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Kapitän Enric Gallego musste seine Rede unter Tränen mehrmals unterbrechen. © IMAGO/Europa Press Canarias
Fans rufen immer wieder seinen Namen, der Kapitän muss seine Rede mehrfach unterbrechen: Die Gedenkfeier auf Teneriffa für den verstorbenen Jesús de Miguel geht unter die Haut.
Unter Tränen und mit Sprechchören haben Fans, Mannschaft und Fußball-Prominenz auf Teneriffa Abschied von Jesús de Miguel genommen.
Bei der knapp 100-minütigen Gedenkfeier für den verstorbenen Profi des spanischen Zweitligisten CD Teneriffa rang Kapitän Enric Gallego auf einer Bühne auf dem Rasen immer wieder um Fassung. Hinter ihm hing im Stadion des spanischen Clubs eine riesige Fahne mit dem Konterfei seines gestorbenen Mitspielers.
Gallego musste seine Rede im Heliodoro-Rodríguez-López-Stadion mehrfach unter Tränen unterbrechen. Immer wieder richtete er sich an de Miguels Partnerin María und Tochter Carla. Für seine Worte gab es stehend dargebrachte Ovationen.
"Demi, du wirst immer einer von uns bleiben. Es fällt uns allen schwer zu glauben, dass du nicht mehr unter uns bist. Dass wir dich nie wieder in die Umkleidekabine kommen sehen, nie wieder gemeinsam trainieren oder ein Spiel vorbereiten werden und deine Stimme nie wieder hören werden", bedauerte er unter Tränen.
"Von dir in der Vergangenheitsform zu sprechen, ist zutiefst ungerecht. (...) Du warst einfühlsam, zurückhaltend, ungekünstelt, nahbar. Dein Teamgeist, deine Bescheidenheit, deine Güte und vor allem deine Lebensfreude sind Dinge, an die wir uns unser ganzes Leben lang erinnern werden", versprach er.
Auch Clubpräsident Felipe Miñambres stockte die Stimme. Zu den Gästen gehörte auch der frühere Weltklasse-Stürmer Emilio Butragueño von Real Madrid.
Immer wieder riefen die Fans de Miguels Namen und würdigten ihren verstorbenen Liebling mit Sprechchören. Bei der Schweigeminute und dem Abspielen der Vereinshymne hatten viele Zuschauer Tränen in den Augen. Die Spieler des CD Teneriffa nahmen ganz in Schwarz gekleidet an der Gedenkfeier teil.
Rayco Garcia, Mehrheitsgesellschafter des Vereins, kündigte an, dass er de Miguels Tochter "bis zu ihrem 18. Lebensjahr" finanziell unterstützen werde, um sicherzustellen, dass es ihr "an nichts mangelt". Eine von einem ehemaligen Teamkollegen von de Miguel ins Leben gerufene Online-Spendenaktion hat bereits mehr als 120.000 Euro zur Unterstützung seiner Familie gesammelt.
Der 30 Jahre alte de Miguel hatte am Montag bei einem Zusammenstoß mit dem gegnerischen Torwart in der Nachspielzeit des Liga-Heimspiels gegen den FC Andorra schwere Verletzungen und einen Herzstillstand erlitten. Am Dienstagmorgen starb er im Krankenhaus.
Die Trauerfeier für den Angreifer hatte bereits am Donnerstag in Navahermosa in der Provinz Toledo südwestlich von Madrid stattgefunden. Dort hatten Familie, Freunde und Vertreter des spanischen Fußballs Abschied genommen. (dpa/SID/bearbeitet von tas)