Zurück
Harry Kane hat das Rennen um den Ballon d'Or knapp für sich entschieden. Nun tauchen immer mehr Stimmzettel auf - ein Journalist leistet beim Bayern-Star Abbitte.
Das offizielle Endergebnis lässt weiter auf sich warten, doch nach und nach sickern immer mehr Stimmzettel für die Wahl beim Ballon d’Or durch. So wurde unter anderem öffentlich, wie der kroatische Journalist Zdravko Reić abstimmte.
Der langjährige Reporter, der schon seit 1992 zu der Jury gehört, sorgte mit seiner persönlichen Top 10 für viel Aufmerksamkeit, weil er Sieger Harry Kane nur auf Position 6 einsortierte. Er verteilte damit nur fünf von 15 möglichen Punkten an den englischen Superstar des FC Bayern.
Im Interview mit Večernji list entschuldigte sich Reić nach Veröffentlichung seines Stimmzettels gar: „Ich muss jetzt zugeben, dass es ein Fehler war. Ich muss zugeben, dass es falsch von mir war, Kane so niedrig einzustufen.“
Reić hatte den spanischen Weltmeister Rodri auf Platz eins gesetzt, dahinter folgten Erling Haaland, Lionel Messi, Ferran Torres und Kylian Mbappé. Seine Erklärung: Die Saison sei von der Weltmeisterschaft geprägt gewesen, er habe seine Bewertungen in erster Linie anhand der Leistungen beim Topevent im Sommer vorgenommen.
Rodri sei dabei der überragende Spieler des WM-Siegers gewesen, Haaland der herausragende Akteur von Überraschungsteam Norwegen. Messi habe Argentinien ins Finale getragen und Torres nun einmal das entscheidende Finaltor geschossen. Warum mit Michael Olise der beste Vorlagengeber des Turniers nicht unter den Top 10 auftauchte, ist unklar.
Veröffentlicht sind derweil auch die Stimmen aus mehreren anderen Ländern – in den meisten schnitt Harry Kane recht gut ab. In Russland landete er vor Kylian Mbappé und Lamine Yamal auf Rang eins – dieses Ranking spiegelte auch das Endergebnis letztlich wider.
Im Kosovo belegte Kane ebenfalls den ersten Rang vor Mbappé, hier landete Yamal aber lediglich auf Rang sieben. In Ecuador sah man Mbappé vor Kane, Olise und Dembélé folgten dahinter.
In Usbekistan kam wieder Kane auf die volle Punktzahl, in Vietnam landete er auf Rang drei – hinter Rodri und Messi. Mbappé wurde hier nur Fünfter.
Sehr beachtlich waren derweil die Ergebnisse aus Tschechien: Stanislav Hrabě, langjähriges Mitglied der Ballon-d’Or-Jury, setzte Kane auf Platz zehn, der Engländer bekam hier also nur einen Punkt ab. Rodri, Mbappé und Messi bildeten das Spitzentrio.
In Italien sind bisher nur die Top 3 bekannt, Kane wird dort nicht aufgeführt. Mbappé, Rodri und Khvicha Kvaratskhelia machten hier das Rennen.
Die Jury bestand aus 100 Journalisten, nur Vertreter aus den 100 bestplatzierten Nationen der FIFA-Weltrangliste waren beteiligt. Jedes Land wurde durch einen von France Football bestimmten Reporter vertreten. Sie benannten ihre Top 10, die sie aus der zuvor bestimmten Top-30-Kandidatenliste wählen mussten.
Für Platz eins wurden 15 Punkte vergeben, Platz zwei erhielt 12 Zähler, Platz drei immerhin noch zehn. So ging es absteigend weiter, für den zehnten Platz erhielten die Kandidaten einen Punkt.