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Lucas Pinheiro Braathen hat nach seinem Sölden-Sieg den Gesamtweltcup im Visier. Mit einem ungewöhnlichen Plan will er Marco Odermatts Dominanz brechen.
Der erste Schlag gegen Marco Odermatt sitzt. Lucas Pinheiro Braathen hat den Schweizer zum Weltcup-Auftakt in Sölden um 49 Hundertstelsekunden distanziert. Doch dem Brasilianer reicht die kleine Kristallkugel im Riesentorlauf längst nicht mehr. Sein nächstes Ziel ist der Gesamtweltcup. Dafür wagt der 26-Jährige einen Schritt, den ihm bisher kaum jemand zugetraut hätte: Er will künftig auch im Super-G Punkte sammeln.
"Ich habe niemals ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich den Gesamtweltcup will", erklärte Braathen nach seinem neunten Weltcupsieg.
Bislang war Braathen fast ausschließlich in den technischen Disziplinen erfolgreich. Fünf seiner neun Weltcupsiege holte er im Riesentorlauf, vier im Slalom.
Im Super-G stehen dagegen erst zwei Starts in seiner Statistik. Dabei belegte er die Plätze sieben und 64.
Nun sollen in Copper Mountain und Beaver Creek weitere Einsätze folgen. Gelingt der Einstieg, könnte Braathen sein Speedprogramm während des Winters ausbauen.
Der Gedanke dahinter ist klar: Während Odermatt seit Jahren im Riesentorlauf, Super-G und in der Abfahrt regelmäßig punktet, musste Braathen bislang fast alle Zähler in zwei Disziplinen holen.
Dass Braathen den Schweizer inzwischen ernsthaft fordern kann, zeigte sich bereits in der vergangenen Saison. Der Brasilianer entriss Odermatt die Riesentorlauf-Kugel und setzte seine Siegesserie nun in Sölden fort.
Odermatt selbst gestand nach Platz drei, dass seine frühere Überlegenheit nicht mehr selbstverständlich sei.
"Die absolute Toptopform wie vor zwei Jahren, wo einfach nichts falsch gegangen ist, die habe ich nicht mehr", erklärte der fünffache Gesamtweltcupsieger.
Der Konkurrenzkampf werde härter, er müsse sich inzwischen "brutal strecken".
Noch sieht der Brasilianer den Gesamtweltcup nicht als kurzfristiges Muss. Er möchte ihn allerdings unbedingt gewinnen, bevor er seine Karriere beendet.
"Ich fühle, dass ich in einem Stadium meiner Karriere bin, in dem ich dazu fähig bin", erklärte er nach dem Sölden-Erfolg.
Die entscheidende Herausforderung wartet dabei abseits seiner bisherigen Spezialdisziplinen. Seine ersten Super-G-Einsätze plant Braathen Ende November in Nordamerika.
Zunächst steht am 15. November in Levi der Slalom-Auftakt auf dem Programm. In Copper Mountain folgt am 28. November der erste Super-G des Weltcup-Winters.