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Deutschland hat – nach langem Warten – wieder eine Nummer eins im Herren-Tennis. Alexander Zverev bringt den 35-jährigen Bann. Vorgänger Becker gratuliert.
Wien – Kurz und prägnant. Keine umschweifenden Worte, den Fokus nicht auf sich richtend – sondern einzig auf den Mann der Stunde. Alexander Zverevs „Vorgänger“ Boris Becker schickte seine Glückwünsche an die neue Nummer eins der Tenniswelt per Social Media. „Gratulation, Sascha“, schrieb die deutsche Ikone bei X, nachdem der Sprung auf Platz eins der Weltrangliste perfekt war. Erstmals seit Becker 1991 steht wieder ein Deutscher ganz oben.
„Es ist anders als ein Turnier zu gewinnen, anders als eine Trophäe zu gewinnen. Aber es ist natürlich ein wahnsinniges Gefühl“, sagte Zverev am Sky-Mikrofon, nachdem er durch ein 6:4, 7:5 gegen Tallon Griekspoor ins Viertelfinale des ATP-Turniers in Wien eingezogen war. Durch diesen Sieg wird er ab Montag als Nummer eins geführt. Dass Zverev den Italiener Jannik Sinner überholen und die Saison an der Spitze beenden würde, hatte ohnehin bereits festgestanden.
Viel Zeit zum Feiern hatte Zverev nicht, schon am Freitag ist er in der Runde der letzten acht gegen den Briten Arthur Fery gefordert. Dennoch nahm er sich einen Moment, um zurückzublicken. Auf eine Saison, in der er in Paris und New York seine ersten beiden Grand-Slam-Titel gewonnen hatte, ehe er mit stolzen 29 Jahren auf die Eins kletterte. „Ich musste warten, aber manchmal muss man auf die besten Dinge im Leben warten“, so Zverev. Er habe „keine Worte für dieses Jahr“.
Die Gründe für den Erfolg sah Zverev unter anderem in der Anpassung seiner Spielweise hin zu einem aggressiveren und aktiveren Stil. „Ich war mutig. Ich habe mein Spiel geändert dieses Jahr. Ich habe gesagt, dass ich mal was anderes probiere. Mit 29 Jahren. Ich glaube, das würde nicht jeder machen. Ich bin glücklich, dass das geklappt hat. Ich bin glücklich, dass ich jetzt da bin, wo ich bin. Das Jahr ist natürlich ein Traum.“
Direkt am Freitag geht es – wie bereits erwähnt – für Zverev sportlich weiter. Ab 17.30 Uhr bekommt er es in seinem Viertelfinale mit Fery zu tun. Auch einer der Kontrahenten, die Alexander Zverev in diesem Jahr bei einem bedeutenden Sieg aus dem Weg räumte. Seinerzeit nämlich im Halbfinale beim Grand Slam in Wimbledon. (rele)