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Vincent Kompany erholt sich nach einer Hirnhautreizung. Frühe Aussagen bei seinem Amtsantritt beim FC Bayern zeigen, wie extrem der Trainer sein Pensum anlegte.
München – Die gute Nachricht zuerst: Vincent Kompany befindet sich auf dem Weg der Besserung. Rund um das DFB-Pokalspiel des FC Bayern gegen den 1. FC Magdeburg verkündete Sportvorstand Max Eberl, dass beim Erfolgscoach der Münchner eine Hirnhautreizung diagnostiziert worden war – ausgelöst durch einen zuvor verschleppten viralen Infekt.
Kompanys Körper verlangte eine Auszeit, der frühere Weltklasse-Innenverteidiger überfuhr zuvor sämtliche Stoppschilder. Und arbeitete trotz Krankheit einfach weiter. Ein fataler Fehler, für den er schließlich einen hohen Preis bezahlen musste und der als Warnsignal zu verstehen ist. Nicht nur im Fußballkosmos – er gilt für die gesamte Gesellschaft: Wer krank ist, braucht Erholung.
Dabei gab es bei Kompany schon sehr früh in seiner Bayern-Zeit ganz klare Hinweise darauf, welchen Platz die Arbeit in seinem Leben einnimmt. Als er im Mai 2024 beim FC Bayern München vorgestellt wurde, kündigte der Belgier bedingungslose Hingabe an. Mit großer Entschlossenheit beschrieb der damals neue Cheftrainer seine Philosophie: „Ich habe keinen Lifestyle außerhalb der Arbeit. Mein Lifestyle ist die Arbeit. Ich bin all in.“ Damals klangen diese Worte nach dem unbändigen Ehrgeiz eines Trainers vor seiner neuen Aufgabe. Heute, knapp zweieinhalb Jahre später, erscheinen sie in einem neuen Licht und wie ein Warnschuss.
Am 23. Oktober brach Kompany während des Trainings der Bayern-Amateure an der Säbener Straße zusammen und musste per Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden. Es war der unmissverständliche Hilferuf des eigenen Körpers, der ihm diese Zwangspause einbrachte.
Dass Kompany den Trainerberuf als 24/7-Aufgabe verstand, war an der Säbener Straße schnell spürbar – so hatte er es mit Rückblick auf seine Zeit in Burnley auch in jener Antritts-PK erklärt. Akribische Videoanalysen bis tief in die Nacht, Schlafmangel und ein immenses Arbeitspensum prägten seit jeher seinen Trainer-Alltag. Kompany forderte von seiner Mannschaft einen Fußball mit der Wucht eines Hurrikans – und lebte diesen maximalen Anspruch auch sich selbst vor.
Inzwischen gibt es immerhin vorsichtige Entwarnung: Nach knapp einer Woche im Krankenhaus durfte Kompany die Klinik wieder verlassen und kuriert sich nun in den eigenen vier Wänden aus. Doch an eine schnelle Rückkehr auf den Trainingsplatz ist vorerst nicht zu denken. Für die vollständige Genesung von der Hirnhautreizung ist absolute Ruhe erforderlich.
Eberl stellte klar, dass der Verein dem Trainer jede erdenkliche Zeit geben wird. An der Seitenlinie wird Kompany vorerst von seinen Assistenten Aaron Danks und Rene Maric vertreten. Dass der FC Bayern mit diesem Interimsgespann für die kommenden Wochen plant, nimmt zusätzlichen Druck vom Cheftrainer. Zudem erreichten Kompany nach dem Vorfall zahlreiche emotionale Genesungswünsche von Trainerkollegen aus der gesamten Liga.
Die Zwangspause zwingt nun auch einen Arbeiter wie Kompany zum Innehalten. Seine Worte bei Amtsantritt zeigten den enormen Willen – sie sind aber auch eine Mahnung daran, dass im modernen Spitzenfußball selbst der größte Erfolg wertlos ist, wenn die eigene Gesundheit auf der Strecke bleibt. (akl)