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Sechs-Stunden-DM: Debütantin übertrifft besondere Marke und holt auf Anhieb Gold
Leichtathletik, 2026, Maria Elisa Legelli, Böbing, Deutsche Meisterschaft 6-Stunden-Lauf, in Schwindegg, 1. Platz Frauen.
Leichtathletik, 2026, Maria Elisa Legelli, Böbing, Deutsche Meisterschaft 6-Stunden-Lauf, in Schwindegg, 1. Platz Frauen. © Helga Legelli/Privat

Maria Legelli hat bei ihrer ersten Teilnahme an einem 6-Stunden-Lauf gleich den deutschen Meistertitel geholt. Die 34-Jährige übertraf dabei eine besondere Marke.

Schwindegg – Wenn es schon deutsche Meister zu ehren gibt, dann bitte richtig. Deswegen hatten die Organisatoren des 6-Stunden-Laufs dafür gesorgt, dass zum Ende der Siegerehrung von einer Blaskapelle die Nationalhymne gespielt wurde. Zu denjenigen, denen die Töne vornehmlich galten, gehörte auch Maria Elisa Legelli. Auf einem Video, das es davon gibt, ist ihr anzusehen, dass ihr der Moment viel bedeutet.

Leichtathletik, 2026, Maria Elisa Legelli, Böbing, Deutsche Meisterschaft 6-Stunden-Lauf, in Schwindegg, 1. Platz Frauen.
Die deutschen Meister beim Wettkampf in Schwindegg: Maria Elisa Legelli lief 80,085 Kilometer, Lukas Kley (TV Refrath) schaffte 85,614 Kilometer. © Helga Legelli/Privat

Es ist tatsächlich eine bemerkenswerte Geschichte: Da absolviert Legelli erstmals so ein derartiges Ultra-Rennen und holt auf Anhieb den deutschen Meistertitel – auch noch der erste für sie. Obendrein stellte sie mit 80,085 Kilometern einen Streckenrekord auf. „Ich wollte zum Saisonende etwas Neues ausprobieren“, so begründete die aus Böbing stammende Athletin ihre Reise nach Schwindegg (Landkreis Mühldorf). „Mein Ziel war es, Spaß zu haben und die volle Zeit durchzulaufen.“ Dass aus diesem Vorhaben, „so ein Tag wird, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet. Ich bin einfach nur baff und unfassbar dankbar“, teilte die 34-Jährige via Social Media mit.

Neuland jenseits der 50 Kilometer

Nicht mal drei Stunden benötigte die in Füssen lebende Ausdauersportlerin, dann hatte sie die Marathon-Marke von 42,2 Kilometern erreicht. Nachdem sie die 50 Kilometer geschafft hatte, „betrat ich Neuland, denn weiter war ich bis dahin noch nie gelaufen“. Im vergangenen Oktober hatte sich Legelli beim „Urmensch-Ultralauf“ erstmals an eine Ultra-Distanz gewagt; 52 Kilometer und rund 1000 Höhenmeter standen damals auf dem Programm.

In Schwindegg waren die Höhenmeter überschaubar, gelaufen wurde auf einem amtlich vermessenen Rundkurs mit 1,383 Kilometern Länge. Die Herausforderung bei solchen Mehr-Stunden-Läufen liegt eben in der Dauer des Rennens. Eine Rolle spielt dabei auch die Psyche. Legelli konnte diesbezüglich auf ihre Mutter Helga zählen, die „mich Runde für Runde motiviert hat“. Die 6-Stunden-Lauf-Debütantin legte ein beachtliches Tempo vor, im Schnitt lief sie jeden Kilometer in 4:30 Minuten – wohlgemerkt über die komplette Wettkampfdauer.

Leichtathletik, 2026, Maria Elisa Legelli, Böbing, Deutsche Meisterschaft 6-Stunden-Lauf, in Schwindegg, 1. Platz Frauen.
Leichtathletik, 2026, Maria Elisa Legelli, Böbing, Deutsche Meisterschaft 6-Stunden-Lauf, in Schwindegg, 1. Platz Frauen. © Helga Legelli/Privat

So ergab sich für die in Füssen lebende und beim Energieversorger EWR im Vertrieb arbeitende Athletin ein Resultat von 58 Runden, was etwas mehr als 80 Kilometern entsprach. Ein Wert, der bei 6-Stunden-Läufen als magische Marke gilt. In Schwindegg schafften es auch noch fünf Männer drüber. Der Beste, Lukas Kley (TV Refrath), kam auf 85,614 Kilometer. Ein ähnliches Niveau bei einer DM hat es seit 2016 nicht mehr gegeben. Damals, in Nürnberg, liefen sogar neun Athleten über 80 Kilometer – acht Männer und eine Frau. Heuer in Schwindegg gab es darüber hinaus noch einen Weltrekord: Matthias Betzler (Spiridon Frankfurt) lief 67,665 Kilometer und stellte damit eine Bestmarke in der M70-Klasse auf.

Die Konkurrenz bei den Frauen hatte Legelli klar im Griff. Die Zweitplatzierte, Florentine Beese (Hannover Athletics), lief 76,463 Kilometer. Bronze ging an Friederike Schoppe (LSG Goldener Grund Selters) aus Hessen mit 75,544 Kilometern. 54 Frauen und 82 Männer kamen in die Wertung.

Mit dem Auftritt in Mühldorf endet für Legelli „eine sehr erfolgreiche Saison“. Dazu gehörten unter anderem drei Marathonsiege (Bad Füssing, Füssen, Helsinki) und die Goldmedaille bei der bayerischen Traillauf-Meisterschaft (30 Kilometer). Im Frühjahr hatte die Läuferin der Munich Athletics länger aussetzen müssen: Nach dem Sieg in Bad Füssing wurde ein Knochenödem mit Stressfraktur festgestellt. Danach kämpfte sich Legelli wieder zurück. Der Titel bei der deutschen Meisterschaft „ist der krönende Abschluss“, freut sich Legelli, die auch schon bayerische Meisterin im Marathon und Halbmarathon war.

Wechsel zur Laufarena Allgäu

Im November wird sich Legelli einen längeren Urlaub gönnen, danach geht es wieder in die Vorbereitung auf die nächste Saison. In der wird sie wieder für die Laufarena Allgäu, ihrem Klub vor dem Wechsel zu den Munich Athletics, starten.

Läufe mit einer festen Wettkampfdauer über mehrere Stunden hinweg haben auch schon andere Athleten aus dem Landkreis Weilheim-Schongau absolviert. Zu nennen wäre vor allem Ulrike Greif. Für die Penzbergerin (Jg. 1972) sind in der Statistik der DUV (Deutsche Ultramarathon-Vereinigung) in der Zeit zwischen 2012 und 2019 immerhin 39 Resultate verzeichnet. 2017 gewann sie bei der 100-Kilometer-DM in Berlin Bronze in ihrer Altersklasse. In Schwindegg war Greif auch mehrmals am Start; 2017 schaffte sie dort 62,218 Kilometer.

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