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VfL Bochum setzt ein Zeichen gegen Wolfsburg

VfL Bochum gegen Wolfsburg stark verbessert – Klaiber rettet Rösler vorerst

Dicke Backen: Trainer Uwe Rösler ändert gegen Wolfsburg seine Formation, Bochum überzeugte.© dpa | Strauch

Hätte Uwe Rösler noch Haare auf dem Kopf, er hätte sie durchweg gerauft. So dominant wie gegen den VfL Wolfsburg spielte seine Mannschaft in dieser Saison noch nicht. Trotzdem kam der VfL Bochum nicht über ein 1:1 hinaus, zeigte dabei aber eine stark verbesserte Leistung, die den Cheftrainer wohl vorerst seinen Job retten dürfte. Zumal der VfL in der Nachspielzeit auch noch eine Menge Glück hatte.

Vor dem Spiel gab es den Schulterschluss zwischen Fans, Mannschaft und Trainer. Mit lauten „VfL“-Rufen beschworen sie den Zusammenhalt für die schwere Aufgabe gegen den VfL Wolfsburg. Doch schon zu Beginn wurde deutlich, dass diese noch schwerer werden würde als erhofft. Bereits nach zwei Minuten brachte Fabian Reese die Gäste mit einer präzisen Direktabnahme nach einer mustergültigen Flanke von Muhammed Damar in Führung. Der Aufstiegsfavorit schockte die Bochumer, die viel zu viel Platz im Zentrum für Damar ließen, und auch Sean Klaiber war nicht bei Reese, als dieser dank seiner Technik versenkte.

Qualität, die trifft: Fabian Reese jubelt mit Vorbereiter Muhammed Damar über die frühe Führung.© dpa | Strauch

Die Rösler-Mannschaft gab sich aber nicht auf. Kurz nach dem Rückstand traf Mats Pannwig das Außennetz. Mehrfach wurde der Weg über Gerrit Holtmann gesucht, der im neuen 4-4-2 Philipp Hofmann in der Spitze unterstützte. Der für Christian Rasmussen in die Startelf gerückte Berkan Taz ließ seine Künste mehrmals aufblitzen. In der 22. Minute hatte er die dicke Gelegenheit zum Ausgleich, nachdem er zuvor im Mittelfeld mit einem Kunststück Miyoshi freispielte und durchstartete, aber an Timon Wellenreuther scheiterte. In der 27. Minute ging sein Versuch knapp drüber. Er belebte das lahmende Offensivspiel sichtlich. Bochum spielte erstmals seit Wochen konstruktiv nach vorn, agierte deutlich vertikaler, zielstrebiger.

Die Wolfsburger sind verwunderbar. Bochum machte überraschend das Spiel, vom Aufstiegsfavorit kam wenig. Auch im zweiten Durchgang änderte sich nichts am guten Bochumer Auftritt. Miyoshi (56.) und Pannewig (58.) ließen Chancen noch liegen, und plötzlich klappte es auch mit dem Toreschießen. Nach einem Ballgewinn von Pannewig gegen Reese schaltete der VfL schnell um. Hofmann auf Taz, der auf Holtmann, der den durchstartenden Klaiber sieht. Der Niederländer machte seinen Fehler beim Gegentor wieder gut und traf zum Ausgleich. Nun war Feuer drin.

Bester Bochumer: Berkan Taz nutzte seine Startelf-Chance.© firo Sportphoto | Ibing

Rösler zog seine Offensivoptionen, brachte Rasmussen und Jarne Steuckers für Taz und Miyoshi, wollte noch besser umschalten. Nur Sekunden später wurden die beiden im Zusammenspiel gefährlich, Wellenreuther passte aber auf. Rösler war nun alles nach vorn, wechselte erneut offensiv. Wohlwissend, dass seine Weiterbeschäftigung am seidenen Faden hängt, der allerdings zumindest bis zum Pokalspiel gegen Mainz am Dienstag halten könnte. Zumal der vermeintliche 2:1-Treffer von Kento Shiogai zum Wolfsburger Sieg nicht zählte.

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