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Einst hatte Ernst Happel im Nationaltrikot Österreichs mit einem speziellen Eigentor die Messlatte sehr hoch gelegt - denn er traf es mit voller Absicht. Doch dann ereignete sich am 31. Oktober 2002 ein echter Fußballskandal in Madagaskar.
Die spätere Trainer-Legende Ernst Happel hat es tatsächlich selbst einmal gemacht: Absichtlich ein Eigentor geschossen! Eigentlich ein absolutes Unding, aber Happel nahm für sich in Anspruch, nichts Unrechtes getan zu haben.
Damals trat die österreichische Nationalmannschaft zu einem Vorbereitungsspiel für die WM 1954 auf eine Arlberg-Liga-Auswahl und Co-Trainer Eduard "Edi" Frühwirth hatte anfangs nur ein B-Team auf den Platz geschickt. Sehr zum Unmut der 16.000 anwesenden Zuschauer. Die Fußballfans ließen sich sogar dazu hinreißen, Flaschen auf den Rasen zu werfen und Bälle, die in die Ränge geschossen worden waren, einzusammeln. Doch bevor die Lage vollends eskalierte, reagierte Frühwirth.
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Um die Zuschauer zu besänftigen, schickte er doch noch die A-Spieler aufs Feld - unter ihnen auch den Star des SK Rapid Wien, Ernst Happel. Schnell konnte die A-Auswahl die erregten Gemüter der Fans beruhigen. Tor um Tor schossen Happel und seine Kollegen und so stand es recht bald 15:0 für die Nationalelf gegen die nun völlig überforderte Arlberg-Liga-Auswahl. Doch ein Mann hatte den Unmut der Zuschauer offensichtlich nicht ganz vergessen und so lief Ernst Happel kurz vor Schluss auf den eigenen Kasten zu und ballerte seinem Freund und Torwart Walter Zeman den Ball in die eigenen Maschen.
Seinem Trainer erzählte er später, dass er einen Drehschuss habe probieren wollen, der missglückt sei. Doch dem Team gegenüber berichtete er mürrisch lächelnd, dass ihm bei so viel Überlegenheit einfach "fad" gewesen sei. Und seinem Torwart, der nach internationalen Heldentaten der "Panther von Glasgow" genannt wurde, sagte er nach seinem fantastischen Fehlschuss ins eigene Tor: "Was willst du sein, der Panther von Glasgow? Des Oaschloch von Hütteldorf bist!"
Lange Zeit war dieses legendäre Eigentor eine absolute Besonderheit im Weltfußball, weil Happel es schließlich mit voller Absicht erzielt hatte. Doch knapp 50 Jahre später passierte in Madagaskar etwas, das die Aktion von Ernst Happel im Nachhinein wie einen kleinen Jungenstreich erscheinen lässt. Denn bei einer offiziellen Meisterschaftspartie zwischen Stade Olympique l'Emyrne (SOE) Antananarivo und dem AS Adema schafften es die SOE-Spieler, in der regulären Spielzeit 149 Mal den Ball im eigenen Netz unterzubringen. Also alle 36,2 Sekunden klingelte es im Kasten des SOE Antananarivo. Am nächsten Tag berichtete die Presse in aller Welt von der "Selbstzerstörung erster Klasse". Doch was war genau passiert?
Bereits eine Woche vor der Skandalpartie war die Zündschnur für dieses schändliche Ereignis gelegt worden. Denn in der Finalrunde der besten vier Teams der Liga von Madagaskar hatte der Titelverteidiger SOE Antananarivo mit einem Unentschieden gegen den Lokalrivalen Domoina Soavina Atsimondrano seine allerletzte Chance auf die Verteidigung der Meisterschaft verspielt. Doch genau dieses Ergebnis war der erste Funke für die folgende Gaga-Aktion im Spiel gegen den neuen Titelträger AS Adema. Denn die Spieler und die Offiziellen von SOE hatten sich wegen eines umstrittenen Elfmeters kurz vor Ende der Partie gegen Domoina Soavina Atsimondrano verschaukelt gefühlt. Nun saß die Enttäuschung über die verpasste Meisterschaft tief.
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Redelings NachspielzeitUnd dann stritt sich auch noch SOE-Trainer Ratsimandresy Ratsarazaka kurz vor der Begegnung gegen den neuen Titelträger AS Adema mit dem Schiedsrichter der Partie. Worüber dieser Streit genau ging, ist leider nicht überliefert, aber es brachte das Fass endgültig zum Überlaufen. Kurzentschlossen versammelte Ratsarazaka seine Spieler im Kreis um sich und gab ihnen mit erregten Gesten für die Partie etwas mit auf den Weg. Wie der SOE-Trainer auf diese völlig irre Idee kam, seinen Akteuren anzuordnen, 90 Minuten den Ball im eigenen Netz zu versenken, ist leider ebenfalls nicht bekannt - aber seine Spieler taten es tatsächlich. Und das unter den amüsierten Blicken des Gegners. Denn die Spieler von AS Adema berührten an diesem Tag nicht ein einziges Mal den Ball.
Die Gaga-Aktion blieb allerdings nicht ohne Folgen für Ratsarazaka und seine Spieler. Da sich die Weltpresse bereits am nächsten Tag über die einzigartige Partie in Madagaskar lustig machte, reagierte der nationale Fußballverband scharf. Ratsarazaka wurde für drei Jahre gesperrt und mehrere Spieler wurden vom Ligabetrieb suspendiert. Doch vergessen machen konnte man die nationale Schmach nicht. Denn was bis heute blieb, ist ein Rekord, der vermutlich nie wieder überboten wird. Die 149 Eigentore schafften es ins Guinness-Buch der Rekorde für die meisten Treffer in den eigenen Kasten in einer offiziellen Partie. Man kann sicher sein, dass selbst Ernst Happel an diesem legendären Tag nicht "fad" gewesen wäre.
Verwendete Quelle: ntv.de