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Blanka Dörfel mit Sensations-Debüt in Frankfurt

Bei ihrem Marathon-Debüt stürmte Blanka Dörfel beim Frankfurt-Marathon 2026 in der ewigen deutschen Bestenliste auf Anhieb auf Rang zwei.

Blanka Dörfel hat mit einem sensationellen Marathon-Debüt den deutschen Männern beim Mainova Frankfurt-Marathon die Show gestohlen. Hinter der äthiopischen Siegerin Zeineba Yimer, die bei schwierigen, nassen und windigen Bedingungen in 2:19:45 Stunden triumphierte, lief die Berlinerin als Zweite nach 2:20:46 ins Ziel und wurde damit auf Anhieb zur zweitschnellsten deutschen Läuferin aller Zeiten über die 42,195 km. Und auch in Europa ist ihr Ergebnis eine Topzeit: Die 24-Jährige sortierte sich in der kontinentalen Alltime-Liste sogar auf Rang acht ein. In diesem Jahr ist sie in Europa jetzt die Nummer zwei. Platz drei belegte in Frankfurt Beriha Gebreslasie (Äthiopien) mit 2:22:46.

Im Rennen der Männer triumphierte überraschend Jirata Dinki. Der Äthiopier war nach 2:05:26 im Ziel in der Frankfurter Festhalle und verhinderte damit einen deutschen Triumph: Mit einem starken Rennen wurde Amanal Petros Zweiter in 2:05:46. Der Europameister ist der erste deutsche Läufer in diesem Jahrtausend, der in Frankfurt im Männerrennen einen Podest-Platz erreichte. Dritter wurde mit Benard Biwott (Kenia) der Sieger des Rennens von 2024 mit 2:06:23. Richard Ringer belegte in 2:07:07 Platz fünf, Samuel Fitwi wurde Siebenter mit 2:08:57.

Eine Rekordzahl von 19.720 Läufern aus 128 Nationen hatte für den 43. Mainova Frankfurt Marathon gemeldet. Nach 25 Jahren war es das letzte Rennen als Race-Direktor für Jo Schindler „Ich werde weiterhin als Berater für das Rennen zur Verfügung stehen. Wir haben mit London Marathon Events einen großartigen strategischen Partner gefunden und mit Holger Kranz kommt ein Nachfolger, der die Veranstaltung hervorragend entwickeln kann“, sagte Jo Schindler.

Das Rennen der Frauen

Die favorisierte Zeineba Yimer und die Debütantin Blanka Dörfel rückten in den Mittelpunkt. Die 28-jährige Äthiopierin übernahm von Beginn an die Führung und wurde zunächst nur von ihrer Landsfrau Siranesh Yirga begleitet. Ab Kilometer 30 konnte diese das Tempo nicht mehr mitgehen. Obwohl Yimer auf den letzten Kilometern hart kämpfen musste, brachte sie den Sieg mit 2:19:45 ins Ziel. Ihre Zeit ist die sechstbeste einer Läuferin in der Geschichte des Rennens „Ich habe gehofft, dass ich gewinnen werde. Das Wetter hat es nicht gut mit uns gemeint. Der Regen hat mich gebremst, aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung“, sagte sie.

Zeineba Yimer gewann in Frankfurt in 2:19:45 Stunden.

An zweiter Position gelang der 24-jährigen Blanka Dörfel (Berlin Athletics CC) in 2:20:46 Stunden ein sensationelles Debüt. Unbekümmert und mit rundem Schritt löste sie sich aus einer zehnköpfigen Verfolgerinnen-Gruppe. Ab der Halbmarathonmarke verkürzte sie kontinuierlich den Abstand zur Spitze. Ab Kilometer 27 konnten ihre unmittelbaren Konkurrentinnen nicht mehr folgen. Bei Kilometer 33 übernahm Dörfel Platz zwei und behauptete diese Position bis zum jubelnden Zieleinlauf. Zeitweilig sah es so aus, als könnte sie sogar unter 2:20:00 Stunden laufen.

„Ich bin sehr happy. Dass jetzt eine 2:20:00 als Ergebnis dasteht, ist toll. Die nasse Strecke war eine Herausforderung, ich hatte viele Fußbäder. Bis zum Halbmarathon habe ich mich super gefühlt, danach wurde es ein kleines bisschen anstrengender. Die letzten fünf Kilometer waren dann hart für mich. Ich laufe auch im Training ohne Uhr und nur nach Gefühl, nicht nach Zeit. Es war für mich immer ein Fragezeichen, welche Zeit möglich ist. Erst in der Festhalle hatte ich die 2:20 gesehen und gemerkt, wie schnell ich bin. Ich habe einfach das gemacht, was ich im Training mache. Ich fand das Publikum toll. So viele Leute haben geschrien „Blanka, lauf!“ Es war ein super Tag.“, sagte sie.

Blanka Dörfels Leistung war in vielfacher Hinsicht außergewöhnlich beziehungsweise einmalig. Mit ihrer Zeit ist sie die zweitschnellste deutsche Marathonläuferin aller Zeiten. Nur Irina Mikitenko war 2008 in Berlin mit 2:19:19 Stunden schneller. In der europäischen All-Time-Liste liegt Dörfel auf Rang acht. Zudem erzielte sie die deutsche Jahresbestzeit 2026 und sie ist die zweitschnellste Europäerin des Jahres – nur knapp hinter der finnischen Europameisterin Alisa Vainio mit 2:20:39.

Ihr Rennen bedeutet zudem das schnellste Marathondebüt einer deutschen Läuferin – bisher 2:23:57 von Melat Kejeta in Berlin 2019. Zudem ist sie nun mit großem Abstand die schnellste Deutsche in der Geschichte des Frankfurt-Marathons. Diese Position hatte bisher Fate Tola mit 2:25:42 aus dem Jahr 2016 gehalten. Auch sie war damals Zweite. „Das war der Anfang einer großen Karriere“, prophezeite Philipp Kopp, Sportlicher Leiter des Rennens.

Das Rennen der Männer

Nach dem Start schlug die Spitzengruppe der Männer ein Tempo ein, das ungefähr im Bereich des deutschen Rekordes lag. Der Europameister und Vize-Weltmeister Amanal Petros (Hannover 96), der die Bestmarke mit 2:04:03 Stunden hält, und Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) wollten den Rekord angreifen. Und auch Richard Ringer (LC Rehlingen) lief vorne in einer großen Gruppe mit. Doch es wurde recht schnell klar, dass die ungünstigen Wetterbedingungen keine Rekorde möglich machen würden. Bei Kilometer 10 deutete die Durchgangszeit von 29:55 Minuten bereits auf eine Zielzeit von etwas über 2:06 Stunden hin. Der Halbmarathon-Punkt war dann nach 63:01 Minuten erreicht.

In der Folge entwickelte sich kein superschnelles Rennen, aber ein sehr spannendes. Es waren Amanal Petros und Benard Biwott, die rund zehn Kilometer vor dem Ziel das Tempo verschärften und einen kleinen Vorsprung herauslaufen konnten. Zu diesem Zeitpunkt fiel Samuel Fitwi, unter muskulären Problemen leidend, zurück während Richard Ringer versucht, Anschluss an die beiden führenden Läufer zu finden. Doch der Europameister von 2022 kam nicht an das Duo heran und fiel in der Folge auch weiter zurück. Jedoch kam ein anderer Läufer immer dichter an Petros und Biwott heran: Der 24-jährige Jirata Dinki, der mit einer Bestzeit von 2:08:18 ins Rennen gegangen war, schloss dann nach rund 37 km auf.

Nur dem Äthiopier Jirata Dinki gelang es beim Frankfurt-Marathon 2026 Amanal Petros hinter sich zu lassen.

Nun startete Amanal Petros einen erneuten Vorstoß und es sah so aus, als ob der Europameister das Rennen gewinnen könnte. Benard Biwott war geschlagen, aber wiederum kam Jirata Dinki zurück und ergriff dann seinerseits die Initiative. „Ihn hatte ich nicht auf der Rechnung“, sagte Amanal Petros, der sich rund zwei Kilometer vor dem Ziel endgültig geschlagen geben musste. Nur zweieinhalb Monate nach einem extrem harten EM-Rennen fehlte dem Europameister die Kraft, um noch einmal an Jirata Dinki heranzukommen. „Ich habe es versucht, aber bei dem Wetter war klar, dass es nichts wird mit dem Rekord. Dann habe ich wohl etwas zu früh attackiert - daraus werde ich lernen. Natürlich hätte ich gerne gewonnen, aber so ist es im Marathon“, sagte Amanal Petros, der aber als Zweiter mit 2:05:46 die mit Abstand schnellste Zeit eines deutschen Läufers in der Geschichte des Mainova Frankfurt Marathons erreichte.

„Das Wetter war nicht optimal, daher bin ich vorsichtiger angelaufener. Ich war mir aber sicher, dass ich ein gutes Rennen laufen würde. Das ist ein sehr großer Sieg für mich“, sagte Jirata Dinki, der in seinem dritten Marathon den mit Abstand größten Erfolg seiner Karriere feierte.

Ergebnisse der Männer

  1. Jirata Dinki ETH 2:05:26
  2. Amanal Petros GER 2:05:46
  3. Benard Biwott KEN 2:06:23
  4. Haimro Alame ISR 2:06:58
  5. Richard Ringer GER 2:07:07
  6. Abe Gashahun ETH 2:07:19
  7. Samuel Fitwi GER 2:08:57
  8. Amaniel Habtom ART 2:09:08
  9. Adisu Negash ETH 2:10:33
  10. Martin Zajic CZE 2:13:17

Ergebnisse der Frauen

  1. Zeineba Yimer ETH 2:19:45
  2. Blanka Dörfel GER 2:20:46
  3. Beriha Gebreslasie ETH 2:22:46
  4. Aselef Amare ETH 2:25:31
  5. Siranesh Yirga ETH 2:26:05
  6. Mehret Gemeda ETH 2:26:49
  7. Marion Kibor KEN 2:26:52
  8. Janet Ruguru KEN 2:27:36
  9. Birke Debele ETH 2:31:00
  10. Annabel Gummow GBR 2:31:10

Die schnellsten deutschen Läuferinnen aller Zeiten

2:19:19 Irina Mikitenko (Wattenscheid) Berlin 28.9.2008

2:20:46 Blanka Dörfel (Berlin Athletics CC) Frankfurt 25.10.2026

2:21:26 Domenika Mayer (Regensburg) Hannover 12.4.2026

2:21:47 Melat Kejeta (Kassel) Dubai 7.1.2024

2:22:17 Fabienne Königstein (Mannheim) Berlin 21.9.2025

2:24:32 Laura Hottenrott (Kassel) Valencia 3.12.2023

2:24:35 Katrin Dörre-Heinig (Leipzig) Hamburg 25.4.1999

2:24:54 Deborah Schöneborn (Berlin) Houston 14.1.2024

2:24:56 Katharina Steinruck (Frankfurt) Osaka 14.2.2023

2:25:37 Uta Pippig (Berlin) Berlin 26.9.1995

Die schönsten Marathon-Bilder aus Frankfurt

Brezellauf und Struwwelpeterlauf als perfekter sportlicher Auftakt

Schon am Samstag, dem Tag vor dem Marathon war in Frankfurt einiges los. Nicht nur wurden auf der Marathon-Messe Startnummern abgeholt, sondern auch bereits die Laufschuhe geschnürt. Beim traditionellen Brezellauf kamen Teilnehmende, Begleitpersonen und Zuschauer zusammen, um gemeinsam für das passende Warm-Up zu sorgen. Gelaufen wurden rund fünf Kilometer in lockerem Tempo, sodass alle, die am Folgetag über die vollen 42,195 Kilometer starteten, nochmal die Beine locker laufen konnten. Im Ziel am Messerturm wartete auf alle Finisher eine Frankfurter Brezel, ein Getränk sowie eine kreative Medaille.

Die schönsten Brezellauf-Bilder aus Frankfurt

Beim Struwwelpeterlauf zeigten hingegen die Nachwuchshoffnungen im Alter zwischen fünf und neun Jahren ihr Können. Auf sie warteten lediglich 420 Meter, sodass Sprintfähigkeiten im Fokus standen.

Die schönsten Struwwelpeterlauf-Bilder aus Frankfurt

Am Marathontag folgten dann um 11:00 Uhr die älteren Kinder und Jugendlichen. Sie nahmen zehn Prozent der Marathondistanz, also 4,2 Kilometer in Angriff und gaben dabei ebenfalls ihr Bestes.

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