ich wollte mich einfach für ihre Vorlage bedanken.“
Eine Torbeteiligung stand für Melanie Schuster am Sonntagabend zwar nicht zu Buche, besonders hervorzuheben war die 29-Jährige dennoch. Eigentlich Innenverteidigerin, brillierte sie in Oer-Erkenschwick nämlich rechts hinten. „Also ich habe da schon mal gespielt, aber das ist natürlich eine Weile her“, gestand Schuster. „Ich habe es so ein bisschen kommen sehen, weil wir Donnerstag beim Training Elf-gegen-Elf gespielt haben und ich da die Außenposition bekleidet habe. Deswegen habe ich mir schon gedacht, dass es passieren könnte – auch dadurch, dass ich es gegen Essen zum Ende schon gespielt habe.“ Beim 1:0 über die SGS-U21 war sie nach der Hereinnahme von Lara Schmidt in der 66. Minute nach außen gerückt.
„Gerade in Person von Melli haben wir tolle Flanken aus dem Halbfeld an den zweiten Pfosten gespielt“, lobte Högner, „und da gewinnt Alex dann natürlich die Kopfballduelle. So konnten wir dann auf den zweiten Ball gehen, beziehungsweise hat Alex selbst die Kopfbälle verwertet.“ Die Bedeutung von Schusters Diagonalbällen sei für den Erfolg gegen Recklinghausen daher keinesfalls zu unterschätzen. Immerhin trugen diese – „ich würde sagen grundsätzlich habe ich die drin und spiele die auch gerne“ – am Ende genauso zum 5:0-Sieg bei wie Popps Dreierpack und Leubners zwei Scorer. Und so konnte Högner letztlich auch zufrieden resümieren: „Ich denke, dieses taktische Konzept ist aufgegangen.“